„Außergewöhnlicher Mensch“: DSV in tiefer Trauer nach Laura Dahlmeiers Tod
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David Heermann
Andreas Knobloch
Luca Hartmann
Andreas Reiners
Laura Dahlmeier ist bei einem Bergunfall ums Leben gekommen. Die ehemalige Biathletin ist tot, der Deutsche Skiverband reagiert mit emotionalen Worten.
Update vom 31. Juli, 6.56: In der ZDF-Doku „Laura Dahlmeier: Ein Leben für Biathlon und Berge“ ringt Biathlon-Legende Sven Fischer um Fassung. Der 54-Jährige über Laura Dahlmeier: „Es fällt mir schwer Worte zu finden. Für den Verlust, der so tief sitzt. Laura war nicht nur eine bemerkenswerte und mitreißende Kollegin, sondern auch eine Freundin, wie man es sich wünscht.“
Update vom 30. Juli, 22.15 Uhr: Die Sportwelt trägt weiter Trauer. Nach dem Tod von Laura Dahlmeier haben sich nun auch alte Weggefährten aus dem Wintersport zu Wort gemeldet, darunter ist auch der ehemalige Biathlon-Star und Ex-Bundestagsabgeordneter, Frank Ullrich.
Ex-Biathlon-Star Ullrich mit rührenden Worten nach Dahlmeier-Nachricht: „Ruhe in Frieden in deinen geliebten Bergen“
Der heute 67-Jährige erlebte 1982 selbst einen schweren Schicksalsschlag, musste seine Ehefrau beerdigen. Der Tod von Laura Dahlmeier geht Ullrich nahe, das zeigt sein emotionales Statement. „Ruhe in Frieden in deinen geliebten Bergen, liebe Laura! Bis zum Schluss haben wir gehofft, gebangt und dir unzählige Schutzengel nach Pakistan geschickt. Viel zu früh bist du nach einem tragischen Bergunglück von uns gegangen.“ Ein schwacher Trost, dass die 31-Jährigen ihren Frieden nun dort findet, wo sie sich am wohlsten gefühlt hat – in den Bergen.
Der ehemalige Biathlon-Herren-Bundestrainer beklagt den Verlust, den Dahlmeiers Tod für alle darstellt. „Mit deinem Tod verlieren wir eine außergewöhnliche Persönlichkeit, eine Ausnahmeathletin, einen Familienmenschen und ein großes Vorbild. Mit deiner sympathischen und herzlichen Art hast du in der Biathlonfamilie und weit darüber hinaus unzählige Herzen berührt. Deine Liebe zum Sport war spürbar in allem, was du getan hast.“
Laura Dahlmeier bei Bergtour tödlich verunglückt – private Aufnahmen ihrer gefährlichen Leidenschaft
„Große Sympathieträgerin“: Laura Dahlmeier wird in ihrer Heimat verehrt
Update vom 30. Juli, 20.10 Uhr: Dahlmeier stammte aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Auch dort trauert man um die beliebte Ex-Biathletin. „Es ist einfach unfassbar. Ich habe das Gefühl, dass das gar nicht stimmen kann. Ich habe mir die ganze Zeit gedacht: Nein, das ist ein Schmarrn, sie kommt sicher wieder“, sagte ihre ehemalige Weggefährtin Magdalena Holzer, die alle als Magdalena Neuner kennen.
Auch Bürgermeisterin Elisabeth Koch kann es noch nicht ganz fassen: „Wir verlieren nicht nur eine Ausnahmepersönlichkeit, sondern einen Menschen, der mit Leidenschaft, Mut und Bescheidenheit weit über den Sport hinaus gewirkt hat.“ Auch Landrat Anton Speer unterstrich, wie beliebt Dahlmeier war: „Wir haben viele gute Sportler, aber sie war eine große Sympathieträgerin für den Landkreis. Jeder mochte sie.“ In der Region machte sie natürlich auch die ersten Schritte zum Biathlon-Star.
