Am Rande der Laureus-Gala

Lewandowski-Botschaft für den FC Bayern: Barca-Star meldet sich mit Meister-Motivation

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Robert Lewandowski hat beim FC Bayern München eine große Lücke hinterlassen. Jetzt melder er sich mit einer Meister-Motivation.

Paris – Der FC Bayern München sucht nach einem neuen Mittelstürmer. Es gab Zeiten, da war diese Aussage an der Säbener Straße undenkbar, weil man Robert Lewandowski hatte. Dieser hatte sich im vergangenen Sommer aber dazu entschieden, nach acht Jahren ein neues Kapitel aufzuschlagen. Seitdem trifft der Pole für den FC Barcelona.

Robert Lewandowski
Geboren:21. August 1988 (Alter 34 Jahre), Warschau, Polen
Vereine (u. a.):Lech Posen, Borussia Dortmund, FC Bayern, FC Barcelona
Marktwert: 40 Millionen Euro (transfermarkt.de)

Robert Lewandowski: „Ich bin immer für Bayern München“

Das bedeutet aber nicht, dass Lewandowski seinen ehemaligen Kameraden nicht mehr die Damen drückt. Der mittlerweile 34-Jährige hatte mit seinem schier ewig andauernden Kampf für einen Barcelona-Wechsel zwar für einigen Unmut in München gesorgt. Wenn es aber um die Frage geht, welcher seiner beiden Ex-Vereine – also Dortmund oder Bayern – Deutscher Meister werden soll, dann ist die Antwort klar: „Ich bin immer für Bayern München.“

Worte, die bei den Bayern-Fans aufgrund der aktuellen Situation (Bundesliga spannend wie nie, frühes Aus in Pokal und Champions League, Trainerwechsel, große Unruhen, kein Lewandowski-Erbe in Sicht) sicher große Wehmut auslösen dürften.

Lewandowski-Botschaft für den FC Bayern: Barca-Star meldet sich mit Meister-Motivation

Und „Lewa“ geht im Gespräch mit Sport1, das ihn am Rande der Laureus-Awards-Verleihung in Paris getroffen hatte, sogar noch weiter. „Ich habe gehört, dass viele Menschen in Deutschland und Europa denken, dass es besser für die Bundesliga wäre, wenn Dortmund gewinnt.“

Er selbst ist aber „nicht dafür. Ich drücke den (Bayern-)Jungs immer die Daumen, dass sie gewinnen und zeigen, dass sie die Besten sind. Das werden noch drei spannende Spiele.“

Robert Lewandowski hat klar zum Ausdruck gebracht, für welchen seiner beiden Ex-Klubs sein Herz schlägt.

Lewandowski trifft auch in Barcelona und steht kurz vor nächstem Titel

Lewandowski sieht den Rekordmeister in den finalen Bundesliga-Wochen im Vorteil. „Ich denke, dass die Bayern jetzt auf einem guten Weg sind. Klar ist in den letzten Wochen viel passiert, was Auswirkungen auf den Kopf haben kann, aber ich denke, dass Bayern jetzt ein Stück vorne ist.“ Ein „Stück“ lässt sich auch an einer Zahl bemessen: Die Münchner liegen in der Tabelle einen Punkt vor dem BVB.

So eng geht es in Lewandowskis neuer Heimat bei weitem nicht zu. Barcelona ist mit 13 Punkten Vorsprung souveräner Tabellenführer, kann die Meisterschaft schon in Kürze eintüten. Die polnische Tormaschine funktioniert auch in Spanien: Mit 19 Treffern führt Lewandowski die Torschützenliste an.

