Spiel gegen Freiburg

Eintracht Frankfurt: Und ab in den Winkel

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    Ingo Durstewitz
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Drei Treffer reichen Eintracht Frankfurt in Freiburg nicht zum Sieg. An Ansgar Knauff lag es nicht – die Offensive ist aktuell nicht die Problemzone.

Freiburg – Zum Schluss hätte um ein Haar einer, der fast gar keine Rolle gespielt hat, denen, die sehr wohl prägend waren für diesen Wildwestkick im Breisgau, fast noch die Show gestohlen. Die Rede ist hier explizit nicht von Tuta, dem Eintracht-Brasilianer in der Abwehr, der eine spektakuläre Rettungstat vollbrachte, als er nach fast 100 Spielminuten die Kugel irgendwie vor der Linie wegkratzte und sie hinaus in Richtung Himmel schoss und so das sichere 3:4 verhinderte, den Last-Second-Niederschlag, den die Eintracht in Freiburg gewiss nicht verdient gehabt hätte. Nein, die Rede ist von Hugo Ekitiké, den hochveranlagten Stürmer, 20 Millionen Euro schwer, der eingewechselt wurde sehr spät, plötzlich frei stand und sogar noch einen Lupfer zustande brachte – doch Sportkamerad Lukas Kübler hatte was dagegen und klärte in letzter Sekunde. Puh.

Eintracht Frankfurt: Und ab in den Winkel

Es wäre das 4:3 gewesen für die Eintracht in der 95. Minute dieses einigermaßen chaotischen Auswärtsspiels in Freiburg, sicher auch nicht verdient, aber danach kräht ja bekanntlich morgens um sechs kein Hahn mehr. Es wäre überdies das I-Tüpfelchen auf das gewesen, was SC-Trainer Christian Streich auch so schon als „brutale Effizienz“ seitens der Eintracht bezeichnete. Sehr viel mehr als diese viermal hatten die Frankfurter nämlich nicht draufgehalten auf das Breisgauer Gehäuse, wobei das so ganz nicht stimmt: Allein Fares Chaibi probierte es noch ein paarmal aber da war die brutale Effizienz nicht ganz so stark ausgeprägt wie bei den Kollegen.

Wie bei Omar Marmoush zu Beispiel. Wie hat Eintracht Frankfurt denn überhaupt jemals in dieser Saison eine Partie gewinnen können ohne den Wirbelwind aus Ägypten, der erst seit kurzem zurück ist vom Afrika-Cup und auch noch geschwächt war durch eine nicht näher definierte Erkrankung. Dieser Marmoush, ablösefrei aus Wolfsburg gekommen, schießt nicht nur Tore, in diesem Falle eines zur 1:0-Führung, oder bereitet welche vor, in diesem Fall zwei durch Ansgar Knauff, nein, er ist auch spielprägend im Wortsinne. Der 25-Jährige macht viele gute, kluge und schwierige Sachen, die Wegbereitung zu den Knauff-Treffern war beide Mal ganz herausragend, beim ersten spielt er den Ball perfekt und genau im richtigen Moment, beim zweiten erschafft er überhaupt erst eine gefährliche Situation, weil er nicht – wie viele andere so oft, den Sicherheitsball wählt, sondern mutig ins Dribbling geht gegen zwei, drei Mann – prompt steht Knauff frei, prompt schießt er ihn in den Winkel.

Zwei Tore, aber nur einen Punkt: An Ansgar Knauff lag’s nicht.

Was ist mit Kalajdzics Knie?

Nicht ganz so spektakulär wie damals gegen den FC Barcelona, aber doch sehr feurig und/oder eiskalt. Mit 100 Stundenkilometern. „Ansgar spielt eine herausragend gute Saison. Wir sind froh, dass er so eine Entwicklung genommen hat“, sagte Trainer Dino Toppmöller über Knauff, der wiederum seinen Treffer zum 3:2 exakt so skizzierte: „Omar spielt ihn super, ich nehme ihn mit einem Kontakt mit und habe freie Bahn.“ Das alleine ist schon das Besondere an seinem siebten Saisontor: die Ballmitnahme ist ihm – im Gegensatz zu den Spielen zuvor – perfekt gelungen, mit einem perfekten Kontakt, wie selbst erwähnt, und genau das macht auf diesem Niveau den Unterschied: Ballverarbeitung in höchstem Tempo und kleinstem Raum.

Raum hatte Knauff am Sonntag generell genügend, weshalb er sich selbst ein Empfehlungsschreiben ausstellte als Konterspieler und eher nicht als Akteur, der gegen tiefstehende Kontrahenten zu glänzen weiß. So allgemein kann man festhalten: An der Eintracht-Offensive, nach dem Re-Start oft und zu Recht kritisiert, krankt es aktuell nicht.

Knauff war nur ins Spiel gekommen, nach gut zehn Minuten, weil Sasa Kalajdzic runter musste vom Feld. Der Stürmer wurde mit einer nicht näher definierten Knieverletzung ins Krankenhaus chauffiert. Zwei Kreuzbandrisse hat er schon wegstecken müssen. Und nun? Da heißt es wohl erst mal Daumen drücken.

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