„Es ist schrecklich“, sagt Bernhard Kröll, der als Mentor und Schmied des Talents von Laura Dahlmeier gilt. „Ich hatte einfach das große Glück, dass ich sie zehn Jahre lang begleiten durfte.“ Und auch der Präsident des Skiclub Partenkirchen, Michael Maurer wird die große Sympathieträgerin nicht vergessen: „Laura gehört zur Familie des Skiclubs, schon ihre Eltern und Großeltern waren beim SCP.“
Update vom 30. Juli, 16.30 Uhr: Nach dem tragischen Tod von Laura Dahlmeier haben sich inzwischen auch die ranghöchsten Politiker des Landes zu Wort gemeldet und der ehemaligen Weltklasse-Biathletin gedacht. „Laura Dahlmeier war eine Botschafterin unseres Landes in der Welt, ein Vorbild für ein friedliches, fröhliches und faires Miteinander über Grenzen hinweg. So wird sie mir, so wird sie vielen Menschen in unserem Land in Erinnerung bleiben“, schrieb etwa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte Dahlmeier in den höchsten Tönen: „Als Weltmeisterin und Olympiasiegerin vollbrachte sie Leistungen, die in die Biathlon-Geschichte unseres Landes eingegangen sind. Die traurige Gewissheit über den Tod von Laura Dahlmeier macht mich sehr betroffen. Wir trauern mit ihren Angehörigen, Freunden und Weggefährten“, schrieb Merz bei X. Als „Königin des Wintersports“ bezeichnete sie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. „Die Berge waren seit Kindestagen ihr zweites Zuhause. Es ist umso tragischer, dass sie ausgerechnet bei ihrem liebsten Hobby das Leben verlor.“
Als Weltmeisterin und Olympiasiegerin vollbrachte sie Leistungen, die in die Biathlon-Geschichte unseres Landes eingegangen sind. Die traurige Gewissheit über den Tod von Laura Dahlmeier macht mich sehr betroffen.
— Bundeskanzler Friedrich Merz (@bundeskanzler) July 30, 2025
Update vom 30. Juli, 15.10 Uhr: Laura Dahlmeier ist tot. Diese traurige Gewissheit vermeldet das Management am Mittwoch, den 30. Juli, um kurz vor 14.30 Uhr. Die 31-Jährige war am Laila Peak im pakistanischen Karakorum-Gebirge von einem Steinschlag getroffen worden. Bergsteigen und Klettern waren ihre große Leidenschaft. Die Bergung des Leichnams sei für die Rettungskräfte unter den aktuellen schwierigen Bedingungen mit Steinschlag und einem Wetterumschwung am Laila Peak mit einem zu hohen Risiko verbunden und nicht realisierbar. Auch eine Bergung per Hubschrauber sei nicht möglich gewesen.
Auf den Tod reagierten schon ersten Weggefährten, allen voran der DSV in der Sparte Biathlon auf Instagram, der Sportart, die Dahlmeier zur Ikone werden ließ. „Wir trauern um unsere ehemalige Athletin und Biathlon-Legende Laura Dahlmeier. Unsere zweifache Olympiasiegerin, siebenfache Weltmeisterin und langjährige Nationalmannschaftskollegin ist bei einer Bergtour in Pakistan tödlich verunglückt. Sie war nicht nur eine der erfolgreichsten Athletinnen in der Geschichte des Deutschen Skiverbandes, sondern auch ein außergewöhnlicher Mensch voller Lebensfreude, Mut und Herzlichkeit - auf und neben der Loipe“, schreibt der DSV auf seiner Seite, hängt ein Schwarz-Weiß-Foto von ihr an und führt aus: „Sie hat uns mit ihrer Leidenschaft für den Sport, ihrer Bodenständigkeit und ihrem ansteckenden Lachen berührt und inspiriert. Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten in diesen schweren Stunden ihrer Familie, ihren Freunden und allen, die ihr nahestanden. Wir werden Laura stets als großartige Sportlerin und wunderbaren Menschen in Erinnerung behalten. Ruhe in Frieden, Laura.“ Auf der Website des Deutschen Skiverbands ist eine noch ausführlichere Stellungnahme.
Der tschechische Biathlonverband kommentierte darunter: „Unsere liebste Konkurrentin. Ruhe in Friedne, Laura“. Auch der norwegische Spitzenathlet Vetle Sjåstad Christiansen kommentierte einem heulenden Emoji samt Herz. Das Biathlonteam der USA kondulierte ebenso.
Bergunglück von Laura Dahlmeier: Ex-Biathletin emotional – „Schocknachricht, kann nur auf ein Wunder hoffen“
Update vom 30. Juli, 9.50 Uhr: Eine, die Laura Dahlmeier von als auch neben der Strecke gut kennt, ist Selina Gasparin. Die Schweizerin war auch Biathletin und ist mittlerweile 41 Jahre alt. Sie hat mit Blick.ch über ihre ehemalige Konkurrentin gesprochen und einige Einblicke zugelassen. Gasparin spricht von einer „Schocknachricht“ und führt aus: „Es hört sich surreal an, wir können nur auf ein Wunder hoffen.“
Bei der WM in Lenzerheide im Februar war Dahlmeier oft in den Schweizer Bergen unterwegs. „Sie kam generell oft nach Graubünden, um hier Wanderungen zu unternehmen. Die Berge sind ihre große Leidenschaft.“ Auch zu der Pakistan-Tour äußert sich Gasparin. Dahlmeier sei regelmäßig „in jenes Gebiet“ geflogen und gilt als „erfahrene Bergsteigerin“, welche die 41-Jährige als „sehr vorsichtig und alles andere als waghalsig kennt“.
