DAZN übernimmt Bundesliga-Konferenz: Das müssen Fans jetzt wissen
VonAdrian Kühnel
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Am kommenden Wochenende startet die neue Bundesliga-Saison, die beliebte Konferenz wird künftig von DAZN übertragen. Was sich für Fans ändert.
Frankfurt – Endlich wieder Bundesliga! Der Start der Saison 2025/26 steht kurz bevor und für die Fans gibt es einige Neuerungen. Nach 25 Jahren bei Sky (zuvor Premiere) wechselt die beliebte Bundesliga-Konferenz am Samstag um 15.30 Uhr den Anbieter.
DAZN hat sich das Kronjuwel des deutschen Fußball-Fernsehens gesichert und plant eine kleine Revolution am Samstagnachmittag. Doch was erwartet die Fans ab der Saison 2025/26? Während Sky jahrzehntelang aus dem Studio in Unterföhring sendete, wagt DAZN bei der Konferenz den Sprung direkt ins Stadion.
DAZN produziert Bundesliga-Konferenz aus dem Stadion
Die Konferenz wird künftig direkt vom Spielfeldrand des 15.30-Uhr-Topspiels übertragen – ein Novum in der deutschen Fernsehlandschaft. „Ein authentisches Stadiongefühl für die Zuschauer“, verspricht sich Programmchef Michael Bracher von diesem mutigen Schritt. Die Botschaft ist klar: Näher geht nicht. Während in den anderen Stadien Reporter vor Ort sind, entstehen die Kommentare aus einem eigens errichteten Konferenz-Studio. Eine Mischung aus Tradition und Innovation also.
DAZN setzt dabei auf bewährte Namen: Sami Khedira fungiert als Hauptexperte der Konferenz, Michael Ballack übernimmt primär die Sonntage. Sebastian Kneißl, Tobias Schweinsteiger und Neuzugang Nils Petersen runden das Experten-Team ab. „Ein Teil davon zu sein“, so Petersen, der 295 Mal in der Bundesliga stürmte, „ist absolut legendär“, denn „als Kind der Bundesliga liebe ich die Konferenz schon immer“. Seine Mission? Den richtigen Mix aus Fachwissen und Unterhaltung zu finden, ohne den Zuschauer zu überfordern.
Spätstart, Fanliebling und Familiendrama – das Leben von Bayern-Königstransfer Luis Diaz
Dazu gesellen sich Laura Wontorra und Daniel Herzog als Moderatoren-Duo. Zu den Kommentatoren zählen unter anderem DAZN-Urgesteine wie Jan Platte und Marco Hagemann. Dazu werden neue und bekannte Stimmen wie Robby Hunke, Oliver Forster und Florian Malburg zu hören sein. Als Field-Reporter wird Social-Media-Creator Conan Furlong im Einsatz sein.
Bracher kündigt „entertainige“ Elemente an, man wolle die jüngere Zielgruppe ansprechen, aber zugleich die ältere unterhalten. „Es geht um das Fußballerische. Wir wollen nah am Ball sein, nah am Platz und so den Zuschauer begeistern“, so Bracher. Und trotzdem darf sich der Fan auf Innovationen freuen.
Innovationen für die Bundesliga-Zuschauer
Konkret bedeutet das: schnelleres Hin- und Herschalten zwischen den Spielen, Splitscreen-Einsätze und eine neue Dynamik bei der Übertragung. „Bei einer Ecke zur Ecke und bei einem Freistoß in Tornähe zum Freistoß“, erklärt der DAZN-Programmchef das Konzept. Das Ziel: Ein ausgewogener Mix aus Live-Toren und den berühmten „Tor-Schrei“-Nachreichungen.
Eine Neuerung betrifft beide Anbieter: Sowohl DAZN als auch Sky haben sich die Re-Live-Rechte aller Bundesliga-Spiele gesichert. Fans können künftig alle 90 Minuten direkt nach Abpfiff auf beiden Plattformen noch einmal anschauen. „Ein Riesenmehrwert“, kommentiert Bracher diese Entwicklung.
Das DAZN-Komplettpaket kostet monatlich 34,99 Euro im Jahresabo, 44,99 Euro bei monatlicher Kündbarkeit. Immerhin gibt es mit „Super Sports“ ein vergünstigtes Konferenz-Paket für monatlich 19,99 Euro im Jahresabo, 24,99 bei monatlicher Kündbarkeit – allerdings ohne die Sonntagsspiele, die DAZN ansonsten ebenfalls zeigt. Bis zum Bundesliga-Start bietet DAZN das „Super Sports“-Paket aktuell noch für 9,99 Euro an.
Bei Sky läuft künftig das Einzelspiel am Freitagabend sowie das Topspiel am Samstagabend, dazu alle Einzelspiele am Samstagnachmittag. Der Pay-TV-Sender kontert den Konferenz-Verlust mit einer Multiview-Option, die mehrere Samstags-Partien gleichzeitig zeigt. Bracher sieht das gelassen: „Es wird uns ein paar Zuschauer kosten, aber es werden nur ein paar sein.“ DAZN übernimmt ein „großes Erbe“, wie Bracher es formuliert. 25 Jahre Konferenz bei der Konkurrenz haben Standards gesetzt, die schwer zu übertreffen sind.
Eines ist sicher: Die Bundesliga-Konferenz wird ab August 2025 anders aussehen, klingen und sich anfühlen. Ob besser oder schlechter, bleibt abzuwarten. Der Mut zur Veränderung ist DAZN jedenfalls nicht abzusprechen. Lohnen soll sich die Bundesliga-Konferenz für DAZN auf jeden Fall. In Deutschland ist der Streaminganbieter laut DAZN-Chefin Alice Mascia seit der zweiten Jahreshälfte 2024 durchgängig profitabel.