VonAdrian Rehlingschließen
Die deutsche Elf feiert einen gelungen Start bei der Frauen-Europameisterschaft. Durch eine Verletzung von Kapitänin Gwinn wird sie wachgerüttelt. Der Ticker zum Nachlesen.
Schluss: Deutschland gewinnt sein Auftaktspiel zur Frauen-EM gegen Polen mit 2:0. Ein absolut verdienter Sieg, der noch höher hätte ausfallen müssen. Auf diese Leistung können die deutschen Damen auf jeden Fall aufbauen. Bitter wiegt allerdings die Verletzung von Giulia Gwinn, die hoffentlich nicht allzu schlimm sein wird.
| Aufstellung Deutschland: | Berger - Gwinn (40. Wamser), Minge, Knaak, Linder - Nüsken, Senß (70. Lohmann)- Brand, Dallmann (70. Freigang), Bühl (85. Cerci)- Schüller (70. Hoffmann) |
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| Aufstellung Polen: | Szemik - Matysik, E. Szymczak, Dudek, Wiankowska - Pawollek (80. Grabowska), Achcinska, Kamczyk (67. Slowinska), Padilla-Bidas (59. Adamek), Tomasiak (80. Krezyman)- Pajor |
| Tore: | 1:0 Brand (52.), 2:0 Schüller (66.) |
90. Minute: Schiedsrichterin Frappart legt nochmal vier Minuten obendrauf.
85. Minute: Letzter Wechsel beim DFB-Team: Cerci ist für Bühl neu dabei.
81. Minute: Eine Riesentat vor DFB-Torhüterin Berger. Pajor setzt sich im Kopfballduell mit Minge durch und köpft aus kürzester Distanz auf das Tor, doch Berger bekommt irgendwie die Hände noch hoch. Ganz stark.
80. Minute: Zehn Minuten sind noch zu absolvieren. Spielt die Elf von Trainer Wück das so weiter, dann gibt es den so wichtigen Auftaktsieg.
75. Minute: Starke Kulisse in St. Gallen. Exakt 15.972 Zuschauer sind vor Ort, wie die Stadionsprecherin verkündet.
70. Minute: Bundestrainer Wück führt einen Dreifach-Wechsel durch: Lohmann, Freigang und Hoffmann kommen, aus dem Spiel sind Senß, Dallmann und Schüller.
66. Minute: Flanke Brand, Kopfball Schüller – jetzt aber! Das 2:0 für die deutsche Mannschaft. Schüller mit ihrem 53. Länderspieltor. Riecht ein wenig nach Vorentscheidung. 2:0 Deutschland.
65. Minute: Es wird gleich nochmal unfassbar! Erneut bringt Bühl eine Flanke perfekt rein. Dieses Mal kommt Schüller frei zum Kopfball, wieder aus drei Metern. Und erneut schafft es die DFB-Spielerin, das Ding nicht im Tor unterzubringen.
64. Minute: Mitten in die deutsche Drangphase sind wie aus dem Nichts die Polinnen plötzlich gefährlich. Pajor kommt aus guter Position zum Abschluss, aber Torfrau Berger ist zur Stelle.
61. Minute: Eine unfassbare Szene. Bühl flankt butterweich in den Strafraum, wo Nüsken aus drei Metern völlig frei zum Kopfball kommt. Wie auch immer sie es schafft: Sie köpft das Ding tatsächlich noch am Tor vorbei. Das hätte das 2:0 sein MÜSSEN.
57. Minute: Beeindruckend, wie unbeeindruckt die deutschen Damen das Drama um Giulia Gwinn weggesteckt haben. Die Leistung seit dem Schock wirkt schon beinahe wie eine Trotzreaktion. Solche Momente können entscheidend für ein ganzes Turnier sein.
52. Minute: Deutschland: 1. Polen: 0. Jule Brand mit einem absolutem Traumtor. Sie zieht am Strafraum entlang und einfach mal mit dem linken Fuß ab. Der Ball schlägt unhaltbar unter der Latte ein. Führung für die DFB-Elf!
50. Minute: Herrliche Szene am Rande. Über die Außenmikrofone ist deutlich zu hören, wie gleich mehrere Zuschauer auf der Tribüne „Verlieben, verloren, vergessen, verzeih‘n“ von Wolfang Petry anstimmen. Die DFB-Frauen sind bekanntlich große Fans des Schlagersängers.
