Manuel Neuer zeigt Verantwortung für den Übergang im Bayern-Tor
VonPeter Grad
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Manuel Neuer äußert sich zur derzeitigen Torwartsituation beim FC Bayern und erklärt dabei seine eigene Rolle beim Übergang zur neuen Generation.
München – Im Youtube-Gespräch bei At Broski – Die Sport-Show gibt der fünfmalige Welttorhüter Manuel Neuer Einblicke über Verantwortung, Teamgeist und die besondere Dynamik auf der Torhüterposition beim deutschen Rekordmeister. Dabei sieht sich der 39-Jährige keineswegs mehr ausschließlich als die Nummer 1, sondern in zunehmenden Maße auch als Mentor und Stabilitätsfaktor für die zukünftige Situation im Bayern-Tor.
„Ich kenne auch die andere Seite, wenn man kämpfen muss“, so der Weltmeister von 2014 und erinnert sich dabei an seinen eigenen Start: Der Weg aus der U19 in den Profibereich, die Rolle als dritter Torwart und das Warten auf die eigene Chance – alles Erfahrungen, die ihn bis heute prägen. Genau dieses Wissen will Neuer nun an die nächste Generation weitervermitteln.
Neuer will den FC Bayern auch künftig auf seiner Position gut aufgestellt sehen
Der Kapitän des Rekordmeisters sieht sich dabei in der Pflicht, den Verein so zu unterstützen, dass die Torwartposition auch langfristig bestens besetzt ist. Längst geht es Neuer nicht mehr ausschließlich um seine Einsatzminuten, sondern vielmehr um das Kollektiv: „Wir sehen uns als Einheit“, sagt er über das derzeitige Torwartteam, zu dem neben ihm auch sein langjähriger Vertreter Sven Ulreich und Jonas Urbig gehören.
Urbig bekommt ein besonderes Lob von dem Torwart, den viele auf seiner Position als den GOAT sehen. Der 22-Jährige, der im Januar 2025 vom Zweitligisten 1. FC Köln an die Säbener Straße gewechselt war, ersetzte Neuer verletzungsbedingt bereits kurz nach seiner Verpflichtung auf bravouröse Weise für zwei Monate und konnte auch in dieser Saison bereits wichtige Minuten sammeln. Zweimal im DFB-Pokal, als Neuer gesperrt fehlte, und zweimal in der Bundesliga – und überzeugte dabei jedes Mal. „Er hat die beiden Spiele bestritten und sie gut gemacht“, so Neuer über Urbigs Pokalauftritte.
Bemerkenswert ist dabei Neuers Sichtweise auf die aktuelle Situation im Bayern-Tor: Kein harter Konkurrenzkampf, sondern gegenseitige Unterstützung und Motivation. Im Training gehe es darum, sich „mit Kampfgeist zu motivieren“, sich zu pushen und voneinander zu profitieren. Gerade für einen jungen Torwart wie Urbig ist dieses Umfeld laut Neuer sehr wichtig, um sich positiv entwickeln zu können.
Neuer verkörpert damit perfekt die diesbezüglich gewünschte Vorgehensweise beim Rekordmeister. Der Übergang im Tor soll nicht abrupt, sondern kontrolliert stattfinden. Neuer, dessen Vertragsverlängerung über diese Saison hinaus noch aussteht, spielt dabei eine zentrale Rolle. Seine Erfahrung, seine Präsenz und seine Akzeptanz in der Kabine sind Faktoren, die man kaum ersetzen kann.
Für die Entwicklung von Urbig ist dieses Vorgehen ein eindeutiges Zeichen, dass der Verein und auch Neuer größtes Vertrauen in ihn haben. Aber auch die aktuelle Spielzeit spielt eine große Rolle. „Wir unterstützen uns gegenseitig“, so die klare Botschaft. Dieses Auftreten als Einheit könnte in den entscheidenden Monaten der so grandios gestarteten FCB-Spielzeit noch eminent wichtig werden, wenn es um die großen Titel geht.