VonAlexander Kaindlschließen
Der FC Bayern München erzielte in einer atemberaubenden zweiten Halbzeit acht Tore gegen den SV Darmstadt. Harry Kane glänzte – aber ein Joker ebenfalls.
München – So viel ist klar: Über dieses Tor wird noch lange gesprochen werden. Harry Kane hatte gesehen, dass Darmstadt-Keeper Marcel Schuhen zu weit vor seinem Kasten stand. Also nahm er Maß, holte aus, zog ab – und die Kugel flog wie an einer Schnur gezogen ins Netz der Lilien. Das 5:0 in dieser 69. Minute hat schon jetzt gute Chancen auf das Tor des Jahres.
| Harry Edward Kane | |
|---|---|
| Geboren: | 28. Juli 1993 (Alter 30 Jahre), Walthamstow, Vereinigtes Königreich |
| Position: | Mittelstürmer |
| Vertrag beim FC Bayern München bis: | 30. Juni 2027 |
Harry Kane: Bayern-Star mit drei Toren und einer Vorlage gegen Darmstadt
Treffer wie diese kennt man, vor allem beim FC Bayern München. Klaus Augenthaler hatte 1989 einen ähnlichen erzielt – Tor des Jahrzehnts! Für Kane war es insgesamt ein sehr erfolgreicher Nachmittag, er erzielte seine Saisontore zehn, elf und zwölf. Zudem bereitete er noch einen Treffer vor. Vier Torbeteiligungen in 90 Minuten! Eine Ansage und selbstverständlich die Note 1.
Natürlich durfte Kane nach der Partie den Ball mit nach Hause nehmen, war selbstredend „Man of the Match“. Aber: Auch ein Münchner Kollege lieferte ordentlich ab.
Kane-Wahnsinn gegen Darmstadt: Ein Bayern-Kollege stiehlt ihm trotzdem fast die Show
Thomas Müller geriet bei der Kane-Gala beinahe in Vergessenheit. Wenn es nach den Statistiken zu den Torbeteiligungen geht, stiehlt er dem Engländer aber sogar die Show!
Denn Müller hatte nach seiner Einwechslung in der 65. Minute erst Kanes Traumtor (69.) aufgelegt, dann selbst getroffen (71.) und auch noch das 7:0 von Jamal Musiala vorbereitet (76.). Drei Torbeteiligungen in sieben Minuten – gigantisch.
Thomas Müller und seine Rolle beim FC Bayern München
Müllers Rolle ist beim FC Bayern seit Monaten unverändert. Die Werschätzung ist da, das Vertrauen in seine Qualitäten ebenfalls, die Leistungen und Zahlen stimmen auch. Aber – und das hatte Trainer Thomas Tuchel bereits vor der Partie gesagt – es gibt keinen Grund, etwas an seiner Fabel-Offensive zu verändern.
Das Quartett Musiala-Sané-Coman-Kane funktioniert so gut, dass der Coach den Flow nicht brechen will. Und deshalb bleibt Müller momentan nur die Bank. Wenn er dann aber als Joker in der Lage ist, in sieben Minuten noch drei Scorer zu sammeln, muss man sich auch um den Gemütszustand des Ur-Bayern keine Sorgen machen. (akl)
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