Trotz Burkardt und Doan: Eintracht-Kader wirft einige Fragen auf
VonChristopher Michel
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Neben Jonathan Burkardt wird wohl bald schon Ritsu Doan bei Eintracht Frankfurt stürmen. Vollständig ist der Kader aber auch dann noch nicht.
Frankfurt – Eintracht Frankfurt hat sich in diesem Sommer bereits kostspielig auf dem Transfermarkt verstärkt. Nach Jonathan Burkardt, der aus Mainz kam, steht nun auch Ritsu Doan kurz vor dem Wechsel vom SC Freiburg zu den Hessen. Für die beiden Offensivspieler überschreiten die Hessen jeweils die 20-Millionen-Euro-Marke, sie haben beide das Zeug zur Sofortverstärkung.
Auch auf der Abgabeseite hat sich einiges getan. Hugo Ekitiké, Tuta und Igor Matanovic sind – ohne Abgaben an Berater oder Klubs – für weit über 100 Millionen Euro gegangen. Weitere Bewegung bahnt sich allerdings an. Da ist noch das Quartett, das schon die USA-Reise nicht mehr mitgemacht hat: Aurelio Buta, Mo Dahoud, Junior Dina Ebimbe und Hrvoje Smolcic. Sie befinden sich auf Vereinssuche.
Eintracht hat noch einige Fragen zu beantworten
Im Lauf der Vorbereitung sind noch einige Fragezeichen dazugekommen. Hat die Eintracht bereits die qualitative Breite hergestellt, die für den Tanz auf den drei Hochzeiten Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal nötig ist? Die Reise ins Trainingslager in den USA hat offenbar neue Erkenntnisse gebracht.
Innenverteidiger Aurèle Amenda konnte die sportliche Leitung wohl nicht vollumfänglich von sich überzeugen. Der Schweizer benötigt vollstes Vertrauen und Spielpraxis. Das Eintracht-Interesse an Ko Itakura von Borussia Mönchengladbach oder Clément Akpa vom AJ Auxerre tauchte nicht ohne Grund auf. Ein Amenda-Verbleib ist zwar nicht ausgeschlossen, ein Abgang würde allerdings nicht mehr überraschen.
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Im zentralen Mittelfeld sind im fitten Zustand Ellyes Skhiri und Hugo Larsson das Herzstück gewesen. Das Duo sollte auch weiterhin gesetzt sein. Farès Chaibi konnte in der Vorbereitung Akzente setzen und sich als neue Option anbieten. Und dahinter? Oscar Höjlund und Paxten Aaronson investieren viel, doch die Konkurrenz in der Schaltzentrale ist gewaltig. Reicht das, um auf Einsatzminuten zu kommen?
Michy Batshuayi soll im Optimalfall die Rolle als Angreifer Nummer drei einnehmen. Der Belgier kommt in der Mannschaft sehr gut an, Toppmöller weiß ganz genau, was er an ihm hat. Aber was will Batshuayi? Ist er mit dieser Rolle zufrieden? Erste Abgangs-Gerüchte tauchen auf, der „Wandervogel“ will wohl weiterhin mehr Zeit auf dem Platz als auf der Bank verbringen. Sollte es dazu kommen, braucht die Eintracht einen weiteren Angreifer.
Und dann ist da noch der besondere Fall Niels Nkounkou: Der Franzose ist beliebt in der Kabine, er identifiziert sich mit der Eintracht und den Werten des Klubs. Nkounkou kann im Spiel nach vorne enorme Power und Wucht entwickeln. Demgegenüber steht eine Fehleranfälligkeit in der Defensive. Ein Backup von Nathaniel Brown muss zuverlässig liefern. Nkounkou hat diesen Schritt bislang verpasst.
Der Kader der Eintracht ist trotz des Verlusts von Ekitiké schon jetzt stark besetzt. Das Gerüst steht, die Neuzugänge bringen Bundesligaerfahrung und Qualität mit. Dennoch sollte in der Breite in den kommenden rund vier Wochen bis zum 1. September noch etwas passieren – damit aus Frage- bald schon Ausrufezeichen werden.