Von Peter Grad
schließen
Aktuell wird viel spekuliert, ob Manuel Neuer noch eine Saison beim FC Bayern dranhängen wird. Der Torwart hat bezüglich seiner Nachfolge eine klare Vorstellung.
München – Während er selbst erst im Frühjahr über eine mögliche Fortsetzung seiner grandiosen Karriere entscheiden möchte, stellt Manuel Neuer seinem Teamkollegen Jonas Urbig eine bemerkenswert klare Zukunftsprognose: Er sieht den hochtalentierten 22-Jährigen als künftige Nummer 1 des FC Bayern . Im Interview mit Sky verdeutlicht der Kapitän des deutschen Rekordmeisters, wie sehr er seinen jungen Kollegen schätzt und wie er selbst dessen Entwicklung unterstützt.
Noch gibt Manuel Neuer als FCB-Kapitän die Anweisungen auf dem Platz.
© IMAGO/Markus Ulmer
Der 39-Jährige zur aktuellen Situation an der Säbener Straße: „Es macht sehr viel Spaß, in unserer Torwartgruppe zusammenzuarbeiten. Es ist für ihn kein Problem, dass er meine Nachfolge antreten kann und wird “, so der Weltmeister von 2014 über das große Selbstvertrauen seines potenziellen Nachfolgers. Dabei wird einmal mehr der Plan der FCB -Verantwortlichen deutlich, dass der vielleicht beste Keeper der Fußballgeschichte den Generationenwechsel im eigenen Verein sogar aktiv unterstützt.
Neuer soll seinen FCB-Nachfolger selbst aufbauen Der Support für den Youngster sei innerhalb der Torwartgruppe laut Neuer riesig: „Die Unterstützung hat er auf jeden Fall von Sven und von mir. Wir sind ein gutes Team.“ Damit betont der langjährige FCB-Torwart (seit 2011) erneut, was an der Säbener Straße besonders wichtig ist: ein harmonisches, konkurrenzfähiges Trio mit klaren Rollen – und einem ausgeprägten Teamspirit.
Mit den beiden Leih-Rückkehrern Alexander Nübel (VfB Stuttgart ) und Daniel Peretz (Hamburger SV ) stünden im kommenden Sommer 2026 zwei weitere Alternativen parat. Für Neuer wird jedoch Urbig das Rennen machen: „Er hat in den Spielen schon gezeigt, dass er es kann, und das wird er noch weiter tun.“
Messi nach Jahren der Demütigung wieder erfolgreich gegen Müller Nach dem 3:1-Sieg mit Inter Miami jubelt Lionel Messi über den MLS-Titel. Der Gewinn der Meisterschaft ist gleichzeitig einer der seltenen Siege, die der Argentinier über Ex-FCB-Star Thomas Müller erringen konnte. © IMAGO/ABACAPRESS Während die andere Seite jubelte, liefen bei Thomas Müller die Tränen. Das verlorene MLS-Finale war zu einer großen Wahrscheinlichkeit der Abschluss einer langen Historie zwischen Lionel Messi und Müller, der auf große Spiele zurückblicken lässt. © IMAGO/Icon Sportswire Beim ersten Aufeinandertreffen mit Lionel Messi am 3. März 2010, hatte der argentinische Superstar für Thomas Müller wohl eine geringe Priorität. Denn es war sein erstes Länderspiel für die DFB-Elf, und das gleich von Beginn an. Ganze 67 Minuten durfte er ran, dann wurde er für Toni Kroos ausgewechselt. © IMAGO/Team 2 Lionel Messi hatte zu diesem Zeitpunkt hingegen schon 45 Länderspiele in den Knochen. Dementsprechend unbeeindruckt zeigte er sich beim 1:0-Sieg der Argentinier in München beim Anblick von Serdar Tasci in der DFB-Abwehr. © IMAGO/MIS Diego Maradona und Thomas Müller klatschen sich ab. Nach der DFB-Niederlage holte sich Müller noch den Handschlag von Diego Maradona, damals Coach der Argentinier, ab. Dass der hier seinem Gegenüber nicht ins Gesicht schaute, sollte sich später noch rächen. Bei