Bayern-Fans legen in Boateng-Diskussion nach – auch FCB-Bosse in der Kritik
VonIsabella Strehmann
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Jerome Boateng soll beim FC Bayern hospitieren. Der Plan ist höchst umstritten. Jetzt legen die FCB-Fans gegen ihren ehemaligen Spieler nach.
München – Vor einigen Tagen sickerte durch: Jerome Boateng, der seine aktive Laufbahn kürzlich beendet hat, soll beim FC Bayern hospitieren. Was wie eine harmlose Meldung schien, entwickelte sich plötzlich zu einem handfesten Skandal. Die Fans des deutschen Rekordmeisters nämlich zeigen sich erbost, sie wollen ihren Ex-Verteidiger nicht an der Säbener Straße sehen.
Während des Bundesliga-Krachers gegen Borussia Dortmund hatte die Südkurve ein großes Banner enthüllt, auf dem stand: „Wer dem Täter Raum gibt, trägt seine Schuld mit. Boateng, Verpiss dich! Kein Platz für Charakterschweine in unserem Verein. Kein Platz mehr für Boateng! Keine Bühne für Täter! Verpiss dich Boateng!“
Bayern-Fans wettern weiter gegen Boateng-Rückkehr
Hintergrund: 2024 wurde der Weltmeister vor Gericht schuldig gesprochen, die Anklage lautete vorsätzliche Körperverletzung an seiner Ex-Freundin. Da es aber lediglich eine Verwarnung gab, gilt er nicht als vorbestraft. Vorstands-Boss Jan-Christian Dreesen sprach nach dem Vorfall davon, Boateng würde eine Resozialisierung zustehen.
Die Fans der Roten sehen das anders. Es läuft eine Petition gegen den 37-Jährigen, dass es gar nicht erst zur Hospitanz kommt. Die Werte des FC Bayern passen in ihren Augen nicht zu allem, wofür Boateng verurteilt wurde. Die Anti-Boateng-Stimmen, sie mehren sich, immer mehr Anhänger fordern ein Verbot der Rückkehr.
Tränen, Trauer und Unmut: Die emotionalsten Abschiede beim FC Bayern München
„Ich habe absolut nicht den Eindruck, dass irgendein Führungstier sich inhaltlich mit dem Thema auseinandergesetzt oder die Details der Boateng-Gewaltstory wirklich wahrgenommen hat (zum Beispiel den Spiegel-Podcast NDA: Die Akte Kasia Lenhardt oder die Correctiv-Recherchen“, lautet einer der zahlreichen Kommentare unter der Petition.
Die klare Forderung: Sowohl Boateng als auch der FC Bayern müssten zugeben, dass von Seiten des Spielers schwere Fehler begangen worden sind. Dass es weitere Aktionen gegen Boateng geben wird, ist nicht ausgeschlossen. Angesprochen wird daher vor allem die Jahreshauptversammlung am 2. November. Ob es hier zu Protesten kommt?
In der offiziellen Petition jedenfalls steht geschrieben: „Wenn der Präsident an diesem Tag von seinen Mitgliedern wiedergewählt werden will, muss er sich auch für deren Belange in seiner Arbeit im Verein einsetzen. Und als Vertreter des größten deutschen Fußballvereins nicht nur für den FC Bayern, sondern auch für nachhaltige, unabhängige Strukturen im Umgang mit misogyner Gewalt in der Bundesliga.“ Langweilig dürfte es am 2. November daher nicht zugehen. (is)