Dortmund-Kapitän bei der Klub-WM

Brandt litt an „Özil-Syndrom“ – BVB-Stadion „kann super bremsen“

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Dortmunds Julian Brandt thematisiert Kritik an seiner Person und verdeutlicht, wie die BVB-Anhänger im Signal Iduna Park zum Problem werden können.

Dortmund – Bei der FIFA Klub-WM führt Julian Brandt Borussia Dortmund in Abwesenheit von Emre Can und Nico Schlotterbeck als Kapitän ins Turnier.

Über die Führungsqualitäten des Nationalspielers wird rund um den BVB gerne und oft debattiert. Der dienstälteste Profi von Dortmund hat zuletzt selbst betont, nicht dem Idealtypus des Leaders, der in Deutschland hochgehalten wird, zu entsprechen.

Brandt ging nun im Podcast „kicker meets DAZN“ noch näher darauf ein, sprach offen über die große Kritik, der er sich oft ausgesetzt sieht, und lässt auch Worte fallen, die wie Kritik am Publikum des BVB anklingen.

Die wertvollsten deutschen Fußballer: Drei Bayern-Stars in Top 5 – und ein Null-Länderspiele-Mann auf Platz 12

DFB Mannschaftsfoto
Wie lautet die Top 25 der wertvollsten deutschen Fußballer? Klicken Sie sich hier durch das Ranking. Basis sind die Marktwerte von Transfermarkt.de mit Stand 21. Januar 2025 aller Spieler, bei denen das Portal Deutsch als erste Staatsbürgerschaft angibt. Wie die Marktwerte zustande kommen, ist eine Wissenschaft für sich. © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Geld
In einem langen Erklär-Posting des Admins im Transfermarkt-Forum heißt es: „Die Transfermarkt-Marktwerte entstehen unter Berücksichtigung verschiedener Preisfindungsmodelle sowie einem starken Einbezug der Transfermarkt-Community, die sich in detaillierten Diskussionen mit den Werten auseinandersetzt. Die Transfermarkt-Marktwerte sind nicht pauschal mit den tatsächlich gezahlten Ablösesummen gleichzusetzen.“ © IMAGO/Ulrich Roth
Manuel Neuer
Es spielen unter anderem Alter, Entwicklungspotenzial und Liga rein. So ist ein Spieler, der sich im Herbst seiner Karriere befindet wie Manuel Neuer (Foto) unabhängig von Bedeutsamkeit und aktuellem Leistungsvermögen mit nur 4 Mio. Marktwert nicht in der Liste zu finden. Die Details zu den Marktwerten würden den Rahmen dieser Fotostrecken sprengen. Lassen Sie uns daher lieber ins Ranking reinstarten. © IMAGO/Markus Ulmer
Platz 25 (geteilt): Malick Thiaw (AC Mailand), 20,00 Mio. €
Platz 25 (geteilt): Malick Thiaw (AC Mailand), 20,00 Mio. € © IMAGO/kolbert-press/Marc Niemeyer
Platz 25 (geteilt): Jamie Leweling (VfB Stuttgart), 20,00 Mio. €
Platz 25 (geteilt): Jamie Leweling (VfB Stuttgart), 20,00 Mio. € © IMAGO/Ulrich Hufnagel
Platz 25 (geteilt): Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart), 20,00 Mio. €
Platz 25 (geteilt): Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart), 20,00 Mio. € © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Platz 22 (geteilt): Kevin Schade (FC Brentford), 22,00 Mio. €
Platz 22 (geteilt): Kevin Schade (FC Brentford), 22,00 Mio. € © IMAGO/Ulrich Hufnagel
Platz 22 (geteilt): Vitaly Janelt (FC Brentford), 22,00 Mio. €
Platz 22 (geteilt): Vitaly Janelt (FC Brentford), 22,00 Mio. €. Er ist noch ohne A-Länderspiel – aber das kann sich ja noch ändern. © IMAGO/Izzy Poles/News Images
Platz 22 (geteilt): Leon Goretzka (FC Bayern München), 22,00 Mio. €
Platz 22 (geteilt): Leon Goretzka (FC Bayern München), 22,00 Mio. € © IMAGO/kolbert-press/Marc Niemeyer
Platz 20 (geteilt): Waldemar Anton (Borussia Dortmund), 24,00 Mio. €
Platz 20 (geteilt): Waldemar Anton (Borussia Dortmund), 24,00 Mio. € © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Platz 20 (geteilt): Antonio Rüdiger (Real Madrid), 24,00 Mio. €
