Bayern-Ikone tobt nach Woltemade-Pleite: „Machen alles verkehrt“
VonLuca Hartmann
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Mario Basler geht nach der gescheiterten Woltemade-Verpflichtung des FC Bayern scharf mit seinem Ex-Klub ins Gericht – und bemängelt fehlende Konsequenz.
München – Der aller Voraussicht nach gescheiterte Transfer-Poker um Nick Woltemade sorgt beim FC Bayern weiter für Diskussionen und reichlich Gesprächsbedarf. Nun hat sich der frühere Bayern-Star Mario Basler in seinem Podcast „Basler ballert“ zu Wort gemeldet – und rechnet knallhart mit seinem ehemaligen Verein ab.
Der 56-Jährige kritisiert vor allem die Transferstrategie der Münchner und deren Umgang mit den hohen Ablösesummen. „Sie haben sich vorher beschwert über die Zahlen, die ehemalige Spieler medial reingebracht haben. Und jetzt sind sie aber bereit, so viel Geld zu bezahlen. Das passt ja auch irgendwo nicht zusammen“, wettert Basler gegen die Bayern-Bosse rund um Sportvorstand Max Eberl.
Mario Basler rechnet nach gescheitertem Woltemade-Transfer mit dem FC Bayern an
Hintergrund von Baslers Aussage: Lothar Matthäus hatte vor Wochen eine mögliche Ablösesumme von 80 bis 100 Millionen Euro für Woltemade ins Gespräch gebracht – FCB-Patron Uli Hoeneß reagierte darauf gereizt mit den Worten: „Lothar Matthäus hat nicht alle Tassen im Schrank!“
Trotz der öffentlichen Kritik an den hohen Summen erhöhten die Bayern ihr ursprüngliches Gebot von etwa 40 auf über 60 Millionen Euro. Genau diese Vorgehensweise bringt Basler auf die Palme: „Wenn ich mich dann schon aufrege über ehemalige Spieler, da muss ich auch dann so stabil sein und sagen, okay, mein Preis ist 40 Millionen, ja oder nein. Und nicht Woche für Woche nochmal fünf Millionen drauf.“
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Der Europameister von 1996 und dreimalige Deutsche Meister mit dem FC Bayern fällt schließlich ein vernichtendes Urteil über seinen Ex-Klub: „Da muss sich der FC Bayern hinterfragen, ob sie da in der Causa Woltemade alles richtig machen. Ich sage nein, sie machen alles verkehrt, weil ich kann mich nicht über jemanden beschweren und diese Preise dann doch bezahlen.“
Basler bemängelt fehlende Standfestigkeit des FC Bayern
Basler sieht in der Bayern-Strategie einen grundsätzlichen Fehler: „Sorry, FC Bayern, aber da hätte ich mir ein bisschen mehr Standfestigkeit gewünscht.“ Der Ex-Nationalspieler nannte eine mögliche Ablöse von 60 bis 70 Millionen zwar „völlig übertrieben“ und „unverschämt hoch“, kritisierte aber vor allem die fehlende Konsequenz auf der Seite der Bayern.
Mit seiner Kritik trifft Basler einen wunden Punkt beim Rekordmeister. Die Transferpolitik der vergangenen Wochen wirkte mitunter planlos – erst große Empörung über hohe Summen, dann doch die Bereitschaft, genau diese zu zahlen. Für den ehemaligen Flügelspieler ein klares Zeichen mangelnder Standfestigkeit in der Vereinsführung. (LuHa)