der anschließenden Pressekonferenz hielt Maradona den Bayern-Star für einen Balljungen. © IMAGO/Eibner Thomas Müller trifft ins Tor von Argentinien. Er wird von einem Verteidiger verfolgt und der Torhüter ist bereits am Boden. Der Ball kurz vor der Torlinie. Spätestens nach dem Viertelfinale der Fußball-WM der Männer 2010 in Südafrika, dürfte sich Müller bei Maradona eingeprägt haben. Maradonas Team musste eine 0:4-Niederlage hinnehmen, inklusive eines Tors von Thomas Müller. © IMAGO/Horstmüller Müller führt den Ball. Hinter ihm ist Messi, der resigniert abstoppt. Mit von der Partie war auch Lionel Messi. Doch der Dribbelkünstler wurde ausgerechnet von dem teils als ungelenk bezeichneten Müller zur Trainingsstange degradiert. © IMAGO/Allstar Müller dreht jubelnd nach seinem Tor gegen Argentinien ab. Der Jubel gegen Messis Argentinier war für Müller nicht der einzige Moment der Freude während der Männer-WM 2010. Fünf Tore und drei Assists brachten Müller die Torjägerkanone ein. © IMAGO/Newscom World Thomas Müller klatscht mit Marc-André ter Stegen beim Wechsel ab. Im Hintergrund steht ein sichtlich genervter Joachim Löw. Das nächste Duell zwischen Messi und Müller gestaltete sich dann deutlich kürzer. Weil Ron-Robert Zieler beim Freundschaftsspiel im August 2012 früh die Rote Karte sah, musste Müller in der 32. Spielminute für Ersatztorhüter Marc-André ter Stegen weichen. © IMAGO/DeFodi Messi holt am Elfmeterpunkt zum Schuss aus. Dem direkt folgenden Strafstoß nahm sich dann natürlich Messi an – und scheiterte mit einem laschen Schüsschen an ter Stegen. © IMAGO/Ulmer/Cremer Lionel Messi von hinten zeigt mit beiden Zeigefingern Richtung Himmel. In der 52. Minute gelang Lionel Messi dann doch noch sein Treffer. Und damit ein Beitrag zum 3:1-Sieg über die DFB-Elf. Seine Jubelpose sollte jedoch gerade in Duellen mit der Beteiligung von Thomas Müller eine Seltenheit sein. © IMAGO/Laci Perenyi Thomas Müller jubelt gemeinsam mit Mario Gomez und Franck Ribéry nach seinem Tor gegen den FC Barcelona. Deutlich häufiger sah man Thomas Müller jubeln. So wie hier, beim ersten Aufeinandertreffen der Vereinsteams der beiden. Im Halbfinal-Hinspiel der Champions-League-Saison 2012/13 schnürte Müller einen Doppelpack und trug so maßgeblich zum 4:0-Heimsieg bei. © IMAGO/Pro Shots Lionel Messi fasst sich alleinstehend und auf dem Boden blicken in die Haare. Umgekehrtes Bild auf der anderen Seite. Der gerade erst von einer Oberschenkelverletzung genesene Messi musste die gesamte Spieldauer in München ran. Einen Ausschlag konnte er nicht geben. © IMAGO/Newscom World Thomas Müller springt in einen Ball, den Barca-Keeper Victor Valdes nur in höchster Not wegschlagen kann. Im Rückspiel des Halbfinals war dann nur noch einer der beiden Superstars dabei. Der dafür mit vollem Körpereinsatz. Thomas Müller trug damit zum ungefährdeten 3:0-Sieg im Rückspiel bei. © IMAGO/Cordon Press/Miguelez Sports Lionel Messi sitzt tief eingesunken auf der Bank. Messi, wohl als Edeljoker gedacht, sollte doch noch ein Wunder geschehen, verfolgte das Halbfinal-Aus seines Teams von der Bank aus. Die Bayern veredelten die beiden Gala-Auftritt im CL-Halbfinale schlussendlich im Finale gegen Borussia Dortmund. © IMAGO/Hard/David Hagemann Messi führt den Ball. Dicht hinter ihm ist Thomas Müller. Während Messi beim vorangegangenen