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Der ehemalige deutsche Wintersport-Star Markus Wasmeier hat den Weltskiverband FIS scharf kritisiert. Grund ist der Zeitpunkt des Weltcupstarts.
München – Die neue Saison im Wintersport steht vor der Tür und die Weltcup-Saison im Ski Alpin startet bereits am 28. Oktober in Sölden. Der frühe Zeitpunkt passt der deutschen Ski-Legende Markus Wasmeier überhaupt nicht. „Die Rennen sind einfach viel zu früh, mindestens drei bis vier Wochen. Man weiß seit 20, 30 Jahren, dass sich der Winter leicht nach hinten verschiebt. Oktober und November werden für Rennen eine ganz zähe Geschichte“, sagte er in einem Interview mit der Sport-Bild.
| Markus Wasmeier | |
|---|---|
| Geboren: | 9. September 1963 (Alter 60 Jahre), Schliersee |
| Nationalität: | Deutschland |
| Sportart: | Ski Alpin |
Ski-Legende mit Kritik an der FIS
„Der Weltverband FIS reagiert darauf überhaupt nicht. Das prangere ich am meisten an. Wenn man Wintersport weiter ausüben will, sollten die Verbände aufhören, sich die Natur so hinzubiegen, wie sie es wollen – sondern es umgekehrt machen. Wo liegt im Dezember am meisten Schnee? Und dann plane ich es danach“, so der 60-Jährige weiter.
Wasmeier schmeckt es gar nicht, dass Entscheidungen aktuell vor allem nach finanziellen Aspekten getroffen werden. „Fangt doch in Skandinavien oder Amerika an. Aktuell geht man nur nach dem Geld, weil in Europa mehr gezahlt wird als in Amerika. Ich weiß schon: Jeder wird jammern und will seine Rennen an den gleichen Tagen wie immer austragen. Es ist aber kein Wunschkonzert.“
Bereits Anfang November steht die neue Abfahrt vom Matterhorn auf dem Programm. Für Wasmeier nicht nachvollziehbar, wie er gegenüber der Sport-Bild sagte: „Das Rennen halte ich auch aus sportlicher Sicht für absoluten Blödsinn. Wenn dort die Sonne scheint, ist die Abfahrt vielleicht noch okay, aber bei diffusem Licht fährt man dort wie ein Blinder herum.“
Ski-Legende poltert gegen Weltcup am Matterhorn
Wasmeier sorgt sich um die Gesundheit der Skirennfahrer, für die die Matterhorn-Abfahrt eine schwierige Angelegenheit wird. „Ich habe echt Sorgen, dass der eine oder andere danach seine Saison abhaken muss, weil er da gestürzt ist. Ich habe auch noch keinen Athleten gehört, der Freude daran hat“, erzählt der Olympiasieger von Lillehammer 1994.
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Vor allem Weltverbandspräsident Johan Eliasch wird von Wasmeier kritisiert: „Er ist ein Mann, der nur wirtschaftlich denkt und dabei vor lauter Geld den Sport vergisst. Im Weltverband ist er so alleinherrschend, dass es fast erschreckend ist.“ Die Ski-Legende wünscht sich eher einen ehemaligen Sportler an der Spitze der FIS. (smr)
Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

