VonLars Pollmannschließen
Borussia Dortmund hofft auf eine Wende gegen den FSV Mainz 05. Das Restprogramm in der Bundesliga ist allerdings enorm schwierig.
Dortmund – Sieben Spieltage vor Ende der Bundesliga-Saison braucht Borussia Dortmund fast schon ein Fußballwunder, um das vermeintliche Minimalziel noch zu erreichen: Die Top vier und damit die Champions League sind beim BVB eigentlich nicht verhandelbar.
Jedoch fehlen nach 27 Spieltagen satte sieben Punkte auf das punktgleiche Duo aus dem FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt auf den Rängen drei und vier. Selbst der Trostpreis Europa League ist mit sieben Punkten Rückstand für den BVB nicht gerade in sofortiger Reichweite. Darauf, dass Rang sieben für die Conference League reichen könnte, sollte sich Dortmund indes nicht verlassen.
Dortmund gewann erst einmal zwei Spiele am Stück
Dieser Fall tritt nur ein, wenn der Gewinner des DFB-Pokals sich bereits über die Bundesliga für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert haben sollte. Unter den Halbfinalisten (außerdem: Arminia Bielefeld, RB Leipzig, VfB Stuttgart) ist dies derzeit nur Titelverteidiger Bayer Leverkusen ohne Einschränkung zuzutrauen.
Der BVB wird so oder so einen starken Schlussspurt hinlegen müssen, um die Horror-Saison zu einem halbwegs versöhnlichen Ende zu bringen. Wie realistisch dies ist, da gehen die Meinungen durchaus auseinander. Schließlich hat Dortmund in der laufenden Spielzeit nur eine – obendrein kümmerliche – Siegesserie hingelegt: Dem 6:0 gegen Union Berlin im Februar ließ das Team am 01. März ein 2:0 beim FC St. Pauli folgen.
Dem gegenüber stehen schon drei mindestens genauso lange Niederlagenserien in der laufenden Spielzeit. Darunter befinden sich auch die letzten beiden Spiele vor der einzigen Länderspielpause der Rückrunde in der Bundesliga. Der BVB verabschiedete sich mit einem 0:1 gegen den FC Augsburg und einem 0:2 bei RB Leipzig in die Unterbrechung. Damit war auch jeglicher Schwung aus den beiden vorangegangenen Spielen sofort verpufft.
BVB beendet englische Auswärts-Woche in München
Nur absolute Optimisten glauben deshalb daran, dass der BVB in den verbleibenden acht Spielen plötzlich zum Serientäter in positiver Sicht wird. Die Skeptiker brauchen dabei nur auf das Restprogramm verweisen, das es gewaltig in sich hat.
Dortmund spielt in fünf von sieben ausstehenden Partien gegen Teams, die tabellarisch derzeit oberhalb des BVB angesiedelt sind. Nur in den Duellen mit der TSG Hoffenheim und Holstein Kiel ist Schwarzgelb nach derzeitigem Stand auf dem Papier der Favorit, dem gegenüber stehen unter anderem die Begegnungen mit den Top Teams der Liga: Dortmund ist der einzige Bundesligist, der im Endspurt auf den FC Bayern und Bayer Leverkusen trifft.
Dabei muss der BVB nach München und nach Leverkusen reisen, was die Aufgabe noch komplizierter macht. Beim Trip in die bayerische Landeshauptstadt kommt hinzu, dass er am Ende einer englischen Woche mit drei Auswärtsspielen erfolgt: Am 05. April geht es zum SC Freiburg, am 09. April im Viertelfinale der Champions League zum FC Barcelona, am 12. April wird die knüppelharte Woche beim FC Bayern beendet.
Nur Hoffenheim hat es noch härter als Dortmund
Sehr viel einfacher muss indes auch das Auswärtsspiel in Sinsheim nicht sein, weil es für die Kraichgauer im Abstiegskampf um jeden Punkt gehen könnte. Rein rechnerisch hat nur Hoffenheim ein schwereres Restprogramm in der Bundesliga als der BVB: Nimmt man die Durchschnittsplatzierung der acht verbleibenden Gegner zur Hand, liegt der Wert für die TSG bei 6,25, für den BVB bei 7,38.
Dabei schlägt für Dortmund das Heimspiel am 34. Spieltag gegen Tabellenschlusslicht Kiel ins Kontor. Durchaus vorstellbar, dass es für die Störche dann nur noch um einen würdevollen Abschied aus der Bundesliga geht. Ob Dortmund am 17. Mai um mehr als die sprichwörtliche Goldene Ananas spielt, bleibt abzuwarten.
Die Grundlage für ein Happyend will der BVB in den Heimspielen legen, vor Kiel kommen Mainz, Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg in das Westfalenstadion. Von einer schwarzgelben Festung ist der Fußballtempel des Ruhrgebiets jedoch in dieser Saison weit entfernt: Nach sechs Heimsiegen am Stück zum Saisonauftakt gelang aus den letzten sieben Partien vor eigenem Publikum nur noch der Dreier gegen Union Berlin.
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Im Jahr 2025 hat der BVB hingegen drei von fünf Bundesliga-Heimspielen verloren. Nach dem 3:1-Sieg über Mainz 05 winkt zumindest etwas Hoffnung.
BVB-Trainer Niko Kovač mag nicht in die Ferne schweifen
„Wir müssen das Thema nicht wieder aufmachen“, wollte Cheftrainer Niko Kovač am Freitag in der Spieltagspressekonferenz keine Ziele definieren.
„Es geht einzig und allein darum, dass wir das Spiel, das wir am Wochenende vor der Brust haben gegen Mainz, gewinnen, egal wie. Wir stehen gemeinsam in der Verantwortung. Was am Ende dabei rumkommt, werden wir sehen. Wir müssen nicht die nächsten sieben Spiele vorhersehen, wir müssen das am Wochenende gewinnen, da ist der Fokus drauf.“
In der Hinrunde holte Dortmund gegen die verbleibenden sieben Gegner übrigens neun Punkte. Damit wird heuer kein Blumentopf zu gewinnen sein.
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