Aufeinandertreffen noch 90 Minuten auf der Bank saß, duellierten sich beide im Juli 2014 über die maximal mögliche Spieldauer. Im Finale der Herren-WM 2014 spielten beide Superstars bis zum Ende der Verlängerung. © IMAGO/AFLOSPORT Thomas Müller diskutiert mit mehreren Argentiniern und zeigt mit dem Finger auf Javier Mascherano. Im WM-Finale ließ sich dann sogar ein Thomas Müller kurz mal aus der Ruhe bringen. Beim Wortgefecht mit Javier Mascherano (hinter Lavezzi) musste Ex-Bayern-Verteidiger Martin Demichelis die Wogen glätten. © IMAGO/Imagn Images Thomas Müller hebt den WM-Pokal in die Höhe. Hinter ihm sitzen die anderen Spieler der deutschen Nationalmannschaft auf dem Boden. Der Ausgang ist wohlbekannt. Am Ende siegte die DFB-Elf durch den Treffer von Mario Götze in der 113. Minute mit 1:0 gegen Argentinien und setzte sich so die ganz große Fußball-Krone auf. Thomas Müller ließ es danach mächtig krachen. © IMAGO/Imagn Images Lionel Messi steht, umgeben vom Schiedsrichtergespann, an der Seitenlinie. Des einen Freud, des anderen Leid. Während die DFB-Elf um Thomas Müller feierte, stand Lionel Messi – wieder einmal nach einem Duell mit Müller – bedröppelt herum. Beinahe ebenso angefasst von der Niederlage des argentinischen Superstars zeigte sich das Schiedsrichtergespann. © IMAGO/BSR Agency Lionel Messi jubelt mit geballten Fäusten an der Eckfahne. Nicht einmal ein Jahr später gelang Messi dann doch noch einmal ein Erfolg gegen ein Müller-Team. Im Halbfinal-Hinspiel der Champions-League-Saison 2014/15 erzielte der Argentinier einen Doppelpack (77./80.). © IMAGO/AFLOSPORT Lionel Messi dribbelt, währende Jerome Boateng nach hinten umfällt. Welche Glanzleistung Messi in diesem Spiel ablieferte, zeigt auch, dass er eine Szene produzierte, die sich ins kollektive Fußballgedächtnis brannte. Auf dem Weg zu seinem zweiten Treffer führte er Jérôme Boateng so vor, dass Videos von der Aktion als Sinnbild für schlechte Abwehrleistung herhalten müssen. © IMAGO/Xinhua Thomas Müller winkt wütend ab. Ebenso sinnbildlich wie Boatengs Kniefall steht diese Müller-Geste für die Niederlage der Bayern im Camp Nou. Als einziger Bayern-Spieler wurde er in der Partie ausgewechselt. Beim Stand von 0:1 kam Mario Götze für ihn in die Partie. Danach setzte es noch zwei Gegentreffer. © IMAGO/DeFodi Thomas Müller ist von hinten zu sehen. Sein Ball fliegt in Richtung Tor. Dort macht sich Marc-André ter Stegen zu einer Parade bereit. Im Rückspiel – wieder standen Müller und Messi in der Startelf – konnten die Münchner den Spieß nicht mehr herumdrehen. Müller gelang zwar in der 74. Minute noch der 3:2-Siegtreffer für die Bayern, doch die 0:3-Niederlage aus dem Hinspiel machte auch das nicht mehr wett. © IMAGO/Sven Simon Messi dribbelt gegen Thiago und Sebastian Rode. Messi hingegen führte sein Team nicht nur zum Weiterkommen ins Finale der Champions League, sondern schlussendlich auch zum Titel. In Berlin gewannen die Katalanen mit 3:1 gegen Juventus Turin. © IMAGO/Laci Perenyi Thomas Müller schießt unter Bedrängnis auf das Tor von Marc-André ter Stegen. Erst über fünf Jahre später sollten Lionel Messi und Thomas Müller wieder aufeinandertreffen. Dafür unter ganz besonderen Bedingungen. Aufgrund der Covid-Pandemie wurde das Viertelfinale der Champions League 2019/20 erst im August 2020 und unter Fan-Ausschluss ausgetragen. Dazu spielten der FC Barcelona und Bayern München das Spiel im K.o.