VonLars Pollmannschließen
Manuel Neuer hat gegen die erste Sperre seiner Profikarriere protestiert. Der DFB hat das Urteil zum Schlussmann des FC Bayern veröffentlicht.
München/Frankfurt – Der DFB-Pokal hat sich in den letzten Jahren zum Angstwettbewerb des FC Bayern entwickelt. Das 0:1 gegen Bayer Leverkusen bedeutete eine weitere Enttäuschung für den Rekordsieger, der mindestens bis 2026 auf den nächsten Titel warten muss. Ob Manuel Neuer dann noch als Profi aktiv ist, ist unklar. Fest steht: Seine nächsten beiden DFB-Pokalspiele würde der Routinier gesperrt verpassen.
Gegen Leverkusen hatte Neuer Jeremie Frimpong vor dem eigenen Strafraum per Bodycheck zu Boden gebracht, sah dafür die erste Rote Karte seines Lebens. Gegen die vom DFB ausgesprochene Sperre von zwei Spielen setzte sich der Torhüter zur Wehr. Der Verband gab am Donnerstagnachmittag die Entscheidung über den Einspruch von Neuer bekannt.
DFB-Sportgericht erkennt keinen „Ausnahmefall“ Manuel Neuer
„Das Sportgericht des DFB in Frankfurt hat in mündlicher Verhandlung am DFB-Campus den Einspruch von Bayern-Torwart Manuel Neuer gegen seine Sperre von zwei DFB-Pokalspielen zurückgewiesen“, heißt es in einer Mitteilung des DFB. „Die Verhinderung einer offensichtlichen Torchance durch ein Foulspiel ohne anschließenden Torerfolg zieht nach ständiger DFB-Rechtsprechung üblicherweise eine Sperre von zwei Spielen nach sich. Ein Ausnahmefall lag hier nicht vor“, erklärte der Vorsitzende, Stephan Oberholz.
Auch die Verletzung von Neuer wirkte sich selbstredend nicht strafmildernd aus: Der Weltmeister von 2014 hatte sich in der Szene einen Rippenbruch zugezogen, steht erst 2025 wieder zur Verfügung. Im Sommer läuft sein aktueller Arbeitsvertrag mit den Münchnern aus, eine Verlängerung gilt als wahrscheinlich, aber noch nicht ausverhandelt. Sollte Neuer weitermachen, muss er zweimal im Pokal zuschauen – außer im Fall einer Meisterschaft des FC Bayern, dann würde auch der DFL-Supercup zählen und müsste Neuer nur ein Spiel im Pokal aussetzen.
Eberls Begründung zum Neuer-Einspruch überzeugte nicht
Bei Bayern hatte es dem Vernehmen nach durchaus Optimismus gegeben, dass der Einspruch von Neuer klappen könnte. Immerhin wurde nach dem Pokalspiel trefflich diskutiert, ob es sich tatsächlich um eine Notbremse handelte, die von Schiedsrichter Harm Osmers im Spielbericht eingetragen wurde. Die Begründung von Sportchef Max Eberl überzeugte indes weniger.
„Ich halte zwei Spiele Sperre für Manuel Neuer, der 850 Spiele lupenrein Fußball gespielt hat, für eine etwas zu harte Strafe“, sagte er gemäß dem TV-Sender Sport1. Dass die bisherige Karriere bei der Beurteilung eines Platzverweises keine gesteigerte Rolle spielen kann, wird auch Eberl klar gewesen sein.
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