46. Minute: Kein Wechsel bei der deutschen Mannschaft zur Pause. Polens Trainer tauscht einmal, es kommt Wos für Dudek.
Halbzeit: Deutschland ist zwar die tonangebende Mannschaft, aber die Polinnen machen es stark. Die Räume sind oft sehr dicht, immer wieder ein Bein dazwischen. Macht die DFB-Elf so weiter wie in der Schlussphase der ersten Halbzeit, dann geht aber was. Auch ohne die Kapitänin Giulia Gwinn.
45.+3: Eine fein herausgespielte Aktion in der Nachspielzeit. Schüller kommt aus acht Metern unbedrängt zum Abschluss, verstolpert den Schuss aber.
45. Minute: Vier Minuten gibt es obendrauf.
39. Minute: Gwinn stand kurzzeitig wieder auf dem Rasen. Dann der bittere Fakt: Die Kapitänin muss raus.
37. Minute: Bange Moment für die deutsche Elf. Kapitänin Giulia Gwinn liegt nach einer Rettungstat auf dem Boden. Im Anschluss muss sie von zwei Betreuern humpelnd vom Platz gebracht werden.
35. Minute: Die einzige noch im Heimatland aktive Spielerin mit einer gefährlichen Flanke von der rechten Seite. Tomasiak flankt, der Ball wird noch leicht von einer deutschen Akteurin touchiert, zum Glück aber nicht komplett Richtung Tor gelenkt.
30. Minute: TV-Expertin Almuth Schult mit einem ersten Zwischenfazit: „Die, die es richtig gut machen, sind die Polinnen. Von ihnen bin ich bisher sehr, sehr angetan.“ Recht hat sie.
28. Minute: Giulia Gwinn kommt im Strafraum zu Fall. Eine leichte Beschwerde und fragender Blick Richtung Schiedsrichterin Frappart, die signalisiert aber recht schnell: War nichts.
24. Minute: Jule Brand kommt außerhalb des Strafraums und mit dem Rücken zum Tor an die Kugel. Brand nimmt das Anspiel stark mit und kommt zum Abschluss. Polens Torhüterin ist im kurzen Eck allerdings zur Stelle und pariert. Die bisher beste deutsche Chance.
19. Minute: Linda Dallmann bekommt in aussichtsreicher Position den Ball. Dabei wird sie allerdings von gleich mehreren Gegenspielerinnen umringt, die sich bei jeder möglichen Schussbewegung vor den Ball werfen. Und final dann eben auch klären können.
14. Minute: Langer Ball der Polinnen. Der Freistoß wird lang und länger, keine deutsche Spielerin ist zur Stelle – dafür aber Szymczak. Die kommt fünf Meter vor dem Strafraum noch ans Leder ran, kann es aber – zum Glück aus deutscher Sicht – nicht mehr ordentlich platzieren.
12. Minute: Deutschland nimmt das Spiel mittlerweile mehr in die Hand. Noch machen es die Polinnen allerdings extrem gut, sie machen gut die Räume zu und zwingen die DFB-Frauen zu Notflanken, die im Nichts landen.
8. Minute: Da ist er, der erste Abschluss. Bühl macht es am Strafraum exzellent und lässt eine Polin stehen. Sie kommt zum Abschluss, zieht das Leder aber am langen Eck vorbei. Dennoch: Eine starke Aktion.
5. Minute: Die deutsche Mannschaft findet noch nicht so richtig in ihren Rhythmus. Eine nennenswerte Offensivaktion ist daher bis dato noch Mangelware.
1. Minute: Das Spiel läuft. Und wie! Direkt in den ersten 20 Sekunden kommt Polen zweimal gefährlich über die rechte Seite durch. Bei der zweiten Hereingabe ist DFB-Keeperin Berger blitzschnell im kurzen Eck.
Update, 20.59 Uhr: Unmittelbar vor dem Anpfiff erheben sich alle Zuschauer von ihren Plätzen. Der tragische Grund: Die Schweigeminute für den verstorbenen Liverpool-Star Diogo Jota.
Update, 20.54 Uhr: Die Mannschaften kommen auf den Platz. Gleich werden noch die Hymnen gespielt, dann geht es endlich los.
Update, 20.46 Uhr: Die Schiedsrichterin der Partie kommt übrigens aus Frankreich. Es ist die erfahrene Stéphanie Frappart.
