Bayern-Juwel Dreh- und Angelpunkt in der Offensive
Bayern-Talente im Duell: Von wegen Messi! Übertrifft Karl bald Musiala?
VonManuel Bonke
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Florian Schimak
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Das neue FC Bayern-Juwel Lennart Karl muss Messi-Vergleiche kommentieren. Seine Entwicklung lässt vermuten, dass er sogar an Musialas Qualitäten vorbeizieht.
München – Als Lennart Karl nach seinem Gala-Auftritt gegen Freiburg an das Sky-Mikrofon trat, wurde er auf Vergleiche mit Lionel Messi angesprochen. Das Bayern-Juwel antwortete trocken: „Natürlich darf man mich mit Messi vergleichen, das sagen sehr viele. Ich finde aber nicht, dass man mich mit Messi vergleichen kann. Messi ist ganz oben, dahin habe ich noch einen langen Weg. Messi ist mein Vorbild.“
Gleich zwei Stars verdienen sich die 1: Bayern-Noten gegen Freiburg
Markige Worte für einen 17-Jährigen, der in der aktuellen Saison auf 14 Pflichtspiele im Profi-Bereich kommt. Man darf die Sätze von Karl allerdings nicht zu hoch hängen, der Linksfuß fing sie in den Katakomben der Allianz Arena noch selbst ein und relativierte: Er könne sich jetzt noch nicht mit Messi vergleichen, das sei etwas ganz anderes. Er sehe die Ähnlichkeit eher in der Tatsache, dass er wie der Argentinier Linksfuß sei.
Trotzdem ist es beeindruckend, wie Karl das Münchner Spiel gegen Freiburg an sich riss. Immer wieder forderte der Offensivspieler die Bälle, brachte sich für Doppelpässe in Position und hatte einen enormen Zug zum Tor. Oder um es mit den Worten von Mannschaftskollege Aleksandar Pavlovic zu formulieren: „Er ist ein geiler Zocker. Mit so viel Selbstvertrauen in dem Alter habe ich noch keinen Mitspieler erlebt.“
Nicht mal Jamal Musiala konnte in diesem Alter mithalten. Zum Vergleich: Als Musiala seine erste richtige Profi-Spielzeit in der Saison 2020/2021 absolvierte, kam er am Ende auf 26 Bundesliga-Einsätze (sechs Treffer), sechs Champions-League-Auftritte (ein Treffer) und zwei Pokalspiele. Zu diesem Zeitpunkt war Musiala bereits volljährig und ließ seine Ausnahmefähigkeiten am Ball und im Dribbling regelmäßig aufblitzen – er hatte aber nicht die Vollstrecker-Qualitäten, die das Spiel von Karl auszeichnen. Killer Karl!
Kann „Lenny“ sogar besser als Musiala werden? Das sollte man per se nicht ausschließen. Vorausgesetzt, Karl bleibt im Kopf klar und hebt nicht ab. Hier sind vor allem das Umfeld des Bayern-Überfliegers um Berater Michael Ballack gefordert. Gelingt das, stehen alle Türen offen – auch zur Weltmeisterschaft 2026?
Dann kommt Nagelsmann nicht um eine WM-Nominierung
Wenn Karl so weiterspielt, kommt Bundestrainer Julian Nagelsmann wohl nicht um eine Nominierung herum. Das sieht Karl übrigens ähnlich: „Ich muss einfach meine Leistung zeigen und dann mal schauen, was Julian macht. Ich muss einfach jedes Spiel meine Leistung zeigen – und dann wird es schon irgendwie klappen.“
Und bis es so weit ist, soll sich das Eigengewächs laut Trainer Vincent Kompany ruhig über den aktuellen Hype freuen: „Ich finde es so wichtig, dass der Junge diese Phase genießt.“ (bok, smk, kf)