VonManuel Bonkeschließen
Philipp Kesslerschließen
Während Sportvorstand Max Eberl sich offenbar freischwimmen möchte, nimmt Sportdirektor Christoph Freund gerne den Rat von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß an.
München - Welchen Einfluss hat Ehrenpräsident Uli Hoeneß noch auf sportliche Entscheidungen beim FC Bayern? Diese Frage stellen sich nach dem voraussichtlichen Ende der Ära Thomas Müller beim deutschen Rekordmeister viele FCB-Anhänger. Denn qua Amt als Aufsichtsratsmitglied hat Hoeneß lediglich eine Kontrollfunktion und ist nicht mehr ins Tagesgeschäft involviert. Einen Einblick in die Zusammenarbeit mit dem 73-Jährigen gab nun Sportdirektor Christoph Freund.
„Uli hat und wird sich nie den Mund verbieten lassen“
Der Österreicher wurde in einem Interview mit dem Online-Portal „90 Minuten“ gefragt, wie er damit umgehe, wenn die Bayern nach Aussagen von Hoeneß in die Schlagzeilen gerieten. „Uli Hoeneß lebt mit großer Leidenschaft den Verein. Das ist sein Verein, den würde es ohne ihn bei weitem nicht so geben. Wenn ihm was auffällt oder er was zu sagen hat, dann macht er das auch. Uli hat und wird sich nie den Mund verbieten lassen“, antwortete Freund und erklärte: „Wir alle wissen, dass er immer das Wohl des FC Bayern im Sinn hat. Ich habe immer wieder einen sehr guten Austausch mit ihm. Uli hat sehr viel Erfahrung und kennt den Verein sehr gut.“
Während Freund den Rat von Hoeneß also gerne annimmt, versucht sich Sportvorstand Max Eberl mehr und mehr vom langjährigen Bayern-Patron zu emanzipieren. Ganz so einfach ist das Vorhaben für Eberl nicht, immerhin muss er Transfers und Vertragsverlängerungen ab einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro vom Aufsichtsrat absegnen lassen. Die Arbeitsteilung mit Eberl beschreibt Freund wie folgt. „Wir arbeiten eng zusammen, diskutieren viel über den Kader, auch mit dem Trainer. Es geht um eine langfristige Ausrichtung. Ich bin mehr in Detailbereiche wie den täglichen Ablauf, den Campus oder den Staff involviert. Max kümmert sich unter anderem vor allem auch um den Austausch mit dem Vorstand oder Aufsichtsrat.“
Christoph Freund erklärt Unterschiede zwischen Salzburg und FC Bayern
In seiner jetzigen Arbeit sieht der Sportdirektor große Unterschiede zu seiner Zeit bei RB Salzburg – vor allem, was die Entwicklung einer Mannschaft betrifft: „In Salzburg hat sich der Kader schneller gedreht, da sind die Spieler nach ein, zwei Jahren wieder weggegangen. In diesem Frühjahr sind unsere wichtigsten Themen, dass wir die richtigen Weichen stellen, um den Kader langfristig weiterzuentwickeln.“ Das Ziel sei es, punktuelle Verstärkungen hinzuzufügen und gleichzeitig Kontinuität zu bewahren. Mit den Vertragsverlängerungen von Alphonso Davies, Jamal Musiala und Joshua Kimmich hat die sportliche Leitung bereits für Kontinuität gesorgt – es fehlen also nur noch Verstärkungen.
Davies, Dier, Wagner & Co.: Die besten Winter-Transfers in der Geschichte des FC Bayern




In diesem Fall könnte die Spur nach Belgien führen. Wie die Zeitschrift „Het Laatste Nieuws“ berichtet, soll der deutsche Rekordmeister die beiden Nachwuchstalente Konstantinos Karetsas (17) und Lucca Brughmans (16) im Blick haben. Beide spielen beim KRC Genk und sollen es speziell Bayern-Trainer Vincent Kompany angetan haben. Karetsas gelang in der laufenden Saison 2024/25 bereits der Durchbruch im Profifußball, kommt in 31 Pflichtspieleinsätzen für Genk auf drei Tore und vier Vorlagen. Brughmans wiederrum wartet noch auf sein Profidebüt. Ob das für Bayern reicht? Manuel Bonke, Philipp Kessler
Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto


