„Dann wird er mich rausschmeißen“: Welchen Bayern-Boss ersetzt Müller?
VonDaniel Michel
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Nach 25 Jahren beim FC Bayern muss sich Thomas Müller aus München verabschieden. Vorerst! Doch was passiert, wenn er als Funktionär zurückkehrt?
München – Thomas Müller wurde zu seinem Abschied vom FC Bayern gezwungen. Womöglich hätte er dies im Vorfeld verhindern können, aber nun gilt: Im Sommer ist für den Weltmeister von 2014 Schluss in München. Es wird noch einige Zeit dauern, bis der 35-Jährige dieses dramatische Aus bei seinem Herzensklub verarbeitet hat.
Da er noch Fußballspielen will, ist es wahrscheinlich, dass der Offensiv-Allrounder noch einmal bei einem Verein im Ausland auf Torejagd geht. Die USA gelten derzeit als Favorit.
Doch bald schon kommt für den 35-Jährigen die Zeit nach der Profikarriere. Es wird darüber viel spekuliert, wie die Zukunft von Müller aussehen könnte. Er selbst lässt sich alle Optionen offen. Dennoch wirkt es so, als wolle Müller eher Klub-Funktionär als Trainer werden.
Thomas Müller kommt „definitiv“ zum FC Bayern zurück
Von mehreren Seiten wurde ihm bereits angeboten, künftig eine bedeutende Rolle beim FC Bayern zu übernehmen. Sportvorstand Max Eberl versicherte im „Doppelpass“ von Sport1 sogar, dass dies „definitiv“ so kommen werde.
Doch wenn Müller in absehbarer Zeit zum FC Bayern in neuer Funktion zurückkehrt, muss für die Bayern-Legende auch im Organigramm Platz geschaffen werden. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ein anderer Boss seinen Posten räumen muss.
Das Pokern um die Gunst von Müller hat längst begonnen
Intern hat das Pokern um die Gunst von Müller bereits begonnen – und auffällig war wiederum eine Aussage von Eberl im „Doppelpass“. Die Talk-Runde spekulierte, ob nicht Müller bald der Chef von Eberl sein könnte. Der Sportvorstand antwortete spontan: „Dann wird er mich vielleicht rausschmeißen.“
Schnell schob Eberl nach, dass die Aussage nur „Spaß“ gewesen sei. Allerdings müssen die Knie von mehreren Bayern-Bossen tatsächlich schlottern.
Müller ist die große Identifikationsfigur des FC Bayern
Müller hat 25 Jahre für den Verein gelebt und hat Millionen Fans in aller Welt hinter sich. Er war als Spieler extrem erfolgreich, ist intelligent, wortgewandt, gut vernetzt, ein Medienstar und eine absolute Identifikationsfigur sowohl für die klassischen Fans im Kernland Oberbayern als auch für die internationalen Supporter, ob in Korea oder den USA.
Wenn Müller Ansprüche auf einen Posten erhebt, wird es ganz schwer sein, ihm diesen Wunsch zu verwehren.
Und so machen sich nach Informationen von Absolut Fußball, dem Fußballportal von Home of Sports, Führungspersönlichkeiten des FC Bayern bereits längere Zeit schon Gedanken, wie sie mit und an der Seite von Müller weiter glänzen können und damit auch ihre Macht im Verein absichern. Doch wer müsste wirklich um seinen Job beim FC Bayern zittern?
Sehr gutes Verhältnis mit Jan-Christian Dreesen
Greift Müller nach der kompletten Macht, müsste er für sich den Posten als Vorstandschef des FC Bayern beanspruchen. Allerdings pflegt er ein extrem gutes Verhältnis zum amtierenden Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen.
Eine weitere bedeutende Funktion ist die des Präsidenten des FC Bayern e.V. Derzeit hat sie Herbert Hainer inne, ehemaliger Chef von adidas und enger Freund von Ehrenpräsident Uli Hoeneß.
Hainer führt seinen Job ohne Skandale aus, brilliert aber in dieser Funktion auch nicht wie einst Hoeneß oder Franz Beckenbauer. Was auch gar nicht möglich ist, da Hainer kein Profifußballer war.
Der Präsident des FC Bayern ist in der Regel auch Vorsitzender im Aufsichtsrat der Profi-Abteilung. Hierdurch kommt dem Posten enorme Macht zu. Andererseits ist der Präsident in das Tagesgeschäft der Profis kaum involviert.
Die Funktion dürfte somit nicht ganz zum Wesen von Müller passen, auch wenn Ex-Teamkollege Marcell Jansen in jungen Jahren genau diesen Weg beim Hamburger SV eingeschlagen hat.
Hamann zählt Bayern-Sportchef Eberl an
Bedeutender ist in diesem Zusammenhang natürlich die Funktion des Sportvorstands, die Max Eberl derzeit innehält. Der Niederbayer liebt den FC Bayern, scheint aber der großen Aufgabe als Manager des deutschen Rekordmeisters nicht gewachsen zu sein. Im Fall von Thomas Müller entschuldigte er sich für sein Vorgehen.
Experte Dietmar Hamann ist überzeugt, dass Eberls Position bereits diesen Sommer intensiv im Verein diskutiert wird, obwohl Eberl noch zwei Jahre Vertrag beim FC Bayern besitzt. Sprich: Auch ohne Müller-Ansprüche wird es für Eberl schwer, sich langfristig auf diesem Posten zu halten. Allerdings könnte sich das Bild über Eberl mit einem großartigen Transferfenster im Sommer noch ändern.
Christoph Freund besitzt Jobgarantie beim FC Bayern
Mit Eberl eng zusammen arbeitet Sportdirektor Christoph Freund. Der Posten des Österreichers eignet sich formal auch in anderen Klubs für Ex-Profis, die am Beginn ihrer Funktionärskarriere stehen und den Verein in der Tiefe besser kennenlernen wollen.
Freund selbst verhält sich im Verein äußerst charmant und korrekt, er wird von vielen Seiten sehr geschätzt und gilt für das Auffinden von Talenten als wichtiger Ansprechpartner des Klubs.
Die Spielerfrauen der Bayern-Stars – von der Jugendliebe bis zur Profisportlerin
Dafür wurde Freund nach über 15 Jahren im Red-Bull-Fußballimperium vor zwei Jahren extra nach München geholt, um den Rekordmeister in der Sichtung von Talenten und ihren Einbau in die Profi-Mannschaft nach vorne zu bringen.
Fazit: Sollte Thomas Müller zeitnah zum FC Bayern in einer neuen Rolle zurückkehren wollen, müsste am ehesten Max Eberl um seinen Job fürchten.
Die Eberl-Aussage am vergangenen Sonntag („Dann wird er mich rausschmeißen“), vielleicht war sie dann doch eine Mischung aus Spaß und Ernst.