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Die DFL hat dem VfB Stuttgart bezüglich des Porsche-Einstiegs offenbar grünes Licht gegeben. Aber ein Knackpunkt brachte die Verantwortlichen ins Schwitzen.
Stuttgart - Das hatten sich die Verantwortlichen des VfB Stuttgart wahrlich anders vorgestellt. Im Juni vergangenen Jahres präsentierten sie im Rahmen einer Pressekonferenz das württembergische Weltmarkenbündnis, wobei der 41,5 Millionen Euro schwere Einstieg von Porsche als Investor im Mittelpunkt stand.
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VfB Stuttgart wartet seit Monaten auf den Porsche-Einstieg
Ein Coup, der damals auffälligerweise im Konjunktiv verkündet wurde, worauf anwesende Journalisten – selbstverständlich – hinwiesen. Abgeschlossen war der Deal nämlich nicht, lediglich eine Absichtserklärung zwischen den Parteien war zu diesem Zeitpunkt unterschrieben worden. Hintergrund der vorzeitigen Präsentation war, dass der VfB den Medien zuvorkommen wollte.
Dennoch sollte bis Ende Juli alles unter Dach und Fach sein, kündigte zumindest VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle an. Monate später lässt der Abschluss des Deals allerdings weiter auf sich warten. Besonders ein Punkt in der Satzung der DFL sorgte für Diskussionen.
Denn der Deal zwischen Porsche und dem VfB könnte grundsätzlich der Satzung der Deutschen Fußball Liga widersprechen. Demnach darf kein Unternehmen an mehr als einem Klub aus der ersten und zweiten Liga beteiligt sein, wenn die Beteiligung mehr als zehn Prozent beträgt.
VfB sorgt für Grundsatzdiskussionen bei der DFL
Ein Knackpunkt, der den VfB ins Schwitzen brachte, weil der Porsche-Mutterkonzern VW hundert Prozent der Anteile beim VfL Wolfsburg innehat und die Porsche AG – zumindest vorerst – auch mit mehr als zehn Prozent beim schwäbischen Traditionsklub einsteigen will. Dies sorgte bei der DFL für eine Grundsatzdebatte, da man ungern die eigenen Regeln brechen würde, berichtet die Stuttgarter Zeitung.
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Allerdings sieht der Plan des VfB vor, weitere Anteile zu veräußern, um die eigens gesetzte Grenze von 24,9 Prozent auszuschöpfen. Aktuell sind Mercedes (11,6 Prozent) und Jako (1,16 Prozent) an der AG des Vereins beteiligt. Mit dem Porsche-Einstieg bleiben den Stuttgartern also noch rund drei Prozent der Anteile, die verkauft werden sollen. Da jede Veräußerung die Anteile verwässert, würde schließlich die Porsche-Beteiligung unter zehn Prozent sinken, womit die DFL anscheinend zufriedengestellt wurde.
So berichtet der kicker, dass die Deutsche Fußball Liga dem VfB bezüglich des Porsche-Einstiegs grünes Licht gegeben haben soll. Dies dürfte auch bei Porsche für Erleichterung sorgen, denn beim Hersteller von Luxusautos soll man sich laut StZ bereits über die Wartezeit gewundert haben. Letztlich scheint aber alles gutzugehen, wenngleich die Kommunikation rund um den Deal Luft nach oben lässt.
Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Marijan Murat

