VonAndreas Apetzschließen
Die Nationalhymne Belgiens entstand mit dem Beginn der belgischen Revolution. Ihr Text handelt von der Freiheit der unterdrückten Bevölkerung.
Brüssel – Die belgische Nationalhymne ist im eigenen Land nicht unumstritten. Eins steht dennoch fest: Für Belgien selbst und dessen Unabhängigkeit ist sie von zentraler Bedeutung. Zu Ehren der belgischen Revolution wurde 1930 ein Denkmal der Place Surlet de Chokier in Brüssel errichtet. In ihrem Sockel sind die Anfangsverse der „La Brabançonne“ eingraviert.
Der Text der belgischen Hymne existiert in drei Sprachen: Französisch, Niederländisch und Deutsch. Gegenwärtig wird nur eine der vielen Strophen bei den Länderspielen der belgischen Nationalmannschaft gesungen – und zwar auf Französisch. Doch wovon handelt der Text der vierten Strophe?
Der Text der belgischen Nationalhymne und die deutsche Übersetzung
Die vierte Strophe der „La Brabançonne“ auf Französisch:
- Noble Belgique, ô mère chérie,
- À toi nos cœurs, à toi nos bras,
- À toi notre sang, ô Patrie!
- Nous le jurons tous, tu vivras!
- Tu vivras toujours grande et belle
- Et ton invincible unité
- Aura pour devise immortelle:
- Le Roi, la Loi, la Liberté!
- Le Roi, la Loi, la Liberté!
Der deutsche Text der vierten Strophe der belgischen Nationalhymne:
- O liebes Land, o Belgiens Erde,
- Dir unser Herz, Dir unsere Hand,
- Dir unser Blut, o Heimaterde,
- wir schwören‘s Dir, o Vaterland!
- So blühe froh in voller Schöne,
- zu der die Freiheit Dich erzog,
- und fortan singen Deine Söhne:
- Gesetz und König und die Freiheit hoch!
- Gesetz und König und die Freiheit hoch!
Die Geschichte der belgischen Nationalhymne
Die belgische Nationalhymne wurde im September 1830, während der belgischen Revolution, von einem jungen Dichter und Revolutionär namens „Jenneval“ geschrieben. Zu jener Zeit fühlte sich der Süden des späteren Belgiens, das bis 1830 zum gesamt niederländischen Königreich gehörte, vom Königreich im Norden unterdrückt. Die Aufführung einer französischen Oper am 25. August 1830 stachelte das Publikum derart an, dass die versammelte Meute im Anschluss ihrem Groll gegen die Unterdrückung freien Lauf ließ. Mit dem Ausruf „vive la liberté“ stürmten die Opernbesucher:innen auf die Straße.
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Aus dieser Situation heraus, welcher als Beginn der belgischen Revolution angesehen wird, verfasste „Jenneval“ den Originaltext der „La Brabançonne“. Nur wenig später komponierte François van Campenhout die Melodie zum Loblied der Revolte.
Da der Originaltext eine abgeneigte Haltung gegenüber dem Norden des Königreichs widerspiegelte, wurde 1860 eine neue Fassung als Versöhnung zwischen Nord und Süd von Charles Rognier, dem ersten Premierministers Belgiens, erarbeitet. Aufgrund ihrer schweren Melodie und des kompliziert zu singenden Textes steht die Hymne bis heute in der Kritik. Mehrere Komitees wurden bereits damit beauftragt, den Text und die Partitur umzuschreiben. Eine offizielle Neufassung gibt es bis heute nicht.
(aa)
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