Champions League als Herausforderung: Reicht die Stärke des Eintracht-Kaders aus?
VonChristopher Michel
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Eintracht Frankfurt erwartet eine Saison mit der Herausforderung Champions League. Ist das Team dafür schon ausreichend vorbereitet?
Frankfurt – Zum Abschluss der Vorbereitung hat Eintracht Frankfurt gegen zwei Mannschaften des FC Fulham getestet. Am Vormittag setzten sich die Hessen mit 3:1 durch, Elye Wahi traf doppelt und Neuzugang Ritsu Doan einfach. Am Nachmittag hingegen unterlag man dem Premier-League-Team mit 0:1 (0:1). Es fehlten Durchschlagskraft und vor allem Frische. Das ist aber normal zu diesem Zeitpunkt.
Die Eintracht sieht sich insgesamt gerüstet für die Saison mit den drei Wettbewerben Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal. Nach Informationen von Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, sind nach beiden Königstransfers Jonathan Burkardt und Doan prinzipiell keine weiteren Neuzugänge geplant. Allerdings sind solche Pläne zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Stempel „Stand jetzt“ versehen.
Eintracht will Quartett weiterhin abgeben
Sportvorstand Markus Krösche möchte zunächst vor allem bei Aurelio Buta, Mo Dahoud, Junior Dina Ebimbe und Hrvoje Smolcic Lösungen finden. Das Quartett soll noch abgegeben werden, bei der Eintracht haben sie allesamt keine Zukunft mehr. Doch hat der Kader tatsächlich schon die nötige Qualität, um vor allem in der Königsklasse mehr als nur einen „Touristen-Status“ zu erlangen?
Zweifelsohne stehen Trainer Dino Toppmöller viele verschiedene Fähigkeiten und enormes Talent zur Verfügung. Auch den Abgang von Superstar Hugo Ekitiké zum FC Liverpool konnten die Hessen mit Burkardt und Doan auf dem Papier prima auffangen. Wahi kommt immer besser in Form, Michy Batshuayi ist ein erfahrener Backup. Im Sturm ist somit nur bei einem Abgang ein Neuzugang nötig.
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Die Offensive ist auch hinter den Stürmern gut aufgestellt – und zwar in der Spitze und Breite. Doan, Mario Götze, Can Uzun, Ansgar Knauff, Jean-Matteo Bahoya, Farès Chaibi und Herausforderer Paxten Aaronson bringen allesamt verschiedene und spannende Profile mit. Ob Tempo, Geradlinigkeit, Technik, Torgefahr, Dribbling, Spielwitz oder Tiefgang – Toppmöller hat ein breites Portfolio zur Verfügung.
Fragezeichen gibt es allerdings noch in den hinteren Reihen. Die Viererkette vor Torhüter Kevin Trapp ist mit Rasmus Kristensen, Robin Koch, Arthur Theate und Nathaniel Brown hochklassig besetzt. Nnamdi Collins ist ein verheißungsvoller erster Nachrücker, auch Elias Baum soll Chancen erhalten. Doch was ist mit Innenverteidiger Aurèle Amenda und Linksverteidiger Niels Nkounkou?
Diese Fragen muss die Führung bis zum Ende der Transferperiode am 1. September ehrlich beantworten. Sollte es wirklich Zweifel daran geben, dass Amenda und Nkounkou helfen können, braucht es noch Korrekturen. Dies gilt auch für die Sechserposition. Ellyes Skhiri konnte in der Vorbereitung kaum mittrainieren, Oscar Höjlund verpasste bisher den nächsten Schritt. Hugo Larsson alleine ist zu wenig.
Natürlich ist Chaibi zu einem der Gewinner der Vorbereitung mutiert. Der Algerier hat unbestritten große strategische Qualitäten und er ist besser im Zweikampf, als es auf den ersten Blick auffällt. Dennoch gibt es Fragezeichen, ob das tatsächlich stante pede auf höchstem Niveau funktioniert. Die Position des Sechsers ist eine, die den Unterschied zwischen guten und sehr guten Teams ausmacht.
Eine Vorbereitung ist jedoch auch dazu da, das Team auf Herz und Nieren zu prüfen. In den kommenden 21 Tagen lassen sich noch Lücken schließen. Öffnen sich bis zum „Deadline Day“ Türen, möglicherweise auch für eine Leihe? Im Frühjahr tauchte etwa der Name Wataru Endo vom FC Liverpool in der Gerüchteküche auf. Der erfahrene Japaner stand unter Coach Arne Slot nur 865 Minuten auf dem Feld.
Eintracht-Sportvorstand Krösche hat häufiger schon Last-Minute-Deals getätigt. Es ist nicht auszuschließen, dass er auch diesmal spät in der Transferperiode tätig wird. Der Plan ist aktuell zwar ein anderer – zumindest lautet so die offizielle Sprachregelung. Doch wer den Manager kennt, der weiß, dass er weiter am optimalen Kader arbeitet. Und dort täte ein Sechser definitiv noch gut.