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Der FC Bayern erobert zumindest über Nacht die Tabellenführung. Der Bundesliga-Samstag wird dabei zum wahren Familienfest. Das Arena-Geflüster.
München – Es gab schon größere Jubelstürme vor einem Bundesliga-Heimspiel des FC Bayern als an diesem Samstag. Das Wetter war mit einstelligen Temperaturen und leichtem Nieselregen eher mau und auch der Gegner – bei allem Respekt für Aufsteiger Heidenheim – ließ die Herzen der allermeisten Bayern-Anhänger nicht gerade höher schlagen.
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Arena-Geflüster zum Heidenheim-Spiel: Kein Kantersieg, aber Familienstimmung
Dabei standen die Vorzeichen für das nächste bajuwarische Muskelprahlen so gut wie schon lange nicht mehr. Zumindest statistisch gesehen. Denn für die Mannschaft von Thomas Tuchel war es am 11. Spieltag erst das dritte Mal, dass sie ihre Bundesliga-Partie zur klassischen Uhrzeit am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr austragen durfte.
Die anderen beiden Partien: Ein 7:0 gegen den VfL Bochum am 5. Spieltag und ein 8:0 gegen den SV Darmstadt am 9. Spieltag – beides in der heimischen Allianz Arena. Am 11. Spieltag reichte es zwar „nur“ zu einem 4:2-Erfolg, der familiären Atmosphäre im Münchener Rund tat dies aber bei weitem kein Abbruch.
Kimmich nutzt Rotsperre für Familienausflug: Arena-Geflüster zum Heidenheim-Spiel:
Apropos Familie: Joshua Kimmich nutzte seine Rotsperre für einen Ausflug mit der seinigen. An der Seite von Ehefrau Lina und seinen drei Kindern – das vierte ist bereits im Anflug – nahm der Mittelfeldregisseur in der ersten Halbzeit ein paar Reihen vor den Presseplätzen Platz. Und war dabei mindestens genauso beschäftigt, als würde er seine Teamkollegen auf dem Platz orchestrieren.
Saß zu Beginn des Spiels noch eines der Kinder auf dem Schoss des Papas, wurden in den folgenden 45 Minuten munter die Plätze getauscht. Wie das mit drei Zöglingen halt so ist. In der zweiten Halbzeit war es den Kids dann wohl zu kalt, zumindest tauchte Kimmich zum Finale Furioso allein mit seiner Lina in der Arena auf. Sofort wurde der unter einer Mütze versteckte DFB-Star von einem aufmerksamen Bayern-Fan erkannt und nach einem Foto gefragt. Kimmich kam dem – ganz im Familienmodus – natürlich nach.
Arena-Geflüster zum Heidenheim-Spiel: Neuer mit tierischer Hilfe
Auch Manuel Neuer durfte sich, obwohl er im Gegensatz zu seinem Teamkollegen auf dem Platz stand und lange Zeit nichts zu tun hatte, nicht über mangelnde Begleitung beklagen. Tauchten die in der Allianz Arena allseits bekannten Tauben in der ersten Halbzeit noch vor der Südkurve auf, wechselten sie nach dem Pausentee gemeinsam mit dem Bayern-Kapitän die Seiten und machten es sich vor der Nordkurve gemütlich.
Heidenheim-Angreifer Tim Kleindienst wirkte vor der Pause kurzzeitig gar verwirrt von den tierischen Gästen. Zumindest verstolperte die Nummer zehn der Gäste den Ball, als er in aussichtsreicher Position in Richtung Manuel Neuer lief, die Tauben aber keinerlei Anstalten machten, sich aus dem Weg zu machen.
Kane trotz Doppelpack nicht im Fokus: Arena-Geflüster zum Heidenheim-Spiel:
Den Drei-Minuten-Doppelschlag der Gäste vermochten dann aber nicht mal Neuers Gehilfen zu verhindern. Gut, dass der FC Bayern schnell wieder ein paar Gänge höher schaltete und den vielen Familien einen doch noch erfreulichen Nachmittag bescherte. Und nicht nur auf der Tribüne war die Stimmung nach dem Spiel durchweg zufrieden.
Nach der zumindest kurzzeitigen Eroberung der Tabellenspitze schlenderten zahlreiche Bayern-Stars entspannt durch die Mixed Zone und ließen die wartenden Reporter an ihrer guten Laune teilhaben. Neben Dauergast Thomas Müller hatten an diesem Samstag auch zahlreiche „Spieler der zweiten Reihe“ etwas zu erzählen. Startelf-Debütant Aleksandar Pavlovic, Premieren-Torschütze Raphaël Guerreiro und natürlich Startelf-Rückkehrer Bouna Sarr erfreuten sich allesamt dem ungewohnten Interesse an ihrer Person und versüßten damit auch den Journalisten am Ende den Tag. So verließ der Großteil der 75.000 die Allianz Arena mit einem zufriedenen Gefühl. Wer hätte das ein paar Stunden vorher gedacht? (kk)
Aus der Allianz Arena berichtet Korbinian Kothny.
Rubriklistenbild: © IMAGO / Ulrich Wagner / Xinhua


