Im Oktober in die USA

Kuriose Anstoßzeit: Deutschland gibt nächsten Testspiel-Gegner bekannt

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Die deutsche Nationalmannschaft wird im Oktober für zwei Testspiele in die USA reisen. Die Fans werden dabei nicht nur durch die große Distanz enttäuscht.

Frankfurt – Der deutsche Fußball befindet sich in einer Krise. Nach den desolaten Vorstellungen von Hansi Flicks DFB-Elf bei den Testspielen im Juni und zuvor bei der WM 2022 in Katar folgten enttäuschenden Leistungen der U21 bei der Europameisterschaft in Georgien. Ein Jahr vor Beginn der Heim-EM überwiegt bei den Fans die Enttäuschung über das Sportliche. Die neuen Verantwortlichen des DFB wollten eigentlich eine neue Euphorie entfachen. Die Anstoßzeit und der Spielort der Testspiele im Oktober, die der Verband nun bekannt gab, lassen dieses Vorhaben aber nicht erkennen.

DFB
Gründung:28. Januar 1900 in Leipzig
Weltmeister:4x
Europameister:3x

Rudi Völler will Euphorie für die Heim-EM, lässt den DFB dann aber in den USA spielen

Im Oktober begibt sich die deutsche Nationalmannschaft nämlich auf eine Reise in die USA. Dort geht es zunächst am 14. Oktober in Hartford gegen die Nationalmannschaft der USA. Die Anstoßzeit ist 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das zweite Freundschaftsspiel lässt jedoch aufhorchen. Am 17. Oktober geht es gegen Mexiko. Die Partie wird erst um 2 Uhr in der Nacht angepfiffen.

Das Ziel vor der EM 2024, für die die UEFA Zusatz-Angebote plant, die Fans in Deutschland mitzureißen und eine neue Euphorie wie bei vergangenen Heim-Turnieren zu entfachen, funktioniert auf diese Weise nicht. Noch im März betonte DFB-Sportdirektor Rudi Völler: „So ein Turnier im eigenen Land ist eine einmalige Chance für jeden. Ich durfte das 1988 und auch 2006 selbst erleben – das war einfach großartig. Und jetzt hat jeder die Gelegenheit, auf diesen Zug aufzuspringen.“

Im Oktober geht es für Sportdirektor Rudi Völler und die DFB-Elf in die USA?

DFB wird sich weiter von den Fans entfernen

Der Ausflug des DFB in die USA wirkt eher wie ein Businesstrip als eine ernsthafte Vorbereitung auf die EM 2024, wenngleich die USA und Mexiko zwei starke Gegner sind. Die Fans haben bei dieser Planung in jedem Fall keine Rolle gespielt. Aufgrund der Verortung und der Anstoßzeit der Partie gegen „El Tri“ scheint der Fokus der Verantwortlichen eher auf der Vermarktung hinsichtlich der WM 2026 zu liegen, die in den USA, Mexiko und Kanada stattfindet.

So könnten die Begegnungen im Oktober zu doppelter Farce werden. Während das sportliche Abschneiden gegen zwei aufstrebende Gegner die Krise verschlimmern könnte, werden sich gleichzeitig die Anhängerinnen und Anhänger der deutschen Nationalmannschaft durch die räumliche und zeitliche Distanz noch weiter vom Team entfernen. Somit wird klar: Die Worte und Taten des DFB widersprechen sich und sorgen weit für ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis zwischen DFB und seinen Fans. (jsk)

Rubriklistenbild: © imago/Meusel

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