Entscheidung birgt hohes Risiko

BVB vollzieht bei Kaderplanung wohl radikalen Schritt

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Borussia Dortmund will für die anstehende Saison trotz Dreifachbelastung wohl einen Mini-Kader nutzen. Der Ansatz birgt Risiken und verunsichert die Fans.

Dortmund – Borussia Dortmund hat in der Sommerpause wohl eine radikale Entscheidung getroffen, die eine Umstrukturierung des Spielerkaders vorsieht. Verschiedenen Medienberichten zufolge planen Trainer Niko Kovac, Sportdirektor Sebastian Kehl und Sportgeschäftsführer Lars Ricken den Kader für die Saison dauerhaft auf nur 22 Spieler zu reduzieren – von derzeit 27 Spielern.

BVB plant wohl Kaderreduzierung auf 22 Spieler

Der BVB-Kader gehört bereits zu den kleineren in der Bundesliga, und die geplante Reduzierung könnte ihn gar zum kleinsten der gesamten Bundesliga machen. Angesichts der Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und Champions League und einem Spielplan, der kommende Saison um die 50 Spiele umfassen könnte, ist die Entscheidung durchaus fragwürdig.

Denn die Reduzierung des Kaders birgt erhebliche Risiken. In der Vergangenheit hatte der BVB wiederholt mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, die durch die Teilnahme an internationalen Wettbewerben wie der Champions League und jüngts der FIFA Klub-WM verstärkt wurden. Eine Verletzungswelle könnte den Kader schnell ausdünnen, was zu Engpässen führen könnte. Schon jetzt fehlen Spieler wie Nico Schlotterbeck und Julien Duranville lange Zeit. Weitere Ausfälle könnten die Mannschaft erheblich schwächen.

Auch die spielerischen Nachteile der Kaderverkleinerung liegen auf der Hand: Weniger Spieler bedeuten weniger taktische Flexibilität und weniger doppelt besetzte Positionen. Der fehlende Konkurrenzdruck könnte die Leistung der Stammspieler beeinträchtigen.

Borussia Dortmunds Kaderverkleinerung birgt hohe Risiken – und nur wenige Chancen

Trotzdem ist die sportliche Führung offenbar von der Maßnahme überzeugt, glaubt, dass auch mit 22 Spielern der Belastung standgehalten und möglichen Verletzungsproblemen getrotzt werden könne. Zudem versprechen sich die Bosse offenbar durch weniger Spieler die individuelle Entwicklung und Teamdynamik besser fördern zu können. Und auch möglicher Frust von Bankspielern würde wohl reduziert werden.

BVB-Trainer Niko Kovac geht wohl mit einem Mini-Kader von nur 22 Spielern in die neue Saison.

Ob der BVB auch mit einem kleinen Kader die großen sportlichen Ambitionen erreichen kann, bleibt abzuwarten. Fans tragen jedoch bereits jetzt Sorge aufgrund des angepeilten Experiments. In den sozialen Netzwerken finden sich einige kritische Kommentare von Anhängern, die die Entscheidung hinterfragen.

Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass beim BVB derzeit ein unerwarteterer Transferstau herrscht. Während die Kassen durch die Verkäufe von Jamie Gittens, Soumaïla Coulibaly und Youssoufa Moukoko eigentlich voll sind, warten Fans auf weitere Zugänge. Bei einem Wunschspieler sollen die Schwarz-Gelben jüngst die nächste Transfer-Absage bekommen haben. (LuHa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Nicolo Campo

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