Von Henning Bräuninger
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Nach dreieinhalb Monaten Verletzungspause feiert Ramona Hofmeister in Bansko einen weiteren, beeindruckenden Sieg.
Bansko – Ramona Hofmeister hat es wieder getan. Nach einer dreieinhalbmonatigen Verletzungspause kehrte die Ausnahmeathletin mit einem Paukenschlag zurück und sicherte sich beim Parallel-Riesenslalom in Bansko, Bulgarien, ihren zweiten Sieg im dritten Rennen. Im Finale bezwang sie die Polin Aleksandra Krol-Walas mit einem Vorsprung von 0,59 Sekunden – ein Ergebnis, das große Medaillenhoffnungen für die kommenden Olympischen Winterspiele schürt.
Ramona Hofmeister gewinnt erneut.
© IMAGO/Gabor Baumgarten
Der Weg zurück an die Spitze war für Hofmeister alles andere als einfach. Bei einem Trainingsunfall in Zermatt erlitt sie eine Fraktur des Sprunggelenks und einen Riss des Außenbandes – eine Verletzung, die normalerweise eine lange Rehabilitationszeit erfordert. Doch Hofmeister ließ sich nicht entmutigen.
Hofmeister schürt Olympia-Hoffnungen weiter an „Es fühlt sich fantastisch an“, sagte sie nach ihrem Sieg. „Es war ein harter Tag und von Anfang an sehr schwierig. Ich bin wieder zurück ganz oben, ich bin wirklich glücklich.“ Mit ihrer positiven Einstellung und Entschlossenheit gelang es ihr, schneller als erwartet auf das Snowboard zurückzukehren.
Hofmeisters beeindruckende Karriere wird durch vier Gesamtweltcup-Siege und eine Bronzemedaille bei den Winterspielen 2018 gekrönt. Trotz der Rückschläge hat sie nichts von ihrem Kampfgeist verloren. „Ich bin mit Gelassenheit und ziemlich locker in das Rennen reingegangen“, erklärte Hofmeister. „Natürlich wollte ich nicht einfach nur mitfahren. Es war vielleicht auch das Erfolgsrezept, dass ich mich nicht so unter Druck gesetzt habe.“
Der lange Weg nach oben: Wie sich Ramona Hofmeister zu Deutschlands Snowboard-Königin krönte Ramona Theresia Hofmeister wurde am 28. März 1996 in Bischofswiesen im Berchtesgadener Land geboren. Die alpine Umgebung prägte ihre sportliche Sozialisation früh. Mit vier Jahren stand sie bereits das erste Mal auf dem Snowboard. © FrankHoermann/SVEN SIMON Ihre sportliche Ausbildung begann Hofmeister beim WSV Bischofswiesen, für den sie bis heute startet. Der Verein bildete die Basis ihrer technischen Entwicklung und begleitet sie von den Nachwuchsjahren bis hin zum Weltcup. © imago sportfotodienst Im Januar 2012 bestritt Hofmeister in Vratna ihre ersten Europacup-Rennen und konnte sich erstmals auf internationalem Niveau messen. Ihre Leidenschaft für das Snowboarden entdeckte sie, als sie ihren beiden älteren Schwestern dabei zuschaute. © Revierfoto Beim Europäischen Olympischen Winter-Jugendfestival 2013 in Predeal erreicht Hofmeister Rang sieben im Parallel-Riesenslalom. Sie setzte sich immer mehr in der europäischen Nachwuchsspitze fest. © Copyright: xDreamstimexRedazione Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2013 in Erzurum sammelte Hofmeister ihre ersten WM-Erfahrungen. Solide Platzierungen zeigten ihr Entwicklungspotenzial, auch wenn der Sprung aufs Podium noch ausblieb.
Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2013 in Erzurum sammelte Hofmeister ihre ersten WM-Erfahrungen. Solide Platzierungen zeigten ihr Entwicklungspotenzial, auch wenn der Sprung aufs Podium noch ausblieb.
© Frank Hoermann/SVEN SIMON In der Saison 2013/14 gelang Hofmeister dann der sportliche (große) Schritt nach vorn. Mit fünf Top-10-Ergebnissen etablierte sie sich als feste Größe im Europacup. In der Saison 2013/14 gelang Hofmeister dann der sportliche (große) Schritt nach vorn. Mit fünf Top-10-Ergebnissen etablierte sie sich als feste Größe im Europacup. © Thomas Reiner - ThomasReiner.pro Der Sieg im Parallelslalom von Ratschings markierte ihren ersten internationalen Erfolg. Das Rennen galt damit als Wendepunkt auf dem Weg in den Weltcup. Der Sieg im Parallelslalom von Ratschings markierte ihren ersten internationalen Erfolg. Das Rennen galt damit als Wendepunkt auf dem Weg in den Weltcup.
