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Mit Eintracht Frankfurt hatte er große Erfolge gefeiert, vor dem Wiedersehen mit der SGE übte dieser Ex-Frankfurter nun aber klare Kritik.
Frankfurt – Schon zum zweiten Mal in dieser Saison kommt es an einem Sonntag zum Wiedersehen zwischen Eintracht Frankfurt und einem Ex-Adlerträger. Wie schon bei der Begegnung mit Faride Alidou und dem 1. FC Köln Anfang September (1:1) steht am Wochenende nämlich ein Duell mit einem aktuell verliehenen SGE-Profi an. Denn am elften Spieltag geht es auswärts um 17.30 Uhr gegen Werder Bremen und Rafael Borré. Dieser hat sich nun im Vorfeld gegenüber der Sport Bild enttäuscht von den Frankfurtern gezeigt.
| Rafael Borré | |
|---|---|
| Geboren: | 15.09.1995 (Alter 27 Jahre), Barranquilla (Kolumbien) |
| Bisherige Vereine: | Deportivo Cali, Atletico Madrid, FC Villarreal, River Plate, Eintracht Frankfurt, Werder Bremen |
| Marktwert: | 9 Millionen Euro |
„Außergewöhnliche Zuneigung“: Frankfurts Held spielt nun gegen die Eintracht
Mit Eintracht Frankfurt hatte Borré in der Saison 2021/22 die Europa League gewonnen, dabei zunächst den wichtigen Ausgleichstreffer in der regulären Spielzeit erzielt und später noch den entscheidenden Elfmeter im Elfmeterschießen versenkt. Nun tritt er das erste Mal gegen die Eintracht an. „Es wird sehr komisch und auch schwer für mich. Ich bin über Frankfurt nach Deutschland gekommen und habe mit dem Klub sehr schöne Erfolge erlebt“, erklärte Borré gegenüber der Sport Bild.
Und der 28-Jährige geriet dabei ein bisschen ins Schwärmen: „Die Zuneigung, die ich für die Eintracht habe – und sie für mich – ist außergewöhnlich. Und es ist natürlich speziell, weil ich eigentlich noch in Frankfurt unter Vertrag stehe.“
Borrés Eintracht-Aus: „Die Brutalität des Fußballgeschäfts“
Dass er aber trotzdem nicht mehr für die Eintracht aufläuft und nach der Erfolgsgeschichte im Sommer plötzlich keine Rolle mehr in den Planungen gespielt hatte, war hart für den Kolumbianer. „Das ist die Brutalität des Fußballgeschäfts. Es war auch das erste Mal, dass ich das überhaupt in meiner Karriere erlebt habe, dass ich mich so schnell in einer derart anderen Situation wiedergefunden habe.“
Dass er an dieser gefühlten 180-Grad-Wende zu knabbern hatte, gab Borré unumwunden zu: „Um ehrlich zu sein, das habe ich schon gespürt – und das hat auch meine Familie beeinflusst. Es war außergewöhnlich, dass es sich so schnell verändert hat: Ich war erst ein sehr wichtiger Spieler im Club, konnte dem Verein etwas geben und mithelfen, die Europa League zu gewinnen und sich damit erstmals für die Champions League zu qualifizieren.“
Was Borré bei der Eintracht gestört hat
Doch schon direkt im Anschluss, in der vergangenen Saison, hatte Borré weniger Spielzeit bekommen, wurde bei seinen 32 Bundesliga-Einsätzen zumeist nur eingewechselt. „Mir wurde 2022 gesagt, ich sei wichtig für die Mannschaft. Ich habe dann aber nicht die Rolle gespielt, die ich mir erhofft hatte“, haderte Borré.
Aussicht auf Besserung zur aktuellen Saison gab es zumindest vor Randal Kolo Muanis spätem Abgang nach Paris nicht. „Anfang dieser Saison waren die Verantwortlichen dann sehr ehrlich und haben mir klargemacht, dass ich nicht viel zum Einsatz kommen werde“, verriet Borré und kritisierte: „Diese Ehrlichkeit hätte ich mir schon ein Jahr vorher gewünscht.“
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Borré hat große Ambitionen mit Werder Bremen
In Bremen scheint der Angreifer, der wettbewerbsübergreifend 92 Pflichtspiele (15 Tore, 12 Assists) für die Eintracht absolviert hat, mittlerweile angekommen zu sein. Zuletzt erzielte er beim Bremer 2:2 in Wolfsburg per sehenswertem Kopfball den Ausgleich – Borrés zweiter Treffer in grün-weiß. Daran möchte er nun anknüpfen: „Ich will mit meinem neuen Club erfolgreich sein und meine Spuren hinterlassen.“
Deshalb würde er gerne länger in Bremen bleiben, hat mit den Hanseaten zudem viel vor: „Zunächst gilt die Konzentration dem Klassenerhalt. Doch meine Teamkollegen und ich haben die Mentalität und den Ehrgeiz, dass wir hier eines Tages wieder um die europäischen Plätze kämpfen wollen. Hier würde ich mich gerne auf dem Level zeigen, das ich auch in Frankfurt hatte. Darum hoffe ich, dass hier ein Prozess angeschoben werden kann, damit Werder über kurz oder lang um bedeutende Dinge mitspielt.“
Am Sonntag geht es aber zunächst einmal gegen Eintracht Frankfurt. Und sollte Rafael Borré noch unsicher sein, wie er mit dem Aufeinandertreffen mit seinen ehemaligen Kollegen umgehen soll, kann er sich ja ein paar Tipps bei Faride Alidou in Köln abholen. (tos)
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