Neben Doppelpacker Maximilian Beier hatte Nico Schlotterbeck in ungewohnter Rolle den größten Anteil am verdienten Dreier des BVB. Der Innenverteidiger legte per Eckball von der rechten Seite die Treffer von Emre Can zum 2:0 sowie von Beier zum 3:0 auf.
Nico Schlotterbeck rutscht in die Rolle des Ecken-Spezialisten beim BVB
Kurios ist dabei: Schlotterbeck hatte bisher nach Klubangaben in seiner gesamten Bundesliga-Karriere noch keinen Eckstoß getreten.
Nico Schlotterbeck has never taken a corner in his Bundesliga career. Until today.
Wie der Nationalspieler nach der Partie beim Streamingdienst DAZN erklärte, kam er auch eher zufällig zur neuen Aufgabe. „Daniel [Svensson] hat unter der Woche die Ecken geschlagen, sich aber dann leider ein bisschen angeschlagen gefühlt. Dann waren mit Karim [Adeyemi] und mir nur noch zwei Linksfüßler. Wir wollten die Ecken zum Tor ziehen“, so Schlotterbeck.
Wegen seiner Körpergröße und Kopfballstärke ist Schlotterbeck für gewöhnlich bei ruhenden Bällen vor allem Zielspieler. Aus der Not machte der BVB nun aber eine Tugend. „Bei der Wahl zwischen Karim und mir gehe ich hundertmal auf mich, das sage ich ehrlich“, schmunzelte Schlotterbeck und berichtete von erfolgreichen Trainingseinheiten unter der Woche.
BVB hat seit dieser Saison einen Spezialtrainer für Standardsituationen
Dazu muss man wissen: Dortmund leistet sich seit Sommer letzten Jahres einen Standardtrainer. Der 35-jährige Engländer Alex Clapham wurde unter dem damaligen Chefcoach Nuri Şahin installiert, um die jahrelange Schwäche bei gegnerischen Standardsituationen in den Griff zu bekommen und selbst wieder gefährlicher zu werden.
Der positive Einfluss von Clapham wurde bisher nur phasenweise deutlich. Ob er nun bei Schlotterbeck seine Finger im Spiel hatte, blieb nach der Partie gegen Mainz offen.
Der Publikumsliebling erzählte stattdessen, dass ihn Chefcoach Niko Kovač vor der Partie an Holger Badstuber erinnert hatte, der einst beim FC Bayern phasenweise als linker Innenverteidiger für ruhende Bälle zuständig war.
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„Es gab Mitspieler, die gesagt haben, Schlotti ist kein Badstuber. Ich habe gesagt, das werdet ihr schon sehen“, schmunzelte Kovač bei DAZN. Der Trainer legte sich fest: Schlotterbeck wird auch künftig Eckbälle treten.
„Es ist nicht üblich, dass ein Innenverteidiger die Ecken oder Freistöße schlägt, aber wir haben gesehen, warum wir ihn auserkoren haben. Nicht nur heute, sondern auch in Zukunft“, sagte Kovač.
Im nächsten Spiel kann Schlotterbeck allerdings seine neue Qualität nicht unter Beweis stellen: Der Nationalspieler sah in der Schlussphase gegen Mainz seine fünfte Gelbe Karte und muss bei der Auswärtspartie des BVB gegen seinen Ex-Klub SC Freiburg am kommenden Wochenende zuschauen.