Coman-Transfer fix? Worte von Bayern-Boss vor Testspiel lassen tief blicken
VonPhilipp Kuserau
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Bayern-Star Kingsley Coman bleibt dem Testspiel gegen Zürich fern – FCB-Sportdirektor Christoph Freund nennt den Grund. Die Wahrheit liegt vermutlich woanders.
Zürich – Eine kurze, aber vielsagende Aussage von Bayern-Sportdirektor Christoph Freund vor dem Testspiel gegen die Grasshoppers Zürich sorgte für Aufmerksamkeit: „King ist leider krank“, begründete er das erneute Fehlen von Kingsley Coman im Kader der Münchner. Doch diese lapidare Erklärung dürfte angesichts der aktuellen Transfer-Entwicklungen eher diplomatischer Natur sein.
Der französische Flügelspieler steht übereinstimmenden Medienberichten unmittelbar vor einem Wechsel zu Al-Nassr in die saudi-arabische Pro League. Die „Krankheit“ könnte daher als Schutzmaßnahme interpretiert werden, um den 29-Jährigen vor dem finalen Transferschritt zu schonen und mögliche Verletzungsrisiken zu vermeiden.
Coman-Abschied fix? Aussage von Bayern-Boss Freund vor Testspiel gegen Zürich lässt tief blicken
Aktuellen Berichten zufolge haben sich alle beteiligten Parteien bereits auf einen Transfer geeinigt. Coman wird den FC Bayern nach zehn Jahren verlassen und zu Al-Nassr wechseln, wo er künftig an der Seite von Superstar Cristiano Ronaldo spielen wird. Die Ablösesumme soll bei rund 30 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen liegen.
Für den Franzosen dürfte der Wechsel in die Wüste einen enormen finanziellen Sprung bedeuten: Statt seiner bisherigen 17 Millionen Euro brutto in München winken ihm in Saudi-Arabien offenbar zwischen 20 und 25 Millionen Euro netto pro Jahr. Ein Angebot, das offenbar selbst seine ursprünglichen Pläne über den Haufen warf.
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Noch vor wenigen Wochen hatte Coman während der Klub-WM in den USA eigentlich betont, beim FC Bayern bleiben zu wollen: „Ich will gerne bei Bayern bleiben. Ich habe zwei Jahre Vertrag“, erklärte er damals. Das lukrative Angebot aus Saudi-Arabien scheint jedoch seine Meinung grundlegend geändert zu haben.
Die Tatsache, dass Freund das Fehlen des Flügelspielers mit einer Krankheit begründete, deutet darauf hin, dass der Transfer bereits in den finalen Zügen steckt. Eine in der Fußballszene übliche Taktik – insbesondere in einer Transferphase –, Spieler vor wichtigen Wechseln zu schonen und den bevorstehenden Deal nicht durch unvorhergesehene Ereignisse zu gefährden.
Nach 339 Spielen und 72 Toren im Bayern-Trikot steht Coman vor dem Ende einer Ära. Sein möglicherweise letzter Treffer für die Münchner war der sehenswerte Schlenzer beim 4:0-Sieg gegen Tottenham – ein würdiger Abschied für einen Spieler, der mit seinem Siegtreffer im Finale den Verein 2020 zum Champions-League-Sieg führte. (kus)