FC Bayern hat nach Pokal-Kampf in Berlin das große Ziel vor Augen – die Stimmen
VonPeter Grad
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Der FC Bayern zieht nach zwei Jahren Pause wieder ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Die Münchner Stimmen zum hart erkämpften 3:2-Sieg bei Union Berlin.
Berlin – Nach dem 2:2-Unentschieden am 10. Bundesliga-Spieltag an der Alten Försterei in Berlin-Köpenick konnten sich Vincent Kompanys Bayern fast vier Wochen lang mental auf das für den ganzen Verein so wichtige Pokal-Achtelfinale bei Union Berlin vorbereiten. Viel wurde in dieser Zeit über die angebliche Standardschwäche des Rekordpokalsiegers gesprochen – um so überraschender, dass es nun genau diese Disziplin war, die ihm den Einzug in die nächste Pokalrunde bescherte.
Völlig ungewöhnlich für den eigenen Spielstil erzielten die Münchner alle drei Tore per Standard, jeweils von Joshua Kimmich hereingegeben. Dabei traf mit Harry Kane jedoch nur ein FCB-Spieler zum zwischenzeitlichen 2:0, während die anderen beiden Treffer Berliner Eigentore, die aus der Bedrängnis heraus fielen, waren. Die Eisernen profitierten dagegen bei ihren jeweiligen Anschlusstoren von Leopold Querfeld zum 1:2 und 2:3 von Elfmeterpfiffen von SR Martin Petersen.
Die zweite Halbzeit wurde letztendlich zum reinen Kampfspiel, bei dem der schon zu Beginn der Partie ramponierte Rasen eine große Rolle spielte. Während die Münchner Edeltechniker beim zunehmend schlechter werdenden Geläuf keine Chance mehr hatten, ihr Kombinationsspiel aufzuziehen, waren die Unioner in ihrem Element und agierten durchschlagskräftig. Am Ende war bei den Bayern die Erleichterung über den Einzug ins Viertelfinale so groß, dass Kimmich sogar vergaß, dass man dieses in der Saison 2022/23 (1:2 gegen den SC Freiburg) erreicht hatte.
Die FCB-Stimmen zum 3:2-Pokalsieg bei Union Berlin
FCB-Chefcoach Vincent Kompany
„Mit der ersten Halbzeit bin ich zufrieden. Ich glaube, dass wir da viel richtig gemacht haben. Aber die zweite Hälfte war vom Kampf geprägt. Wir haben die Standards sehr gut verteidigt und etwas unglückliche Gegentore kassiert. Aber am Ende zählt das Weiterkommen und ich hoffe, dass wir noch viele Runden weitergehen können und dann wird sich niemand darüber unterhalten, wie der Sieg zustande gekommen ist. Jetzt haben wir noch vier Spiele bis zur Winterpause und die wollen wir auch mit viel Energie für uns entscheiden.“
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„Die letzten fünf, sechs Jahre war jedes Mal noch vor dem Winter im DFB-Pokal Schluss. Dementsprechend war es heute sehr wichtig, dass wir es geschafft haben. Wir haben dieses Jahr das Ziel vor Augen, wieder hierher nach Berlin zu kommen und heute war ein ganz wichtiger Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir es noch gut gemacht, aber die zweite Halbzeit war glaube ich zum Anschauen nicht ganz so attraktiv. Viele Standards, viele Zweikämpfe, viele Einwürfe und Ecken, aber wenig spielerische Elemente. Es war auf jeden Fall spannend, deswegen war auch die Freude so groß.“
Konrad Laimer
„Das Wichtigste ist, dass wir weiter sind. Wir wussten, dass es heute nicht leicht wird, hier in Berlin. Viele hohe Bälle, viele Zweikämpfe, viele Standards und lange Einwürfe – ich glaube, wir hatten heute wieder die volle Packung. In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht und auch mit dem Ball besser gespielt als in der zweiten Hälfte, aber am Ende bekommst du wieder zwei Elfmeter. Aber es war ein sehr, sehr wichtiger Sieg.“
Harry Kane
„Das bedeutet uns viel heute. In den letzten Jahren haben wir im Pokal nicht gut abgeschnitten. Man muss solche Spiele überstehen, das war ein harter Kampf. Solche Siege geben einem zusätzliches Selbstbewusstsein. Wir haben heute alles reingeworfen. Ich weiß nicht, warum wir im zweiten Durchgang so unter Druck geraten sind. Ich habe den Gegenspieler vor dem Elfmeter im Gesicht getroffen, aber es war trotzdem eine harte Entscheidung. Solche Szenen gibt es viele. Wir sind froh über das Weiterkommen, mit diesem Gefühl gehen wir dann im neuen Jahr in die nächste Pokal-Runde.“