VonDaniel Schmittschließen
Ausgerechnet der von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Faride Alidou führt Köln zum Sieg, dessen Trainer sich als Karnevalsmuffel entpuppt.
Der Durchbruch in Deutschlands Eliteliga für Fußballer blieb Faride Alidou bisher verwehrt. Klar, ein geübter Trickser, auch ein schneller Mann, ist der ehemalige U-21-Nationalspieler sehr wohl, der Junge aus Hamburg kann was. Bloß brachte er es fast nie aufs Grün, schwächelte immer dann, wenn’s drauf ankam.
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Bei Eintracht Frankfurt fiel er deshalb (vorerst) durch und wurde weiterverliehen im vergangenen Sommer in den Westen der Republik, zum 1. FC Köln, wo er den abstiegsbedrohten Klub jedoch ebenfalls selten weiterbrachte. Bis Samstagabend. Da machte Faride Alidou, 22, Flügelstürmer, sein bestes Bundesligaspiel und trug einen entscheidenden Teil dazu bei, dass sein Effzeh 2:0 gewann gegen seine Eintracht.
Nun ja, seine Eintracht, das ist sie natürlich nicht mehr so richtig, aber irgendwie schon noch ein bisschen. Nach dem 1:0-Führungstreffer, das aufs Konto von Alidou ging (67.), dessen zweites Saisontor, hob er beide Arme entschuldigend nach oben. Jubeln, zumindest äußerlich, wollte er nicht. Und es war dieses Tor, das er etwas glücklich erzielte, als er einen Fernschuss ins Netz umlenkte, nicht seine einzige wichtige Aktion des Abends. Ein ums andere Mal war er auf der rechten Seite den Frankfurter Verteidigern entwischt, oft dem langsamen Hrvoje Smolcic, und manchmal dem schnellen Niels Nkounkou. Der ließ sich zu einem Foul hinreißen - Gelb-Rot. Es war jene Aktion, die der Führung direkt vorausging.
„Es freut mich für Faride, dass er im zweiten Spiel hintereinander treffen konnte. Er hat gehörigen Anteil daran, dass das Spiel gewonnen wurde“, sagte der Kölner Trainer Timo Schultz, für den es der erste Bundesligasieg im vierten Anlauf war. Alidou agiere in diesen Tagen „sehr auffällig“.
Viel mehr Lob aber wollte Schultz nicht über den Matchwinner und dessen Teamkollegen ausschütten. Dafür sei die Lage trotz nun 15 geholten Punkten weiterhin zu prekär. „Ich gehe davon aus, dass die Spieler den Ernst der Lage erkannt haben und nicht die Woche durchfeiern“, so Schultz, was eine besondere Erwähnung wert ist, schließlich nähern sich manch jecke Pflichten für die Profis. „Ich werde mir nicht viele Freunde machen, aber ich bin nicht hier, um Karneval zu feiern.“ Merke: Timo Schultz ist gebürtiger Norddeutscher, wie Faride Alidou. dani
