VonPhilipp Kuserauschließen
Florian Wirtz wechselt nicht zum FC Bayern. Diese Absage eröffnet den Münchnern allerdings auch neue Möglichkeiten auf dem Transfermarkt.
München – Es sollte der Transfercoup des Sommers werden: Florian Wirtz im Bayern-Trikot, der deutsche Zauberfuß als neues respektive zweites Gesicht des Rekordmeisters neben Jamal Musiala. Doch die Träume der Münchner sind geplatzt. Der 22-jährige Ausnahmespieler hat sich gegen einen Wechsel an die Isar entschieden und tendiert stattdessen zu einem Transfer zum FC Liverpool. Was zunächst wie eine herbe Niederlage aussieht, könnte sich jedoch auch als große Möglichkeit für den FC Bayern erweisen.
Florian Wirtz gibt dem FC Bayern einen schmerzhaften Korb: Transfer hätte System und Finanzen belastet
Die Bayern-Verantwortlichen hatten große Pläne mit Florian Wirtz. Zusammen mit Jamal Musiala sollte er den FC Bayern in eine neue Ära führen. Doch die Realität wäre komplizierter gewesen. Beide Spieler agieren am liebsten aus dem Zentrum heraus, was Trainer Vincent Kompany zu taktischen Anpassungen und wohl sehr wahrscheinlich zu einem anderen System gezwungen hätte.
Das finanzielle Volumen, das der Transfer von Wirtz verschlungen hätte (250 bis 300 Millionen Euro) hätte die Münchner finanziell an ihre Grenzen gebracht. Auch wenn Finanzierungshilfen von Sponsor Adidas und Kredite bei der Abwicklung des Transfers geholfen hätten – die künftige finanzielle Handlungsfähigkeit wäre erheblich eingeschränkt gewesen. Doch womöglich wurden die Münchner Kaderplaner um Sportvorstand Max Eberl und Christoph Freund ja auch zu ihrem Glück gezwungen.
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Anstelle von Wirtz kann der FC Bayern den Fokus nun auf dringende Kader-Baustellen richten
Statt mit der Verpflichtung von Wirtz einen Königstransfer abzuwickeln, kann der Fokus nun auf dringendere Baustellen gerichtet werden. Der Kader weist nämlich die ein oder andere Schwachstelle auf: Zum einen erschien die Innenverteidigung in den vergangenen Monaten nach wie vor zu wackelig, zum anderen braucht es in der Offensive auf der linken Außenbahn ein Pendant zum stark aufspielenden Michael Olise sowie einen Backup für Harry Kane.
Mit dem nicht ausgegebenen Geld für Wirtz können die Bayern-Verantwortlichen nun einen zweiten dribbelstarken Flügelflitzer der Klasse von Olise verpflichten und in einen Ersatzmann für Kane investieren. Als Kandidaten für die Linksaußen-Position gelten Kaoru Mitoma von Brighton, Rafael Leao von der AC Mailand, Nico Williams von Athletic Bilbao, Eberechi Eze von Crystal Palace und Cody Gakpo vom FC Liverpool.
Wechsel von Tah und Bischof zeigen, dass gute Transfers nicht immer teuer sein müssen
In der Innenverteidigung schuf der FC Bayern bereits Abhilfe und sicherte sich wohl die Dienste von Jonathan Tah. Der DFB-Verteidiger soll im besten Fall der neue Abwehr-Leader der Münchner werden und für mehr Stabilität sorgen. Der 29-Jährige hat seine Klasse in den vergangenen beiden Jahren nachhaltig nachgewiesen und bringt Führungsqualitäten mit. Sollte sich während des Transfersommers noch etwas in der Abwehr tun – ein Abgang von Minjae Kim scheint nicht ausgeschlossen – so müssten die Münchner auch hier nochmal nachlegen.
Das Mittelfeld verstärkt der ablösefreie Neu-Nationalspieler Tom Bischof von der TSG Hoffenheim. Tah und Bischof wechseln zudem ablösefrei an die Säbener Straße – potenziell gute Transfers müssen also nicht immer eine große Stange Geld kosten. Diese Strategie verschafft den Bayern deutlich mehr Flexibilität, als sie mit einem 300-Millionen-Euro-Transfer für Wirtz gehabt hätten. (kus)
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