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Die Entwicklung von Youssoufa Moukoko beim BVB hat stagniert. Lars Ricken äußert sich zur Lage des Sturmjuwels, dessen Wechsel zu OGC Nizza kurz bevorsteht.
Dortmund – Bis zum 30. August, dem Deadline Day, will Borussia Dortmund voraussichtlich den Kader verkleinern. Bei Youssoufa Moukoko ist der BVB einen wichtigen Schritt weiter, am Dienstag wurde er für Verhandlungen mit einem anderen Verein freigestellt. Der Stürmer steht kurz vor einem Leihgeschäft mit OGC Nizza. Dass seine Entwicklung ins Stocken geraten ist, bereitet den Führungskräften des BVB Kummer.
Lars Ricken, der langjährige Leiter der Nachwuchsabteilung und seit dem 1. Mai Sportgeschäftsführer des Vereins, sprach bei einer Talkveranstaltung der Ruhr Nachrichten und Radio 91.2 von Moukoko als einem „besonderen Thema“ für sich ganz persönlich. „Ich habe ihn mit 11, 12 von St. Pauli zum BVB geholt. Wir hatten viele Themen miteinander, weil er als Jugendspieler eine größere Öffentlichkeit hatte als 70, 80 Prozent aller Bundesliga-Spieler“.
Wieso stagnierte Moukoko? Ricken: „Natürlich ist es nicht optimal gelaufen“
Moukoko wurde bereits im Nachwuchsbereich als künftiger Star gefeiert, war aber auch immer wieder Diskussionen über sein biologisches Alter ausgesetzt. Ricken und Dortmund standen ihm stets zur Seite. „Ich habe für ihn dafür gekämpft, dass es eine Regeländerung gibt, damit er schon mit 16 Jahren in der Bundesliga spielen darf. Das haben nicht alle toll gefunden, aber es war wichtig für Youssoufa“, betonte Ricken. „In der Saison, als er 17 war und 18 wurde, gab es in den Top-5-Ligen Europas keinen Spieler seiner Altersklasse, der so performt hat“.
Doch danach stagnierte Moukokos Entwicklung. Ricken erklärte: „Natürlich ist es nicht optimal gelaufen, man muss auch ehrlicherweise sagen, er hatte mit ein paar Verletzungen zu kämpfen“. Der BVB setzte dem jungen Talent mehrere Stürmer vor die Nase, vor allem durch zahlreiche Verletzungspausen fehlte es an den notwendigen Spielanteilen für seine Weiterentwicklung.
Warum der BVB einen Abschied von Moukoko für richtig hält
Die Situation verschärfte sich mit der Verpflichtung von Serhou Guirassy zur neuen Saison. Nach Informationen von fussball.news hatte die sportliche Leitung des BVB jedoch bereits zuvor entschieden, Moukoko einen Wechsel zu empfehlen. Ricken formulierte es so: „Jeder Schritt bei ihm wird von der Öffentlichkeit begutachtet, da müssen wir einfach gucken, ob vielleicht ein Verein da ist, wo er ein bisschen rauskommt, sich sportlich ein Stück weit neu aufstellt, neues Selbstbewusstsein findet“.
Moukoko wurde am Dienstagnachmittag in Nizza erwartet, um die abschließenden Verhandlungen zu führen und den obligatorischen Medizincheck zu absolvieren. Der Abschluss des Transfers wird in Kürze erwartet. Dem Vernehmen nach geht es um eine Leihe mit Kaufoption, eine Pflicht soll Nizza offenbar nicht eingehen, Moukoko dauerhaft unter Vertrag zu nehmen.
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