Figo, Jeremies, Ibrahimovic: 15 Fußballer, die zum Erzrivalen gewechselt sind

Zlatan Ibrahimovic: Der schwedische Ausnahmespieler ist fürs Anecken bekannt. Dass ihm der Titel als Publikumsliebling herzlich egal ist, bewies er bereits mehrfach. 2010 wechselte er von Inter Mailand zum FC Barcelona und nur ein Jahr später zur AC Mailand, wo er heute bereits das zweite Mal unter Vertrag steht.
Zlatan Ibrahimovic: Der schwedische Ausnahmespieler ist fürs Anecken bekannt. Dass ihm der Titel als Publikumsliebling herzlich egal ist, bewies er bereits mehrfach. 2010 wechselte er von Inter Mailand zum FC Barcelona und nur ein Jahr später zur AC Mailand, wo er heute bereits das zweite Mal unter Vertrag steht. © picture alliance/dpa/AP | Antonio Calanni
Wayne Rooney: Kaum ein anderer Spieler steht so sehr für Manchester United wie der bullige Engländer. Wayne Rooney wechselte allerdings vom Erzrivalen Everton zu den Reds und wieder zurück. Zumindest der erste Wechsel sorgte bei Fans für Furore.
Wayne Rooney: Kaum ein anderer Spieler steht so sehr für Manchester United wie der bullige Engländer. Wayne Rooney wechselte allerdings vom Erzrivalen Everton zu den Reds und wieder zurück. Zumindest der erste Wechsel sorgte bei Fans für Furore. © IMAGO / PA Images
Jens Lehmann: 2006 wurde Jens Lehmann zum WM-Helden gegen Argentinien. Schalker werden den Torhüter aber für etwas anderes in Erinnerung behalten. 1998 wechselte der Keeper zum Revier-Rivalen Borussia Dortmund.
Jens Lehmann: 2006 wurde Jens Lehmann zum WM-Helden gegen Argentinien. Schalker werden den Torhüter aber für etwas anderes in Erinnerung behalten. 1998 wechselte der Keeper zum Revier-Rivalen Borussia Dortmund. © IMAGO / Sven Simon
Luís Figo: Bevor der portugiesische Mittelfeld-Star zur Ikone der Königlichen wurde, spielte er sage und schreibe fünf Jahre beim FC Barcelona. Den Transfer zu Real Madrid verziehen ihm die Katalanen nie – und bewarfen ihn bei einer Ecke gar mit einem Schweinekopf.
Luís Figo: Bevor der portugiesische Mittelfeld-Star zur Ikone der Königlichen wurde, spielte er sage und schreibe fünf Jahre beim FC Barcelona. Den Transfer zu Real Madrid verziehen ihm die Katalanen nie – und bewarfen ihn bei einer Ecke gar mit einem Schweinekopf. © IMAGO / Ulmer
Carlos Tévez: Von Manchester United zu Manchester City – diesen Schritt ging Carlos Tévez. Von 2007 bis 2009 von West Ham United an die Reds ausgeliehen, wechselte der Argentinier 2009 zu Manchester City. Dort wurde er 2012 durch das legendäre Last-Minute-Tor von Sergio Agüero Meister.
Carlos Tévez: Von Manchester United zu Manchester City – diesen Schritt ging Carlos Tévez. Von 2007 bis 2009 von West Ham United an die Reds ausgeliehen, wechselte der Argentinier 2009 zu Manchester City. Dort wurde er 2012 durch das legendäre Last-Minute-Tor von Sergio Agüero Meister. © IMAGO / Colorsport
Florian Wirtz: Trotz seines jungen Alters hat das Leverkusener Kronjuwel schon einen Wechsel hinter sich. Florian Wirtz machte es wie Bernd Schuster und kam vom Rhein-Rivalen. Mit damals 17 Jahren wechselte er vom 1. FC Köln zu Bayer Leverkusen.
Florian Wirtz: Trotz seines jungen Alters hat das Leverkusener Kronjuwel schon einen Wechsel hinter sich. Florian Wirtz machte es wie Bernd Schuster und kam vom Rhein-Rivalen. Mit damals 17 Jahren wechselte er vom 1. FC Köln zu Bayer Leverkusen. © IMAGO / Revierfoto
William Gallas: London ist ein heißes Pflaster. William Gallas hat den Großteil seiner Karriere in der britischen Hauptstadt verbracht. Dort kam er vom FC Chelsea zum Stadtrivalen FC Arsenal, bevor er zum nicht minder gehassten Rivalen Tottenham Hotspur wechselte.
William Gallas: London ist ein heißes Pflaster. William Gallas hat den Großteil seiner Karriere in der britischen Hauptstadt verbracht. Dort kam er vom FC Chelsea zum Stadtrivalen FC Arsenal, bevor er zum nicht minder gehassten Rivalen Tottenham Hotspur wechselte. © IMAGO / Paul Marriott
Bernd Schuster: Fußballromantiker müssen jetzt ganz stark sein. Bernd Schuster wechselte von Köln zum FC Barcelona. Anschließend verschlug es ihn über Real Madrid zu Atletico Madrid, bevor er bei Bayer Leverkusen landete. Viel mehr kann man nicht mit Herzen spielen.
Bernd Schuster: Fußballromantiker müssen jetzt ganz stark sein. Bernd Schuster wechselte von Köln zum FC Barcelona. Anschließend verschlug es ihn über Real Madrid zu Atletico Madrid, bevor er bei Bayer Leverkusen landete. Viel mehr kann man nicht mit Herzen spielen. © IMAGO / WEREK
Mario Götze: Einst Dortmunder Goldjunge, dann Symbolfigur für Rücksichtslosigkeit bayrischer Transferpolitik. Mario Götze wechselte vom BVB zum FC Bayern und zurück, bevor es ihn ins Ausland und schließlich nach Frankfurt verschlug.
Mario Götze: Einst Dortmunder Goldjunge, dann Symbolfigur für Rücksichtslosigkeit bayrischer Transferpolitik. Mario Götze wechselte vom BVB zum FC Bayern und zurück, bevor es ihn ins Ausland und schließlich nach Frankfurt verschlug. © IMAGO / Plusphoto
Jens Jeremies: Ein Wechsel zum Erzrivalen ist das eine, ein Wechsel zum Erzrivalen in der selben Stadt etwas ganz anderes. Jens Jeremies tat genau das. 1998 wechselte er von 1860 München zum FC Bayern, wo er 2006 seine aktive Karriere beendete.
Jens Jeremies: Ein Wechsel zum Erzrivalen ist das eine, ein Wechsel zum Erzrivalen in der selben Stadt etwas ganz anderes. Jens Jeremies tat genau das. 1998 wechselte er von 1860 München zum FC Bayern, wo er 2006 seine aktive Karriere beendete. © IMAGO / MIS
Andreas Möller: Durch seine Fähigkeiten bekannt und durch seine Schwalbe berühmt. Möller sorgte aber für noch mehr Aufsehen. 2000 wechselte er vom BVB zu Schalke 04, beteuerte aber, im Herzen ein Borusse zu sein.
Andreas Möller: Durch seine Fähigkeiten bekannt und durch seine Schwalbe berühmt. Andreas Möller sorgte aber für noch mehr Aufsehen. 2000 wechselte er vom BVB zu Schalke 04, beteuerte aber, im Herzen ein Borusse zu sein. © picture-alliance / dpa | Uta_Rademacher
Hakan Çalhanoğlu: Vom HSV zu Leverkusen in die Serie A. Hakan Çalhanoğlu spielte fünf Jahre bei AC Mailand, mit denen er 2021 Vizemeister wurde. Er wechselte Ablösefrei zum amtierenden Meister Inter Mailand, um dort dabei zuzusehen, wie sein Ex-Verein die Meisterschaft holte.
Hakan Çalhanoğlu: Vom HSV zu Leverkusen in die Serie A. Hakan Çalhanoğlu spielte fünf Jahre bei AC Mailand, mit denen er 2021 Vizemeister wurde. Er wechselte Ablösefrei zum amtierenden Meister Inter Mailand, um dort dabei zuzusehen, wie sein Ex-Verein die Meisterschaft holte. © IMAGO / NurPhoto
Ronaldo: Die wohl schrägste Frisur im Weltfußball. Die meisten verbinden Ronaldo mit Real Madrid. Der Brasilianer spielte zuvor aber für Barcelona und Inter Mailand. Nach Madrid zog es ihn zur AC Mailand. Mehr Erzrivalen-Wechsel geht nicht.
Ronaldo: Die wohl schrägste Frisur im Weltfußball. Die meisten verbinden Ronaldo mit Real Madrid. Der Brasilianer spielte zuvor aber für Barcelona und Inter Mailand. Nach Madrid zog es ihn zur AC Mailand. Mehr Erzrivalen-Wechsel geht nicht. © IMAGO / Ulmer
Andrea Pirlo: Der Maestro, der Zauberfuß im Mittelfeld – auch Andrea Pirlo wechselte von Inter Mailand zur AC Mailand. Anschließend machte er das Triple der italienischen Top-Clubs voll und beendete seine aktive Karriere bei Juventus Turin. Eine Achterbahn der Fan-Gefühle.
Andrea Pirlo: Der Maestro, der Zauberfuß im Mittelfeld – auch Andrea Pirlo wechselte von Inter Mailand zur AC Mailand. Anschließend machte er das Triple der italienischen Top-Clubs voll und beendete seine aktive Karriere bei Juventus Turin. Eine Achterbahn der Fan-Gefühle. © IMAGO / Insidefoto
Lothar Matthäus: 1984 wechselte der deutsche Superstar von Mönchengladbach zum FC Bayern. Kurz zuvor kam es zum legendären 1:1, bei dem Matthäus im Elfmeterschießen versagte und seinem neuen Arbeitgeber den Sieg bescherte.
Lothar Matthäus: 1984 wechselte der deutsche Superstar von Mönchengladbach zum FC Bayern. Kurz zuvor kam es zum legendären 1:1, bei dem Matthäus im Elfmeterschießen versagte und seinem neuen Arbeitgeber den Sieg bescherte. © IMAGO / Team 2

