Beim Kantersieg der Eintracht gegen Helsinki stehen nach dem Spiel nicht die Torschützen im Scheinwerferlicht. Es ist Timothy Chandler, der für die Szenen des Abends sorgt.
Frankfurt – Es läuft die 89. Minute des Conference-League-Spiels zwischen Frankfurt und HJK Helsinki. Die Eintracht führt bereits mit 5:0, als Dina Emimbe eine Flanke zum 6:0-Endstand vollendet. Das Waldstadion ist außer sich. Nicht aufgrund des Treffers, sondern der Entstehung. Vorlagengeber zum 6:0 war Timothy Chandler.
Timothy Chandler
Geboren:
19. März 1990 (33 Jahre alt) in Frankfurt am Main
Bundesligaspiele (Tore) für die SGE:
158 (9)
Länderspiele (Tore):
29 (1)
Timothy Chandler: Erster Einsatz – erster Assist
Der 33-Jährige wurde erst knappe zehn Minuten zuvor für Ansgar Knauff eingewechselt. Die SGE-Fans bejubelten anschließend jeden Ballkontakt euphorisch. Für Chandler waren es die ersten Pflichtspielminuten in dieser Saison. Auch in der letzten Saison spielte der gebürtige Frankfurter schon fast keine Rolle mehr.
Unter Oliver Glasner stand Chandler zusammengerechnet in 98 Spielminuten auf dem Platz. Dennoch ist der Außenverteidiger nach wie vor ein ganz wichtiger Bestandteil des SGE-Kaders und Bezugsperson für die Fans. Chandler steht wohl wie kein anderer Eintracht-Star im Kader für den Verein.
Chandler in der Conference League als Kaderspieler gesetzt
Abgesehen von einem vierjährigen Abstecher zum 1. FC Nürnberg trägt der ehemalige us-amerikanische Nationalspieler seit 2001 den Adler auf der Brust. Der ewige Timmy eben.
Auch wenn Chandler in der Bundesliga oder dem DFB-Pokal des Öfteren nicht mal mehr im Kader steht, sind es Nächte wie die vergangene, die in Erinnerung bleiben. In den europäischen Wettbewerben ist dem Außenverteidiger ein Kaderplatz zumeist sicher. Nach UEFA-Regularien müssen vier der 25 gemeldeten Spieler sogenannte „Locals“, also vom Verein ausgebildete Spieler, sein. Chandler ist einer von ihnen.
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Wenn der ewige Chandler dann auch noch ein Tor auflegt, werden selbstredend auch die Kollegen emotional. Torhüter Jens Grahl, der mit 35 Jahren sein internationales Debüt feierte, sagte nach dem Spiel: „Für Timothy Chandler habe ich mich sehr gefreut, dass die Fans ihn so gefeiert haben, weil er so ein geiler Typ ist.“
Und auch Trainer Dino Toppmöller lobte: „Der Einsatz von Timmy war eine tolle Sache. Er konnte sich selbst belohnen. Er ist ein extrem wichtiger Spieler für uns in der Mannschaft.“ Als Belohnung wurde Chandler nach dem Spiel vor die Fankurve vorgeschickt. Es war das letzte Mal an diesem Tag, dass das Waldstadion außer sich vor Freude war. (kk)