- VonBenedict Hottnerschließen
Intern beschäftigt sich Borussia Dortmund offenbar intensiv mit der Zukunft von Trainer Niko Kovač. Die Konturen einer Entscheidung werden immer klarer.
Dortmund – Offiziell gibt sich Borussia Dortmund derzeit noch zurückhaltend in der Trainerfrage. Sport-Geschäftsführer Lars Ricken erklärte im Bild-Interview: „Wir haben den Zeitablauf für die kommenden Monate besprochen und gesagt: Wir besprechen alles in Ruhe nach der Klub-WM.“ Diese Aussage wirkt wie ein klassisches Abwarten, doch laut Bild-Informationen verfolgt der BVB intern längst eine deutlich entschlossenere Linie.
Klarer BVB-Kurs bei Kovač
Demnach herrscht im Klub klare Einigkeit darüber, dass man mit Kovač weitermachen möchte – und das nicht erst am Ende der kommenden Saison. Die Idee: eine frühzeitige Vertragsverlängerung um mindestens ein weiteres Jahr, möglichst schon während der Vorbereitung auf die neue Spielzeit.
Die sportliche Leitung – bestehend aus Ricken, Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Sebastian Kehl – soll geschlossen hinter Kovač stehen.
Verlängerung als Signal an die Mannschaft
Für den BVB geht es nicht nur um Kontinuität auf der Trainerbank, sondern auch um die Signalwirkung gegenüber der Mannschaft. Die Verantwortlichen wollen ein Zeichen setzen, dass der Kovač-Weg auch in Zukunft die Richtung vorgibt. Bereits im Februar hatte man Kovač mit einem Vertrag bis 2026 ausgestattet. Damals sagte Ricken: „Wir wollten den Spielern klarmachen, dass er auch nächste Saison da ist und dass sie ihm wirklich folgen müssen.“
Die Idee, diesen Kurs nun mit einer frühzeitigen Verlängerung zu untermauern, nimmt laut Bild intern weiter Form an. Ein Blick auf die Konkurrenz untermauert den BVB-Ansatz: Bei RB Leipzig etwa folgte auf den Trainerwechsel von Marco Rose zu Interimslösung Zsolt Löw ein sportlicher Rückschritt – die Europa-Qualifikation wurde verpasst. Dortmund hingegen schaffte mit dem fest installierten Kovač die Aufholjagd von Platz elf auf Rang vier.
Kovač auch international begehrt
Schon jetzt formt Kovač sein sportliches Umfeld weiter nach eigenen Vorstellungen. Wie Bild berichtet, engagierte er Schlafexpertin Anna West, und auch in den Bereichen Ernährung und Athletik soll es personelle Verstärkungen geben. Zudem hat der 53-Jährige ein starkes Mitspracherecht bei der Kaderplanung – gerade mit Blick auf seine bevorzugte Spielweise mit Dreierkette und hohem Pressing.
Ein weiterer Grund für die mögliche Eile bei den Verhandlungen: Auch andere Klubs sollen ein Auge auf Kovac geworfen haben. Vor allem aus der englischen Premier League soll es wachsendes Interesse geben, was den Druck auf den BVB erhöht, Nägel mit Köpfen zu machen. (BenHot)
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