Nette Worte hatte Gasparin über den „Naturmensch“ Dahlemeier auch noch übrig: „Mega normal, bodenständig. Ein flotter, lieber Mensch. Sie ist überhaupt nicht abgehoben – und das trotz ihrer frühen Erfolge. Sie hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Doch sie hörte trotzdem schon mit 25 auf. Ihr ging es nicht darum, möglichst lange viel zu verdienen. Sie hat einfach ihr eigenes Ding durchgezogen.“
Laura Dahlmeier nach Bergunglück – Emotionale Reaktionen aus der Sportwelt
Erstmeldung vom 29. Juli, 17.30 Uhr: Karakorum-Gebirge – Große Sorge um den einstigen Biathlon-Superstar Laura Dahlmeier. Sie ist bei einem Bergunfall in Pakistan von Steinschlag getroffen worden. Demnach passierte der Unfall am 28. Juli auf einer Höhe von rund 5.700 Metern im Karakorum-Gebirge in Pakistan. Dahlmeier soll „mindestens schwer verletzt“ sein.
Sorge um Laura Dahlmeier: Keine Lebenszeichen
Ein internationales Bergrettungsteam koordiniere „derzeit die Bergung. Dabei werden sie von erfahrenen internationalen Bergsteigern und Bergsteigerinnen unterstützt, die sich in der Region befinden.“ Aufgrund von Problemen mit der Bergungsarbeit konnte bislang noch niemand zu Dahlmeier vordringen. Bei einem Hubschrauber-Überflug seien keine Lebenszeichen festgestellt worden, heißt es laut der Mitteilung.
Felix Loch zu Laura Dahlmeier: „Wir alle denken an dich“
Dementsprechend groß ist die Sorge bei Sportlern und Wegbegleitern, ob Dahlmeier das Unglück überlebt hat. In den sozialen Netzwerken drückten zahlreiche Sportler ihre Unterstützung aus. „Auf einmal steht die Zeit still. Wir alle denken, an dich Laura“, schrieb beispielsweise Rodler Felix Loch. „In Gedanken bei dir“, schrieb dessen Kollegin Dajana Eitberger. „Wir sind in Gedanken bei dir Laura!“, schrieb Evi Sachenbacher-Stehle. „Ich denke an dich Laura“, schrieb Magdalena Neuner.
„Es ist eine schreckliche und schlimme Nachricht“, sagte Biathlon-Olympiasiegerin Uschi Disl in Bild. Sie hoffe, „dass sie nur verletzt ist und nicht noch Schlimmeres passiert ist. Sie ist eine richtig erfahrene Bergsteigerin und weiß genau, worauf sie sich im Gebirge einstellen muss. Aber die Natur kann man nicht voraussehen, wenn so ein Steinschlag kommt. Jetzt geht es nur darum, dass sie geborgen wird. Ich bin in Gedanken bei ihr“, betonte Disl. Die frühere deutsche Rennrodlerin Natalie Geisenberger brachte es mit zwei Worten auf den Punkt: „Laura! Kämpfe!!“.
Neuner, Shiffrin, Hannawald & Co.: Die erfolgreichsten Wintersportler der Geschichte
Auch auf ihrer Instagram-Seite und auf Facebook mehren sich die Nachrichten minütlich. Fans und Follower drücken die Daumen, dass alles gutgeht. „Bei so vielen guten Wünschen und Schutzengeln hier, muss einfach alles gut sein“, schrieb eine Nutzerin. Eine andere meinte: „Ich hätte jetzt richtig Bock auf ein riesiges Wunder.“
Laura Dahlmeier: Fans beten für verunglückten Ex-Biathlon-Superstar
Nahezu jeder Fan betet für Dahlmeier. „Ich hoffe nur das Beste und drücke alle Daumen, dass du auch diese Hürde nimmst!“, schrieb ein Follower. Ein Fan meinte zudem: „Liebe Laura, ich bete und hoffe das Du dies überstehst. Du bist ein wunderbarer fröhlicher Mensch. Ich denke noch oft an die Zeit in Garmisch zurück wo ich Dich kennenlernen durfte. Meine Gedanken sind ganz fest bei Dir“. Oder: „Puh, das tut so weh. Laura hat mich immer inspirieren können, als Grenzgängerin war sie ein Vorbild in jeglicher Hinsicht. Wir machen eine Kerze an und hoffen.... Bitte lass sie zurückkommen!!!
Dahlmeier hatte sich nach ihrer Biathlon-Karriere den Bergen verschrieben. Allerdings war ihr immer klar, dass das Bergsteigen auch mit gewissen Risiken verbunden ist. Dahlmeiers Ex-Freund Robert Grasegger kam bei einem Unglück in den Bergen ums Leben. (anre)
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