Der Lohn ist neben weiteren Einnahmen von rund 13 Millionen Dollar ein Wiedersehen mit Real Madrid: Das Team von Neu-Trainer Xabi Alonso setzte sich zuvor im Achtelfinale gegen den italienischen Rekordmeister Juventus mit 1:0 durch.
Das dominierende Gesprächsthema wäre dabei sicher nicht die Erinnerung an das Champions-League-Finale 2024 oder das 2:5 im Oktober selbigen Jahres in der Ligaphase gewesen – sondern das Bruderduell zwischen Jobe und Jude Bellingham. Das allerdings findet gar nicht statt.
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Jobe Bellingham verpasst Duell mit seinem Bruder wegen Gelbsperre
Jobe Bellingham schlich nach dem knappen BVB-Sieg im Mercedes-Benz-Stadium von Atlanta bedröppelt über den Rasen. Der englische Sommer-Einkauf hatte seinen bisher schwächsten Auftritt hingelegt, hätte damit angesichts des Weiterkommens seines Teams aber gut leben können. Wäre da nicht die 28. Minute gewesen.
Da ließ sich Bellingham auf die linke Abwehrseite fallen, ging in den Zweikampf mit Nelson Deossa, dem auffälligsten Monterrey-Profi im Achtelfinale. Der Kolumbianer zog vorbei, der BVB-Youngster kam klassisch zu spät und räumte seinen Gegner so ab. Dem umsichtigen Schiedsrichter Facundo Tello aus Argentinien blieb nichts anderes übrig, als Bellingham zu verwarnen.
Weil es seine zweite Gelbe Karte im Turnierverlauf war und die Verwarnungen erst nach dem Viertelfinale gestrichen werden, verpasst Jobe Bellingham das Duell mit Real Madrid gesperrt. Es kommt also auch nicht zum Bruderkampf mit Jude Bellingham.
Bellingham verzichtete für den BVB auf Titel mit der U21
Die Eltern der beiden Mittelfeldspieler mag es freuen, dass sie nicht mit geteilten Loyalitäten ins Spiel gehen – und einer der Söhne schafft es außerdem garantiert ins Halbfinale. Für Jobe Bellingham ist es gewiss ärgerlich, das Prestigeduell gegen Real zu verpassen, noch dazu, wenn ausgerechnet der eigene Bruder zu den größten Stars gehört.
Böse Zungen mögen behaupten, der jüngere Bellingham habe sich die Gelbe absichtlich eingehandelt, um dem Duell aus dem Weg zu gehen. Schließlich musste er sich gemäß eigener Aussage dazu durchringen, beim BVB in die riesigen Fußstapfen von Jude zu treten.
Ernsthaft wird niemand diese Argumentation ins Feld führen. Dazu passte auch die Reaktion des Juniorennationalspielers nicht, der für die Klub-WM auf die letztlich für England mit dem Titelgewinn gekrönte U21-Europameisterschaft verzichtet hatte.
Kovač nimmt Druck vom BVB: „Wir haben schon überperformt“
Für den BVB wird der Ausfall schwer wiegen, Bellingham hat sich schnell in die erste Elf gespielt. Seine Dynamik, Physis und Ballsicherheit sind kaum zu ersetzen. Gegen Real Madrid umso mehr.
„Mit den Spielern und der Qualität, das ist ganz klar, dass sie da einen Vorteil haben uns gegenüber“, redete Torhüter Gregor Kobel nach dem Erfolg gegen Monterrey bei DAZN nicht um den heißen Brei. „Wir müssen es mit anderen Dingen wettmachen, einen guten Tag erwischen, alles geben, kämpfen, und dann werden wir sehen. Wir hoffen, dass wir dagegen halten können“, sagte der Schweizer.
Trainer Niko Kovač nahm derweil vorab den Druck vom Kessel. „Wir haben schon überperformt. Wir haben die Gruppenphase überstanden, jetzt ist alles Bonus für uns. Gegen den größten Klub der Welt zu spielen, ist für uns eine schöne Herausforderung.“
Es ist eine Herausforderung, die sich Jobe Bellingham von der Tribüne im MetLife Stadium von East Rutherford (New Jersey) anschauen muss.