Lewandowski bald wieder gegen die Bayern? „Damals war es noch zu früh“

„Wir haben viele junge Spieler im Kader, die noch keinen großen Titel gewonnen haben. Das ist dann für sie ein großer Erfolg und kann auch der nächste Schritt in der Karriere sein. Für mich ist es auch wichtig, denn es wäre der nächste Titel im nächsten Land“, erklärte der Mittelstürmer am Rande der Gala weiter. „Ich freue mich sehr, in welche Richtung wir gehen, auch wenn wir als Klub große Probleme gehabt haben. Ich hoffe, dass es noch besser wird.“ Generell gehe es ihm bei Barca „super“.

Eine Rückkehr nach München gibt es also höchstens, wenn es in der neuen Saison in der Champions League zum großen FCB-Duell kommen sollte. Wie es der Zufall wollte, kam es schon im Herbst, also unmittelbar nach Lewandowskis Wechsel, zu Spielen in der Gruppenphase. „Damals war es noch zu früh und für mich war es emotional eine Herausforderung, gegen Bayern zu spielen. Aber jetzt nach den zwei Spielen wäre es vermutlich etwas einfacher“, meinte Lewandowski weiter.

Einen ehemaligen Kollegen hat er im spanischen Titelrennen längst ausgestochen. Dafür hat dieser wiederum noch die Champions League im Visier. Im tz-Interview spricht Real Madrids David Alaba über die anstehendene Aufgabe gegen Manchester City. (akl)

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