Update, 20.18 Uhr: Die DFB-Elf geht als großer Favorit in das Spiel. Bisher gab es zwei Aufeinandertreffen zwischen den beiden Nationalmannschaften. Deutschland gewann beide Partien im vergangenen Jahr. Einmal 3:1, einmal 4:1.
Update, 20.00 Uhr: Noch exakt eine Stunde bis zum Anpfiff. Das Stadion in St. Gallen füllt sich allmählich. Die deutschen Frauen können sich heute auf jede Menge Unterstützung von den Rängen freuen.
Update, 19.50 Uhr: Auch die polnische Startelf steht fest. Trainer Patalon baut vor allem natürlich auf seine Topstürmerin Pajor, die im Vereinsgeschäft für den großen FC Barcelona kickt.
Update, 19.45 Uhr: Die Aufstellung der deutschen Mannschaft ist da. Bundestrainer Christian Wück setzt exakt auf das Team, das im Vorfeld schon von den meisten Experten vermutet wurde.
Erstmeldung, 4. Juli 2025: St. Gallen – Einen Gipfel, sogar die sogenannte Königin der Berge, haben die deutschen Fußballerinnen in der Schweiz bereits erobert. Die Rigi am Vierwaldstättersee – allerdings per Zahnradbahn. Die letzte Teambuildingmaßnahme vor dem Europameisterschafts-Auftakt gegen Polen (21 Uhr – alle TV-Infos hier). Dabei ist die Stimmung und Zuversicht im Team von Kapitänin Giulia Gwinn kaum zu steigern. Und es redet auch keiner mehr drumherum: Der Titel soll her.
„Mein Ziel ist, Europameister zu werden - und ich glaube, da geht es den anderen Mädels nicht anders. Dafür sind wir hier. Alles andere wäre die falsche Aussage“, sagte Linda Dallmann. Die 30 Jahre alte Münchnerin wird am Freitag in St. Gallen wohl als Strategin auf der Zehner-Position auflaufen.
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Für die DFB-Auswahl von Bundestrainer Christian Wück geht es gegen EM-Neuling Polen – mit deren Toptorjägerin Ewa Pajor. Die langjährige Wolfsburgerin hat in ihrer ersten Saison beim FC Barcelona quer durch alle Wettbewerbe insgesamt 47 Treffer erzielt. Weitere Gruppengegner der DFB-Frauen sind Dänemark am 8. Juli in Basel und Schweden am 12. Juli in Zürich.
Kapitänin Giulia Gwinn feiert spezielle Premiere
„Ich glaube, wir haben ein unfassbares Potenzial in unserer Mannschaft“, sagte Gwinn. „Wir glauben fest daran, dass wir etwas Großes erreichen können.“ Die Starspielerin vom FC Bayern führt ihr Team erstmals bei einem Turnier als Kapitänin an. Für Wück, der 2023 die männlichen U17-Junioren zum EM- und WM-Titel führte, ist es die erste internationale Bewährungsprobe bei den Frauen.
„Ich glaube, das erste Spiel wird so ein bisschen der Knackpunkt werden. Es ist unheimlich wichtig, erfolgreich in das Turnier zu starten“, sagte der 52-Jährige. „Und auch die Art und Weise, wie wir das Spiel angehen, wird wichtig sein. Um in diesen Flow reinzukommen. Jede deutsche Mannschaft, egal ob Männer oder Frauen, die irgendwann mal etwas gewonnen hat, hat eine Siegermentalität entwickelt.“ Im Viertelfinale droht seinem Team bereits Titelverteidiger England oder Mitfavorit Frankreich.
DFB-Stürmerin Schüller feiert den Teamspirit
Wück ist überzeugt: „In der Mannschaft steckt so eine Wucht, so viel Energie, so viel individuelle Qualität, dass tatsächlich viel möglich ist.“ Der Ex-Profi verwies aber auch auf Spielerinnen, die ihr erstes Turnier bestreiten: „Die werden aufgeregt sein ohne Ende.“ Der Chefcoach hatte vor der Nominierung seines 23-köpfigen Kaders noch das eine oder andere Kommunikationsproblem aus der Welt räumen müssen. Davon spricht inzwischen aber niemand mehr. „Der Zusammenhalt ist ganz besonders - das habe ich so noch nie erlebt“, betonte Topstürmerin Lea Schüller. (rele/dpa)
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