Bayern-Juwel Karl mit ehrlicher Ansage zur WM-Nominierung von Nagelsmann
VonPeter Grad
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Lennart Karl ist der erfolgreichste Jugendliche in der Geschichte der Bayern-Profis. Seit Sonntag ist er volljährig und weiß ganz genau, welches seine Ziele sind.
Seit der Klub-WM in den USA steht Lennart Karl im Profikader des FC Bayern und begeisterte in den vergangenen Monaten die Fußball-Welt. Mit wettbewerbsübergreifend sieben Toren und vier Assists ist er der erfolgreichste Jugendliche in der Historie des deutschen Rekordmeisters im Profifußball. Im Interview mit dem kickerspricht das Supertalent nun über sein großes Ziel: die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada im Sommer.
„Sehr zufrieden, aber es geht natürlich immer mehr. Hoffentlich kann ich noch mehr Tore schießen, noch mehr Assists liefern, noch bessere Leistungen bringen“, so das Fazit des 18-Jährigen über seine ersten acht Monate im FCB-Profikader. Im Bewusstsein seiner Top-Leistungen äußert Karl gegenüber dem Fachmagazin klipp und klar sein ehrgeiziges großes Ziel.
Bislang noch keine Gespräche zwischen Bayern-Juwel Karl und Julian Nagelsmann
Auf die Frage, wo er den kommenden Juni und Juli verbringen werde, reagiert er durchaus selbstbewusst: „Ich weiß, was Sie meinen. Aber für mich zählt einzig, bei Bayern alles zu geben – nur dann kann ich auf eine Nominierung hoffen. Wer nicht auf so etwas hofft, hat im Fußball nichts verloren.“ Ganz eindeutig: Karl möchte für Deutschland bei der WM spielen.
Allerdings hatte der 18-Jährige bislang keinen direkten Kontakt mit Bundestrainer Julian Nagelsmann: „Bislang nicht, nein“. Im Herbst feierte er dagegen ein glänzendes Debüt für die U21 des DFB in der EM-Qualifikation – in seinen ersten beiden Partien erzielte er starke drei Tore. Dort gefiel es ihm auch ausgesprochen gut: „In der U21 war es aber sehr cool mit den ganzen Talenten aus der Bundesliga.“
Einzelkritik gegen Frankfurt: Übler Tritt vermiest Bestnote für Bayern-Star
Dennoch rechnen bereits viele Experten mit Karls Nominierung für die Weltmeisterschaft, auch Karl ist sich bewusst, dass die Erwartungen an ihn enorm gestiegen sind. Er weiß aber schon, wie er damit umgehen muss: „Die Kunst ist, das Drumherum nicht an mich heranzulassen“. Gerade über die Social Media bekomme er vieles mit, auch wenn er selbst kaum noch etwas postet. Seine eigene Situation ordnet er sehr realistisch ein: „In meinem Alter kann ich nicht in jedem Spiel bei hundert Prozent sein, das ist völlig normal, denke ich.“
FCB-Chefcoach Vincent Kompany hat zuletzt wiederholt kundgetan, dass auf den Youngster von Vereinsseite überhaupt kein Druck ausgeübt würde. Dennoch äußert sich Karl dazu: „Ab und zu ist es schon schwierig, das muss ich sagen. Von außen prasselt viel auf einen ein, von den Medien, über die sozialen Netzwerke. Das muss man einfach ausblenden, aber das geht nicht immer.“
Lennart Karl weiß ganz genau: Wenn er für die Weltmeisterschaft nominiert werden will, muss er regelmäßig starke Leistungen im Verein zeigen. Dass das nicht immer ein Selbstläufer und teilweise gar nicht möglich ist, führte ihm die letzte Bundesliga-Partie des Rekordmeisters vor Augen: Beim 3:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt bekam er von Kompany keine Spielminute. Der Hauptgrund: FCB-Superstar Jamal Musiala kommt nach seiner halbjährigen Verletzungspause immer besser in Schwung und erhält damit zunehmend Einsatzzeiten. Karls Traum lebt dennoch – aber der Weg ist ein dornenreicher.