BVB muss plötzlich um seinen neuen Rekordstürmer Guirassy zittern
VonLars Pollmann
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Serhou Guirassy ist der Königstransfer von Borussia Dortmund. Auf einmal machen Meldungen von einer Exit-Strategie für den Stürmer die Runde.
Dortmund – Serhou Guirassy hat Borussia Dortmund am Dienstagabend zum Sieg gegen den FC Barcelona geschossen. Der Dreierpack des Nationalspielers von Guinea hat zwar nicht zum Wunder im Viertelfinale der Champions League gereicht, dem Sommer-Einkauf vom VfB Stuttgart aber zu Rekorden verholfen.
Guirassy hat unter anderem Spieler wie Erling Haaland und Robert Lewandowski, aber auch Didier Drogba, Samuel Eto’o oder Mohamed Salah hinter sich gelassen: 13 Tore in seiner Champions-League-Saison sind sowohl neuer Vereinsrekord beim BVB als auch neuer Rekord für Fußballprofis aus Afrika im wichtigsten Klubwettbewerb der Welt.
Natürlich waren diese individuellen Weihen für Guirassy ein ebenso schwacher Trost wie die fast schon zwangsläufige Auszeichnung als Man of the Match seitens der UEFA. Erinnerungen wurden wach an Kai Havertz, der beim deutschen WM-Aus in Katar ein geradezu legendäres Fotomotiv mit der Trophäe für den Spieler des Spiels bot.
Guirassy verdient sich beim BVB das Prädikat „Königstransfer“
In der Gesamtbilanz von Guirassy in seiner ersten BVB-Saison stehen nunmehr 37 Scorerpunkte nach 40 Pflichtspielen. Das sind herausragende Zahlen, die das Prädikat „Königstransfer“ verdienen – insbesondere angesichts der Ablöse von nur 18 Millionen Euro, die wegen einer Klausel an den VfB zu zahlen gewesen sein soll.
Nun kommt allerdings heraus: Auch in Dortmund hat sich Guirassy offenbar eine Exit-Strategie gesichert. Wie zunächst Sport Bild berichtete und zwischenzeitlich von weiteren Medien bestätigt wurde, sind die Verantwortlichen des BVB bei Guirassy von ihrer Linie abgerückt. Eigentlich soll keinem Star in Dortmund mehr eine Ausstiegsklausel zugestanden werden.
Ausnahmen bestätigen aber bekanntlich fast jede Regel, und im Falle von Guirassy musste Dortmund wohl in diesen sauren Apfel beißen, um sich den Torjäger zu sichern. An ihm gab es schließlich auch von anderen Klubs reges Interesse. Für den BVB sprach im Vergleich etwa zum FC Bayern (der allerdings kein Angebot abgegeben haben soll) oder Klubs aus der englischen Premier League die klare Aussicht auf einen Stammplatz.
Klausel von BVB-Star Guirassy wohl nur für wenige Klubs gültig
Geht nun also das große Zittern um die Zukunft von Guirassy los? Die Antwort ist wohl ein „jein“. Denn: Erstens soll die Klausel nur für eine kleine Gruppe von absoluten Top-Klubs gelten, namentlich sind bisher der FC Chelsea und Real Madrid von verschiedenen Medien genannt worden. Und zweitens soll es bisher weder eine Kontaktaufnahme der entsprechenden Vereine zu Guirassy gegeben haben, noch soll der Stürmer in Dortmund Wechselabsichten geäußert haben.
Nicht auszuschließen aber, dass das Thema in den kommenden Wochen und Monaten heiß wird – die Klausel soll erst nach der FIFA Klub-WM im Sommer gültig sein. Einen Torjäger wie Guirassy, der seit dem Wechsel nach Stuttgart im September 2022 in 98 Pflichtspielen für die Schwaben und den BVB 72 Treffer erzielt hat, können sich viele Vereine in den eigenen Reihen sehr gut vorstellen.
BVB sollen für Guirassy soll rund 70 Millionen Euro Ablöse winken
Dortmund würden im Falle, dass die Klausel gezogen wird, wohl knapp über 70 Millionen Euro Ablöse winken, wobei der Sockelbetrag knapp darunter liegen soll. Viel Geld für einen Stürmer, der 29 Jahre alt ist und in seiner Karriere schon öfters Verletzungspech hatte.
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Beim BVB würde sich aber keine große Freude über das satte Transferplus breitmachen, das der Klub bei Guirassy verbuchen würde. Dass Dortmund einen solchen Stürmer gleichwertig kaum ersetzen könnte, ist völlig klar. Zwar ist der Klub, sollte er den Einzug in die Champions League verpassen, auf Einnahmen aus Transfers angewiesen, Guirassy soll aber nach Möglichkeit keine neue Baustelle aufmachen.
Gut möglich ist deshalb, dass der BVB den Stellenwert seines Rekordstürmers unterstreicht, zum Beispiel mit einer Nominierung in den Mannschaftsrat. Niko Kovač wäre dafür wohl zu haben. Auch am Dienstag adelte der Trainer Guirassy als „Lebensversicherung“ von Dortmund.