Nelson Weiper ist wieder ein guter Junge bei Mainz 05
VonJan Christian Müller
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Mainz 05 und der junge Mittelstürmer Nelson Weiper legen Streit bei und wollen alsbald Vertrag verlängern. 1. FC Köln gewinnt nach Rot gegen Mainzer Paul Nebel 1:0.
Mainz – Eine passable Nachricht gab es am Sonntagnachmittag beim FSV Mainz 05 schon vor dem ersten Pressschlag zum Bundesligasaisonauftakt gegen den 1. FC Köln. Nelson Weiper, mit dem es zuletzt heftige interne und öffentliche Scharmützel gegeben hatte, stand im Kader. Auch wenn der 20-Jährige - zuletzt in die U23 strafversetzt - nicht der Startelf angehörte, so sind das deutliche Anzeichen einer klugen gegenseitigen Annäherung.
Zumal Weiper, Ironie des Schicksals, schon nach 14 Minuten eingewechselt wurde, nachdem sich die einzige Mainzer Spitze Benedict Hollerbach bei einem Sprint eine Zerrung im hinteren linken Oberschenkel zugezogen hatte. Das Spiel lief dann lange Zeit an ihm vorbei. Mainz, durch einen Platzverweis für Paul Nebel nach Notbremse dezimiert (60.), verlor durch ein spätes Tor von Marinus Bülter (90.) 0:1.
Weiper war zwischenzeitlich aus dem Kader gestrichen
Das in Mainz geborene Eigengewächs Weiper, das schon als kleiner Bub für die Nullfünfer spielte und dort zum U21-Nationalspieler gedieh, war gemeinsam mit seinem Berater Alexander Schütt zuvor in Ungnade gefallen, weil er nicht bereit gewesen war, seine Unterschrift unter einen neuen, deutlich besser dotierten Vertrag zu setzen. Trainer Bo Henriksen hatte ihn deshalb in Zusammenarbeit mit der Klubführung aus dem Kader des Pokalspiels in Dresden (1:0) und des Hinspiels in der Conference League in Trondheim (1:2) gestrichen. Kann man so machen, muss man aber nicht.
Das Druckszenario auf den jungen, mitunter ein weniger schwerer erziehbaren Mann wurde dann zum Eigentor. Denn in Norwegen hatte Weiper eine schmerzliche Lücke gerissen, die von Neuzufgang Hollerbach nicht geschlossen werden konnte. Einen Mittelstürmer der gehobenen Qualität Weipers möchten die Mainzer nicht missen. Fürs Rückspiel am Donnerstag (21 Uhr/SWR) könnte er aufgrund des Rückstands besonders wichtig werden.
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Entsprechend erleichtert reagierte Sportvorstand Christian Heidel: „Wir haben in den letzten Tagen in sehr offenen Gesprächen mit Nelly und seinem Management einen gemeinsamen Weg gefunden und werden dies in Kürze in einem neuen Vertrag fixieren.“ Ohnehin, so Heidel ganz handzahm, habe es „nie Zweifel“ an Weipers „besonderer Verbundenheit zu Mainz 05“ gegeben. „Nelly ist und bleibt Nullfünfer, darüber sind wir sehr glücklich.“
In dem zuvor eskalierten Zoff hatte Weipers Vater Klaus sich auch via Facebook mithilfe einer Fotogalerie dagegen gewehrt, seinem Sohn fehlende Idenfikation mit dem Verein zu unterstellen. Die Serie zeigte Bilder von Nelson Weiper als kleiner Junge, Jugendlicher und junger Mann im Trikot von Mainz 05. Der Beitrag wurde am Sonntag vor dem Spiel gelöscht. Vor dem Spiel war Weiper vom Stadionsprecher Andreas Bockius als „einmal Mainzer, immer Mainzer“ vorgestellt worden. Es hatte gutmütigen Beifall gegeben.