Bayern-Fans teilen in der Südkurve erneut gegen Boateng aus
VonIsabella Strehmann
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Die Bayern spielen in der Champions League gegen Brügge. Die FCB-Fans sorgen mit einem weiteren Protest gegen Jerome Boateng für Aufsehen.
München – Vor einigen Tagen sickerte durch: Jerome Boateng, der zehn Jahre (2011 bis 2021) das Trikot des deutschen Rekordmeisters getragen hat, soll an der Säbener Straße hospitieren. Es dauerte nicht lange, da schlug dem 37-Jährigen eine Welle der Entrüstung entgegen. Am Mittwochabend, während der Partie des FC Bayern gegen Brügge in der Allianz Arena (hier geht es zum Ticker), folgte ein weiterer Protest der Fans.
In der Südkurve hielten tausende Zuschauer weiße Zettel nach oben, auf denen stand: „Gegen Missbrauch und physische & psychische Gewalt in Beziehungen.“ Die gleichen Worte fanden sich auch auf einem großen Banner wieder, das direkt hinter dem Tor positioniert wurde. Es ist die Fortsetzung von Samstag, während der Partie gegen den BVB waren die Bayern-Fans mit ähnlichen Worten aufgefallen.
Bayern-Fans legen weiteren Protest gegen Boateng nach
„Wer dem Täter Raum gibt, trägt seine Schuld mit. Boateng, Verpiss dich! Kein Platz für Charakterschweine in unserem Verein. Kein Platz mehr für Boateng! Keine Bühne für Täter! Verpiss dich Boateng“, war zu lesen. Jetzt also folgt die zweite Ansage, denn die Fans sind gar nicht einverstanden, dass die Bosse weiterhin an der Hospitanz festhalten.
Max Eberl und Jan-Christian Dreesen hatten nach dem ersten Protest verlauten lassen, dass jedem eine Resozialisierung zustehen würde. Im vergangenen Jahr war Boateng vor Gericht für schuldig befunden worden, angeklagt hatte man ihn wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen seine Ex-Freundin. Nicht der einzige Fall, den die FCB-Fans nun anprangern.
Tränen, Trauer und Unmut: Die emotionalsten Abschiede beim FC Bayern München
Kasia Lehnhardt, eine Ex-Partnerin des Weltmeisters, nahm sich im Februar 2021 das Leben. Es entbrannten Diskussionen und Anschuldigungen, Boateng hätte etwas mit psychischen Problemen der jungen Frau zu tun. Zum Zeitpunkt des Suizids stand er noch beim FC Bayern unter Vertrag. Für die Bayern-Anhänger ist klar: Ein Boateng-Comeback passt nicht zu den Werten des Vereins.
Es dürfte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sich die Südkurve in der Causa Boateng positioniert hat. Bislang ist der Plan der FCB-Bosse, den ehemaligen Verteidiger weiterhin hospitieren zu lassen. Sollte der Druck zu hoch werden, könnte ein Umdenken stattfinden. Boateng selbst äußert sich zu den Diskussionen um seine Person weiterhin nicht. (is)