Platz 20 (geteilt): Antonio Rüdiger (Real Madrid), 24,00 Mio. € © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Platz 17 (geteilt): Brajan Gruda (Brighton & Hove Albion), 25,00 Mio. €
Platz 17 (geteilt): Brajan Gruda (Brighton & Hove Albion), 25,00 Mio. €. Der Youngster zählt zu den wenigen Stars ohne A-Länderspiel in dieser Fotostrecke. © IMAGO/MI News
Platz 17 (geteilt): Jonathan Burkardt (FSV Mainz 05), 25,00 Mio. €
Platz 17 (geteilt): Jonathan Burkardt (FSV Mainz 05), 25,00 Mio. € © IMAGO/Ulrich Hufnagel
Platz 17 (geteilt): David Raum (RB Leipzig), 25,00 Mio. €
Platz 17 (geteilt): David Raum (RB Leipzig), 25,00 Mio. € © IMAGO/CB
Platz 15 (geteilt): Felix Nmecha (Borussia Dortmund), 28,00 Mio. €
Platz 15 (geteilt): Felix Nmecha (Borussia Dortmund), 28,00 Mio. € © IMAGO/Sebastian Frej
Platz 15 (geteilt): Deniz Undav (VfB Stuttgart), 28,00 Mio. €
Platz 15 (geteilt): Deniz Undav (VfB Stuttgart), 28,00 Mio. € © IMAGO
Yann Bisseck
Platz 12 (geteilt): Yann Bisseck (Inter Mailand), 30,00 Mio. € – er ist der bestplatzierte Fußballer ohne A-Länderspiel. © IMAGO/Luigi Canu/IPA Sport / ipa-agency.net
Platz 12 (geteilt): Maximilian Beier (Borussia Dortmund), 30,00 Mio. €
Platz 12 (geteilt): Maximilian Beier (Borussia Dortmund), 30,00 Mio. € © IMAGO/Revierfoto
Platz 12 (geteilt): Jonathan Tah (Bayer Leverkusen), 30,00 Mio. €
Platz 12 (geteilt): Jonathan Tah (Bayer Leverkusen), 30,00 Mio. € © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Platz 11: Angelo Stiller (VfB Stuttgart), 32,00 Mio. €
Platz 11: Angelo Stiller (VfB Stuttgart), 32,00 Mio. € © IMAGO/Avanti/Ralf Poller
Platz 8 (geteilt): Serge Gnabry (FC Bayern München), 35,00 Mio. €
Platz 8 (geteilt): Serge Gnabry (FC Bayern München), 35,00 Mio. € © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Platz 8 (geteilt): Karim Adeyemi (Borussia Dortmund), 35,00 Mio. €
Platz 8 (geteilt): Karim Adeyemi (Borussia Dortmund), 35,00 Mio. € © IMAGO/Eibner-Pressefoto
Platz 8 (geteilt): Julian Brandt (Borussia Dortmund), 35,00 Mio. €
Platz 8 (geteilt): Julian Brandt (Borussia Dortmund), 35,00 Mio. €  © IMAGO/Sebastian Frej
Platz 7: Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), 40,00 Mio. €
Platz 7: Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), 40,00 Mio. € © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Platz 6: Leroy Sané (FC Bayern München), 45,00 Mio. €
Platz 6: Leroy Sané (FC Bayern München), 45,00 Mio. € © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Platz 4 (geteilt): Aleksandar Pavlovic (FC Bayern München), 50,00 Mio. €
Platz 4 (geteilt): Aleksandar Pavlovic (FC Bayern München), 50,00 Mio. € © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Platz 4 (geteilt): Joshua Kimmich (FC Bayern München), 50,00 Mio. €
Platz 4 (geteilt): Joshua Kimmich (FC Bayern München), 50,00 Mio. € © IMAGO/Sebastian Frej
Platz 3: Kai Havertz (FC Arsenal), 75,00 Mio. €
Platz 3: Kai Havertz (FC Arsenal), 75,00 Mio. € © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler
Platz 1 (geteilt): Florian Wirtz (Bayer Leverkusen), 140,00 Mio. €
Platz 1 (geteilt): Florian Wirtz (Bayer Leverkusen), 140,00 Mio. € © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz
Platz 1 (geteilt): Jamal Musiala (FC Bayern München), 140,00 Mio. €
Platz 1 (geteilt): Jamal Musiala (FC Bayern München), 140,00 Mio. € © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz

„Mesut-Özil-Syndrom“: Brandt über jahrelange Kritik

„Früher wurde mir auch so ein bisschen dieses Mesut Özil-Syndrom vorgeworfen, von wegen, ‚der hat keine Körperspannung‘ und so“, erklärt Brandt im Podcast.

