Neuer-Nachfolge: So sieht die Torwartstrategie des FC Bayern aus
VonPeter Grad
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Die Spekulationen um die Verpflichtung eines teuren Top-Torhüters nehmen kein Ende – doch die Verantwortlichen des FC Bayern bewerten die Situation intern offenbar ganz anders.
München - Laut BILD soll sich an der Säbener Straße immer mehr ein eindeutiges Bild abzeichnen: Die Verantwortlichen beim FC Bayern haben sich auf eine langfristige Torwartstrategie festgelegt und setzen dabei konsequent auf interne Lösungen anstelle von sündteuren Neuverpflichtungen. Extern wurde stets eher mit einem großen Transfer auf dieser strategisch so wichtigen Position gerechnet.
Doch das wird wohl sobald nicht passieren. „Die Bayern sind nicht interessiert“, betont BILD-Chefreporter Tobi Altschäffl mit Blick auf den viel gehandelten Mike Maignan. Der aktuelle französische Nationalkeeper, dessen Vertrag beim AC Mailand ausläuft und der zu den begehrtesten Torhütern Europas gezählt wird, spielt in den FCB-Überlegungen offensichtlich keine Rolle.
Der 22-jährige Urbig überzeugt in Stuttgart erneut auf ganzer Linie
Stattdessen liegt der Fokus der künftigen Torwartplanungen des FC Bayern bei Jonas Urbig. Der 22-Jährige hat mit einem starken Auftritt beim 5:0-Sieg im Südschlager beim VfB Stuttgart noch einmal unterstrichen, dass er schon jetzt in der Lage ist, den fünfmaligen Welttorhüter Manuel Neuer adäquat zu ersetzen. „Man hört ganz klar raus: Urbig ist die erste Option“, so Altschäffl.
Damit folgt der FC Bayern einer langfristig angelegten Philosophie: Entwicklung anstelle eines teuren Transfers eines externen Top-Keepers, der den Aufstieg des Youngsters blockieren würde. Dabei soll der 39-jährige Neuer den Übergang begleiten. „Mit Neuer soll noch mal ein Jahr verlängert werden“, bestätigt Altschäffl. Der Kapitän bleibt damit eine Stütze beim geplanten Generationswechsel.
FC Bayern nimmt VfB auseinander: Gleich vier Stars mit Bestnote
Weniger positiv sind die Perspektiven des zum VfB ausgeliehenen Nationaltorhüters Alexander Nübel. Der 29-Jährige scheint keine realistischen Zukunftschancen beim Rekordmeister zu haben. „Für Nübel schaut es eher schlecht aus“, so Altschäffl deutlich. Der Schlussmann soll nicht Teil des langfristigen FCB-Plans sein – und dürfte im Sommer endgültig verkauft werden. Bei der 0:5-Pleite patzte der frühere Schalker zudem mehrmals.
Beim israelischen Nationalkeeper Daniel Peretz, der derzeit in Hamburg auch keine einfache Zeit durchlebt, ist die Situation wohl weniger klar. Nach seiner Leihe zum HSV bleibt offen, „wohin die Reise geht“, so BILD-Kollege Christian Falk. Jedoch soll er zumindest vorerst in den internen Gedankenspielen des Rekordmeisters bleiben.
Die mit Abstand größten Aussichten, langfristig der Stammtorhüter des FCB zu werden, besitzt jedoch eindeutig der frühere deutsche U21-Nationalkeeper Jonas Urbig. Nicht zuletzt Neuer selbst hält sehr große Stücke auf die Qualitäten des früheren Kölners. So betont Falk: „Wenn selbst Manuel Neuer erklärt, dass er Urbig hoch einschätzt und ihm diese Nachfolge zutraut, das heißt schon mal einiges.“