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Die Fans des VfB Stuttgart haben bei der Partie gegen den 1. FC Heidenheim ein deutliches Zeichen gegen die Machenschaften im Klub gesetzt und symbolisch dunkle Wolken aufziehen lassen.
Stuttgart - Die Fans des VfB Stuttgart haben ihrem Versprechen von vor zwei Wochen Taten folgen lassen und setzten bei der Partie gegen Heidenheim ein deutliches Zeichen. Aufgrund des tobenden Machtkampfs im Aufsichtsrat und Präsidium schwieg die Kurve zunächst zehn Minuten, dann zündeten die Anhänger schwarze Pyrotechnik und ließen somit symbolisch dunkle Wolken über dem ehemaligen Neckarstadion aufziehen.
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VfB-Fans: „Scheiß Aufsichtsrat“
Die VfB-Fans hissten in diesem Zusammenhang mehrere Banner. Auf dem größten lautete die Botschaft: „Aufsichtsrat, Investoren, Präsidium: Es reicht!“ Darüber hinaus forderten die Anhänger unter anderem den Rücktritt von Präsident Claus Vogt sowie des gesamten Präsidiums. Nachdem die Fans zehn Minuten geschwiegen hatten, sendeten sie außerdem lauthals weitere klare Botschaften an die Funktionäre. So hieß es zuerst „VfB Stuttgart, das sind wir“, im Gegensatz wohl zum „scheiß Aufsichtsrat“, wie sie riefen.
Der Hintergrund des Machtkampfes beim VfB Stuttgart
Im VfB-Aufsichtsrat der Schwaben haben sich vor Kurzem die Machtverhältnisse verschoben, da zwei Vertreter des neuen Investors Porsche ins Kontrollgremium berufen wurden. Am 12. März kam es dann zur Eskalation: Präsident Claus Vogt wurde als Aufsichtsratsvorsitzender des VfB abgesetzt, anschließend folgten zersplitterte Statements der Funktionäre, die ein wahres Chaos bei den Schwaben offenbarten.
Hintergrund ist, dass den VfB-Mitgliedern bei der Ausgliederung 2017 versprochen wurde, dass der bei der Mitgliederversammlung gewählte Präsident des e.V. auch immer Vorsitzender des Aufsichtsrats sein soll. Dies wurde allerdings nur mündlich gegeben und ist nirgendwo schriftlich festgehalten. Längst liegt der Verdacht nahe, dass Porsche Vogts Abwahl als Voraussetzung für den Einstieg als Investor gesehen hat.
Bei der Partie vor der Länderspielpause gegen die TSG Hoffenheim gaben die Fans den VfB-Bossen zwei Wochen Zeit, um das angerichtete Chaos wieder in Ordnung zu bringen. Dieser Aufforderung kamen die Chefs nach Ansicht der aktiven Fanszene nicht nach, sodass die Reaktion gegen Heidenheim dementsprechend ausfiel. Nach 15 Minuten gingen die Anhänger jedoch zu ihrem gewöhnlichen Support der Mannschaft über.
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