Der Vergleich mit Ex-Nationalspieler Özil ist dabei alles andere als schmeichelhaft. Der frühere Schalker und Bremer, der im Ausland für Real Madrid, den FC Arsenal, Fenerbahçe und Başakşehir in Istanbul spielte, wurde Zeit seiner Karriere trotz aller herausragender Qualitäten für seine vermeintlich lethargische Körpersprache und fehlende Intensität kritisiert. Dass Brandt selbst davon redet, in diese Schublade gesteckt worden zu sein, offenbart die Tiefe der Kritik.

Brandt spricht dabei von „früher“: Ein Hinweis darauf, dass er diese Phase überwunden zu haben glaubt. „Das ist meine Natur halt so ein bisschen gewesen“, sagt der Mittelfeldmann.

Julian Brandt hat beim BVB nach eigener Aussage das „Mesut-Özil-Syndrom“ erlebt.

Kulisse als Bremsklotz: Wie 80.000 Fans die BVB-Stars belasten

Als noch brisanter könnten Brandts Aussagen über das eigene Publikum im Signal Iduna Park gelten. „Das Stadion kann dich tragen bis in den Himmel“, erklärt er zunächst diplomatisch. Doch dann wird er deutlich: „Aber wenn die Stimmung schlecht wird, kann es dich auch super bremsen.“

Dieser Hinweis zur Kulisse ist sicher ungewöhnlich für einen BVB-Profi. Brandt macht klar: „Wenn es 80.000 sind, kriegt man das halt mit, da kommt man nicht drumherum. Das kann einen auf jeden Fall drosseln.“

Besonders emotional wird der Mittelfeldspieler, wenn er über den jungen Teamkollegen Jamie Gittens spricht: „Das tut mir so leid für den Jungen, weil der ist 21 oder 22, der ist wirklich brutal gestartet in der Hinrunde und dann auf einmal denkst du dir, was hat der Junge getan?“ Der Engländer wurde in der Rückrunde beim BVB phasenweise von Teilen des Publikums ausgepfiffen, nachdem er eine tiefe Leistungsdelle erlitten hatte.

Brandts Analyse trifft einen wunden Punkt: „Er versucht dann durchzudribbeln, dreimal, viermal hintereinander, aber er macht das ja nicht extra, sondern er versucht, uns zu helfen.“

Vizekapitän unter Druck: Brandts ehrliche Selbstreflexion zur Führungsrolle

Als stellvertretender Spielführer geriet Brandt selbst zusätzlich unter Druck. „Damals im Sommer wurde ich gefragt, ob ich mir das zutrauen würde, Vizekapitän zu sein“, berichtet er über seine Ernennung. Die Folge: „Du fängst dann an natürlich so ein bisschen dieser Prototyp zu werden mit breiter Brust, versuchst mehr zu kommunizieren.“

Mit der Zeit erkannte Brandt, dass er sich durch die neue Rolle veränderte, und das nicht unbedingt zum Besseren. „Jetzt im Nachhinein ist die Antwort, einfach alles so machen wie immer“, lautet sein Fazit.

Brandts Offenheit zeigt eine gereifte Persönlichkeit

Julian Brandts ungewöhnliche Offenheit zeigt, wie er in seinen Jahren bei Borussia Dortmund gereift ist. Seine ehrliche Selbstreflexion über das „Mesut-Özil-Syndrom“ und die Belastung durch die eigenen Fans weisen einen Spieler aus, der seine Schwächen erkannt hat und für die Teamkollegen einsteht, ohne sich zu verbiegen.

Dass die berühmte BVB-Atmosphäre ihre Schattenseiten hat, muss sich ein Spieler der Schwarzgelben erstmal anzusprechen trauen.

Rubriklistenbild: © Montage/ IMAGO / Sportimage/ Moritz Müller

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