© Pierre Teyssot via www.imago-images.de Im Februar 2014 gab die deutsche Snowboarderin im Sudelfeld dann ihr Debüt im Snowboard-Weltcup. Der Übergang in die höchste Wettkampfebene folgte. Im Februar 2014 gab die deutsche Snowboarderin im Sudelfeld dann ihr Debüt im Snowboard-Weltcup. Der Übergang in die höchste Wettkampfebene folgte.
© Pierre Teyssot Bei der Junioren-WM 2014 zeigte Hofmeister konstante Leistungen. Die schloss im einstelligen Bereich der Platzierungen ab und bestätigte ihre kontinuierliche Entwicklung auf internationaler Ebene. Bei der Junioren-WM 2014 zeigte Hofmeister konstante Leistungen. Die schloss im einstelligen Bereich der Platzierungen ab und bestätigte ihre kontinuierliche Entwicklung auf internationaler Ebene. © Manfred Segerer via www.imago-images.de Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2015 im chinesischen Yabuli musste sie sich hohen organisatorischen und sportlichen Anforderungen stellen, sammelte aber hier wichtige Erfahrungen für die Profi-Laufbahn. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2015 im chinesischen Yabuli musste sie sich hohen organisatorischen und sportlichen Anforderungen stellen, sammelte aber hier wichtige Erfahrungen für die Profi-Laufbahn. © Thomas Reiner - ThomasReiner.pro In der Saison 2015/16 fuhr Hofmeister achtmal unter die besten Zehn im Europacup, lieferte eine starke Saison ab. Der dritte Platz in Stara Planina gehörte zu ihren besten Ergebnissen.
In der Saison 2015/16 fuhr Hofmeister achtmal unter die besten Zehn im Europacup, lieferte eine starke Saison ab. Der dritte Platz in Stara Planina gehörte zu ihren besten Ergebnissen.
© ESPA Photo Agency via www.imago-images.de Mit Rang drei im Parallelslalom von Winterberg feierte Hofmeister im März 2016 ihr erstes Weltcup-Podium. Ihr internationaler Durchbruch. Mit Rang drei im Parallelslalom von Winterberg feierte Hofmeister im März 2016 ihr erstes Weltcup-Podium. Ihr internationaler Durchbruch. © Copyright: xDreamstimexRedazione Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2016 in Rogla gewann Hofmeister die Goldmedaille im Parallelslalom. Der Titel bestätigte sie als eine der führenden Athletinnen ihres Jahrgangs. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2016 in Rogla gewann Hofmeister die Goldmedaille im Parallelslalom. Der Titel bestätigte sie eine der führenden Athletinnen ihres Jahrgangs.
© IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON In der Saison 2016/17 fuhr die Bischofswiesenerin regelmäßig unter die Top Ten im Weltcup. Damit etablierte sie sich immer mehr im internationalen Spitzenfeld. In der Saison 2016/17 fuhr die Bischofswiesenerin regelmäßig unter die Top Ten im Weltcup. Damit etablierte sie sich immer mehr im internationalen Spitzenfeld. © Fotostand / Wassmuth via www.imago-images.de Im Januar 2018 feierte Hofmeister endlich ihre ersten Weltcupsiege in Bad Gastein und Rogla. Im Januar 2018 feierte Hofmeister endlich ihre ersten Weltcupsiege in Bad Gastein und Rogla. © Fotostand / Wassmuth via www.imago-images.de 2018 erfüllte sich Hofmeister einen Kindheitstraum und nahm erstmals an den Olympischen Winterspielen teil. Dafür ging es für sie und das deutsche Wintersportteam ins südkoreanische Pyeongchang. 2018 erfüllte sich Hofmeister einen Kindheitstraum und nahm erstmals an den Olympischen Winterspielen teil. Dafür ging es für sie und das deutsche Wintersportteam ins südkoreanische Pyeongchang. © Ramil Sitdikov via www.imago-images.de Bei den Winterspielen feierte sie dann ihren größten Karriereerfolg: Die Bronzemedaille im Parallel-Riesenslalom. Bei den Winterspielen feierte sie dann ihren größten Karriereerfolg: Die Bronzemedaille im Parallel-Riesenslalom. © Frank Hoermann/SVEN SIMON Im Sommer nach den Winterspielen erhielt Hofmeister das Silberne Lorbeerblatt für besondere Verdienste im Sport. Verliehen durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue in Berlin. Im Sommer nach den Winterspielen erhielt Hofmeister, das Silberne Lorbeerblatt für besondere Verdienste im Sport. Verliehen durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue in Berlin. © IMAGO In der Saison 2018/19 knüpfte Hofmeister an ihre starke Olympia-Leistung an. Die Weltcup-Rennen in Pyeongchang und im Secret Garden Resort gewann sie beide. In der Saison 2018/19 knüpfte Hofmeister an ihre starke Olympia-Leistung an. Die Weltcup-Rennen in Pyeongchang und im Secret Garden Resort gewann sie beide.