-Modus, also ohne Rückspiel. © IMAGO/Poolfoto UCL Thomas Müller grätscht gegen Lionel Messi. Auch dank eines einsatzfreudigen Müllers gelang den Bayern der historische 8:2-Sieg gegen Messis Barcelona. Schon in der ersten Hälfte schnürte Müller einen Doppelpack, kurz vor Spielende steuerte er zusätzlich einen Assist bei. Messi hingegen war das Spiel über faktisch abgemeldet. © IMAGO/Poolfoto UCL Lionel Messi steht allein auf weiter Flur auf dem Feld und fasst sich verzweifelt in die Haare. Während die Münchner am Ende gar den Champions-League-Titel bejubelten, war für Messi damit schon im Viertelfinale Schluss. Und so stand dieser – wieder einmal – einsam und verlassen, mit Blick nach unten und Hand in den Haaren auf dem Spielfeld. © IMAGO/Bestimage Thomas Müller sitzt lachend auf der Auswechselbank. Kurz darauf wechselte Lionel Messi den Klub, doch hatte auch dort wenig zu lachen gegen die Bayern und Thomas Müller. Dabei fungierte Müller im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals 2022/23 gegen Paris Saint Germain zunächst nur als Edeljoker. © IMAGO/Eibner Müller hält Messi von hinten fest. Obwohl erst in der 76. Spielminute eingewechselt, reichte Müller das, um Messi ordentlich auf den Senkel zu gehen. © IMAGO/Revierfoto Thomas Müller und weitere Bayern-Spieler schauen in Richtung Fank-Kurze und klatschen. Und so trug auch Thomas Müller dazu bei, dass nach dem Hinspiel in Paris ein 1:0-Erfolg gefeiert werden konnte. © IMAGO/kolbert-press Thomas Müller grätscht gegen Lionel Messi. Im Rückspiel durfte Müller dann gleich von Beginn an ran und führte seine Elf sogar mit der Kapitänsbinde aufs Feld. Messi, mittlerweile auch etwas in die Jahre gekommen, tat sich dabei sichtlich schwerer, den Grätschen der Gegner zu entkommen, als einige Jahre zuvor. © IMAGO/Imagebroker Thomas Müller jubelt mit ausgestreckter Faust kurz vor der Auswechselbank. Final gejubelt wurde dann aber auch bei Müller erst kurz nach seiner Auswechslung. In der 89. Minute gelang Serge Gnabry der alles entscheidende Treffer zum 2:0 für die Bayern. Somit zogen die Münchner mit einem 3:0 nach Hin- und Rückspiel in die nächste Runde ein. © IMAGO/Moritz Müller Lionel Messi steht alleine auf dem Feld der Allianz Arena. Und Messi? Der zeigte sich mal wieder als einsamer Verlierer auf dem Feld. Erst jetzt, nach dem MLS-Finale, durfte er doch noch einmal gegen Müller jubeln. © IMAGO/Ulrich Hufnagel Der Youngster überzeugte in den bisherigen 15 Einsätzen durch Ruhe, einen hervorragenden Spielaufbau und starke Reflexe – Eigenschaften, die für einen Schlussmann beim FC Bayern unbedingt nötig sind. Dies wird bis zur „Staffelübergabe“ weiter gefördert. So der zweimaligen CL-Sieger zur Trainingsarbeit mit seinen Kollegen: „Wir supporten uns tagtäglich, wir versuchen immer, an unsere Grenze zu gehen, damit man die Latte auch ein wenig höher hängt.“
Wann Urbig tatsächlich die Nachfolge von Neuer antreten wird, ist noch offen. Dieser hält sich bezüglich seiner Zukunft noch bedeckt: „Ich würde mir da auch Zeit lassen. Es geht wirklich dann auch um den Moment, um zu sagen: Okay, wie geht es meinem Körper? Was macht die Gesundheit? Macht es Sinn, weiterzumachen? Und diese Entscheidung, die muss ich noch ein wenig herauszögern.“
Rubriklistenbild: © IMAGO/Markus Ulmer