VonKorbinian Kothnyschließen
Ende Oktober startet der alpine Ski-Weltcup in Sölden. Von Schnee fehlt bislang aber jede Spur. Felix Neureuther kritisiert den Auftakt.
Sölden – Weit über die 20 Grad kletterten nochmal die Temperaturen am letzten Wiesn-Wochenende in München (29. September – 3. Oktober). Und auch in der kommenden Woche werden erneut Temperaturen um die 25 Grad erwartet. Nur knappe drei Wochen später soll nicht mal 200 Kilometer südlich der Weltcup-Auftakt der alpinen Skirennfahrerinnen stattfinden.
| Ski-Weltcup Sölden 2023 | |
|---|---|
| Datum: | Samstag, 28. Oktober (Damen); Sonntag, 29. Oktober (Herren) |
| Disziplin: | Riesenslalom |
| Start: | 3048 Meter über dem Meeresspiegel |
| Ziel: | 2680 Meter über dem Meeresspiegel |
Ski-Weltcup startet traditionell in Sölden am Rettenbachferner
Wie das gehen soll? Gute Frage. Der Rettenbachferner (Gletscher bei Sölden, an dem der Weltcup-Auftakt stattfindet) liegt zwar knappe 2500 Meter höher als die bayerische Landeshauptstadt, nur Schnee gibt es aber auch dort nicht.
Seit 2000 startet der alpine Weltcup traditionell in Sölden. Am 28. Oktober sollen in diesem Jahr die Damen die Weltcup-Saison mit einem Riesenslalom eröffnen, bevor einen Tag später auch die Herren in den neuen Winter starten. Neben Geröll und nacktem Fels ist allerdings drei Wochen vor den Rennen von einer Skipiste noch nichts zu erkennen.
Skipiste wird mit gebunkertem Schnee hergestellt
Dennoch wird der Auftakt auch in diesem Jahr in Sölden wohl stattfinden. Die Veranstalter bunkerten bereits im Frühjahr 60.000 Kubikmeter Schnee unter Vliesabdeckungen. Für die 1,2 Kilometer lange, im Schnitt 70 Meter breite und gut einen halben Meter hohe Piste werden 45.000 Kubikmeter Schnee benötigt. Derzeit schieben drei Pistenraupen den Schnee auf das Geröll. „Die Depots sind ausreichend, um eine Rennpiste herzubekommen“, sagte Pistenchef Isidor Grüner der Tiroler Tageszeitung.
Ein Winterwunderland wird Sölden nach dem derzeitigen Stand der Dinge freilich nicht anbieten können. Vielmehr gleicht der Gletscher derzeit einer Großbaustelle. Das Zielstadion auf 2650 Meter Meereshöhe und die umliegenden Hänge sind schneefrei. So war es auch in den vergangenen Jahren schon oft.
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Luitz und Neureuther kritisieren Weltcup-Auftakt in Sölden
„Bei Sölden war es schon immer ein Wettlauf gegen die Zeit, dass man das noch irgendwie hinkriegt. Es ist über die Jahre immer schwieriger geworden. Und es steht leider immer im Vordergrund“, sagte das deutsche Ski-alpin-Ass Stefan Luitz zum Saisonauftakt in Sölden im BR24Sport-Podcast Pizza und Pommes.
Auch für Felix Neureuther ist der Auftakt am Rettenbachferner nicht mehr zeitgemäß. „Der Weltcup-Auftakt Ende Oktober ist viel zu früh. Verschiebt den Weltcup-Auftakt drei bis vier Wochen nach hinten, dann ist alles in Ordnung“, sagte der erfolgreichste Weltcup-Skifahrer Deutschlands gegenüber dem SID. Ein Ski-Star wird dabei nicht nur den Auftakt in Sölden verpassen. (sid/kk)
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