© IMAGO/Fotostand / Wassmuth Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Park City sicherte sich Hofmeister die Bronzemedaille im Parallelslalom. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Park City sicherte sich Hofmeister die Bronzemedaille im Parallelslalom. © IMAGO/Christian Einecke Hofmeisters Dominanz hielt an. Mit drei Siegen in Folge im Parallel-Riesenslalom begann sie die Saison 2019/20 äußerst erfolgreich und setzte früh Maßstäbe in der Gesamtwertung. Hofmeisters Dominanz hielt an. Mit drei Siegen in Folge im Parallel-Riesenslalom begann sie die Saison 2019/20 äußerst erfolgreich und setzte früh Maßstäbe in der Gesamtwertung. © IMAGO/Marcin Golba Auch im Mixed-Format bewies Hofmeister immer wieder ihre Vielseitigkeit. Gemeinsam mit Stefan Baumeister (r.) gewann sie mehrere Team-Wettbewerbe, unter anderem im März 2022. Auch im Mixed-Format bewies Hofmeister immer wieder ihre Vielseitigkeit. Gemeinsam mit Stefan Baumeister (r.) gewann sie mehrere Team-Wettbewerbe, unter anderem im März 2022. © IMAGO/Fotostand / Wassmuth Die glorreiche Kristallkugel konnte sich die heute 29-Jährige ebenfalls sichern. Am Ende der Saison 2019/20 gewann sie den Parallelweltcup sowie den Parallel-Riesenslalom-Weltcup.
Die glorreiche Kristallkugel konnte sich die heute 29-Jährige ebenfalls sichern. Am Ende der Saison 2019/20 gewann sie den Parallelweltcup sowie den Parallel-Riesenslalom-Weltcup.
© IMAGO/Fotostand / Wassmuth 2020/21 gewann Hofmeister WM-Silber im Parallelslalom in Rogla. Dann folgten die nächsten Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Dort erreichte sie nur Rang fünf im Parallel-Riesenslalom.
2020/21 gewann Hofmeister WM-Silber im Parallelslalom in Rogla. Dann folgten die nächsten Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Dort erreichte sie nur Rang fünf im Parallel-Riesenslalom.
© Gian Mattia D Alberto - LaPresse via www.imago-images.de Ihr jüngster Erfolg: Nach einer dreieinhalbmonatigen Verletzungspause kehrte Hofmeister zuletzt mit einem Weltcupsieg in Scuol zurück. Der Erfolg sicherte ihr unmittelbar das Olympia-Ticket für 2026. Ihr jüngster Erfolg: Nach einer dreieinhalbmonatigen Verletzungspause kehrte Hofmeister zuletzt mit einem Weltcupsieg in Scuol zurück. Der Erfolg sicherte ihr unmittelbar das Olympia-Ticket für 2026. © IMAGO Auch bei den männlichen Snowboardern gab es Grund zur Freude. Yannik Angenend überraschte mit einem vierten Platz in Bansko und erfüllte damit ebenfalls die Olympianorm. Nach einem Sieg gegen den Italiener Edwin Coratti und einem knappen Viertelfinalerfolg gegen den Österreicher Christoph Karner zeigte Angenend, dass auch er ein ernstzunehmender Kandidat für die kommenden Winterspiele ist.
Die nächsten Wochen bieten den Athleten weitere Gelegenheiten, sich auf die Winterspiele vorzubereiten. Wettkämpfe in Simonhöhe und Rogla stehen noch auf dem Programm, bevor es im Februar in Livigno um olympisches Edelmetall geht . „Für mich war der Weg nicht vorbei, sondern es war eher ein Umweg“, betonte Hofmeister, die ihre olympischen Ziele stets im Blick behält. (hbr)
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