Beim Wirtz-Traumtor beweist Kapitän Kimmich neue Stärke
VonAdrian Rehling
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Es war der schönste Moment beim Arbeitssieg der DFB-Elf gegen Nordirland. Wirtz traf per Freistoß, daneben jubelte Joshua Kimmich. Zuvor wurde es kurios.
Köln – Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist vorerst wieder in der Spur. Auf das blamable 0:2 in der Slowakei folgte eine erfolgreiche Antwort gegen Nordirland. Das zweite Spiel der WM-Quali für das Turnier 2026 in den USA, Mexiko und Kanada entschied die Nagelsmann-Elf mit 3:1 für sich. Kein glanzvoller Sieg, aber einer, bei dem Charakter gezeigt wurde.
Denn: Deutschland tat sich auch gegen die Nordiren durchaus schwer, wurde nach dem Halbzeitpfiff beim Zwischenstand von 1:1 sogar mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet. Keine leichte Situation für die DFB-Stars, die danach aber Willen zeigten. Und Teamgeist, was besonders eine Situation hervorragend unterstrich. Hier gibt es die Noten zum Spiel.
DFB-Kapitän Kimmich flüstert Wirtz vor Traumtor ins Ohr – und der nimmt er gar nicht wahr
In der 72. Minute bekam Deutschland nach einem Foul am eingewechselten Nadiem Amiri, der nur drei Minuten zuvor das wichtige 2:1 erzielt hatte, einen Freistoß in zentraler Position zugesprochen. Rund 23 Meter zum Tor, halblinke Position: Eigentlich Chefsache. Und Chef ist bei der Nationalmannschaft generell Joshua Kimmich.
Doch das am Sonntagabend keine Befindlichkeiten zählten, sondern einzig und allein der Mannschaftserfolg Vorrang hatte, unterstrich Kimmich in diesem Moment eindrucksvoll. Statt sich den Ball zu schnappen, überließ er das Leder Florian Writz – zugegebenermaßen auch kein allzu schlechter Freistoßschütze. Wirtz knallte daraufhin das Leder mit seiner herausragenden Schusstechnik zum 3:1 ins Netz, Kimmich jubelte noch während der Flugkurve.
Dreimal die 2, aber auch eine 5: Deutschland-Noten gegen Nordirland
Zuvor hatte Teamplayer Kimmich dem Torschützen noch etwas ins Ohr geflüstert. Der Kapitän wollte seinem Kollegen einen guten Tipp mit auf den Weg geben, statt selbst zu schießen. Sehr löblich. Kurios: Den Hinweis des Leaders nahm Wirtz gar nicht wahr, wie er später süffisant am RTL-Mikro erklärte: „Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht. Da kamen zu viele Sprüche, irgendwelche Ideen von der Seite. Ich wusste, dass ich es einfach probieren will, weil die Position gut war.“
Gesagt, getan. Wenig später lagen sich die deutschen Spieler dann in den Armen, feierten – gemeinsam mit dem Publikum – den Schritt zurück in die Erfolgsspur. Und auch dabei unterstrich Kimmich seinen Wert für die Mannschaft: Sofort nach dem Abpfiff eilte er zu Amiri, klopfte dem Matchwinner mehrfach kräftig auf die Schulter. Ein Wir-Gefühl, das für zukünftige Erfolge dringend benötigt wird beim DFB – und löblich von Kapitän Kimmich vorgelebt wird. (rele)