Olympia im Hinterkopf

DFB-Frauen schlagen Polen nach Stotterstart deutlich

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Mit dem Sieg gegen Polen gelang den DFB-Frauen ein großer Schritt in Richtung EM 2025 in der Schweiz machen. Der Live-Ticker zum Nachlesen.

Fazit: Deutschland gewinnt am Ende 4:1 gegen Polen. Über die gesamte Spielzeit betrachtet ist die Höhe des Sieges schmeichelhaft, doch den Polinnen ging in den letzten Minuten sichtlich die Luft aus. So kommen die DFB-Frauen, die sich über weite Phasen des Spiels schwertaten, mit einem blauen Auge davon.

Aufstellung Deutschland:Frohms - Gwinn, Hendrich, Schulze Solano (46. Hegering (74. Lohmann)), Linder - Oberdorf, Nüsken (46. Senß) - Brand (71. Anyomi), Bühl - Popp (46. Freigang), Schüller
Aufstellung Polen:Szemik - Adamek (82. Brodzik), Zieniewicz, Wos, Wiankowska - Matysik, Kamczyk (82. Lefeld), Achcinska - Grabowska (69. Karczewska), Pajor, Padilla-Bidas
Tore:0:1 Padilla-Bidas (1.), 1:1 Zieniewicz (34. ET), 2:1 Schüller (77.), 3:1 Gwinn (84.), 4:1 Gwinn (88. FE)

Abpfiff: Schlusspfiff in Rostock. Deutschland gewinnt 4:1.

90. Minute+3: Es gibt nochmal Ecke für Deutschland. Wieder wird der Ball erst im zweiten Versuch scharf, nachdem eine Polin dazwischen war. Doch das 5:1 soll nicht mehr gelingen.

90. Minute+1: Es läuft die Nachspielzeit. Insgesamt gibt es vier Minuten oben drauf.

88. Minute: TOOOOR für Deutschland!! Gwinn trifft vom Punkt! Zuvor wurde Bühl nach starkem Dribbling im Strafraum zu Fall gebracht. Gwinn schnürt den Doppelpack und lässt mit dem Schuss ins linke Kreuzeck Szemik keine Chance.

84. Minute: TOOOR für Deutschland!! Die folgende Ecke bringt Polen nicht aus dem Sechzehner. Senß ist es dann, die den Ball wieder vor das Tor bringt. Dort wird ein Kopfball von Schüller erst noch in höchster Not geklärt, doch Gwinn steht bereit und staubt ab.

84. Minute: Senß erobert den Ball und bedient Bühl. Die geht kurz ins Dribbling und zieht aus spitzem Winkel ab. Szemik klärt zur Ecke.

82. Minute: Polen reagiert auf den Rückstand und wechselt zweimal. Lefeld und Brodzik kommen für Adamek und Kamczyk.

77. Minute: TOOOOOR für Deutschland!! Die polnische Abwehr lädt Lea Schüller zum Führungstreffer ein. Senß klärt eigentlich nur mit einem langen Schlag. Doch weil in der polnischen Abwehr die Kommunikation nicht stimmt, spritzt Schüller dazwischen und bleibt vor dem Tor dann eiskalt.

Lea Schüller bejubelt ihren Treffer zum 2:1.

77. Minute: Lena Oberdorf ist in ihrer neuen Funktion gleich gefordert. Einer deutschen Ecke folgt ein Konter der Polinnen, der von Oberdorf an der Mittellinie resolut wie fair unterbunden wird.

74. Minute: Der Wechsel wird nun auch vollzogen. Lohmann kommt für Hegering. Damit dürfte Oberdorf in die Innenverteidigung rutschen.

72. Minute: Und ein nächster Wechsel steht dem deutschen Team bevor. Die erst in der Pause eingewechselte Marina Hegering bleibt nach einem Zweikampf liegen und deutet an: auswechseln.

71. Minute: Während auf dem Platz wenig passiert, wechselt Deutschland noch einmal offensiv. Anyomi kommt für Brand.

69. Minute: Nun wechseln auch die Polinnen zum ersten Mal: Karczewska kommt für Grabowska. Offensivkraft für Offensivkraft.

67. Minute: Bühl legt sich die Kugel im Sechzehner zurecht, hat aber nur einen sehr begrenzten Schusskorridor. So ist es wieder Szemik, die den zentralen Abschluss hält.

63. Minute: Und plötzlich ist Pajor wieder da. Die schnelle Polin wird aus der eigenen Hälfte geschickt und bringt sich mit einem Haken von der linken Seite in Schussposition. Am Ende rettet die Latte für Frohms, die schon geschlagen war.

63. Minute: Nach einer Ecke kommt Hegering zum Abschluss, Szemik ist auf dem Posten.

59. Minute: Sarai Linder legt sich eine verunglückte Flanke am langen Pfosten zurecht, verzieht dann aber deutlich.

57. Minute: Wenn es gefährlich wird, ist Lea Schüller beteiligt. Ein zu ungenaues Zuspiel erläuft sie noch und bringt den Ball schließlich sogar noch vors Tor. Szemik ist auf dem Posten und schnappt sich die Hereingabe.

53. Minute: Nach einer Ecke setzen sich die Deutschen im polnischen Strafraum fest. Bühl will dann eine Flanke nach innen bringen, doch die wird geblockt. Wohl mit der Hand, doch die Schiedsrichterin lässt weiterlaufen. Einen VAR gibt es nicht.

49. Minute: Schüller wird von Senß bedient und schlägt zentral am Strafraum noch einen Haken. Ihr kraftvoller Abschluss streicht dann aber knapp am Pfosten vorbei.

48. Minute: Die drei Wechsel zur Pause machen deutlich: Horst Hrubesch ist mit der gezeigten Leistung im ersten Durchgang nicht zufrieden. Trotzdem kommt vor allem die Auswechslung von Alex Popp doch etwas überraschend.

Hrubesch reagiert zur Pause: Dreifach-Wechsel zur Pause

46. Minute: Es geht weiter. Horst Hrubesch nimmt zur Pause gleich drei Wechsel vor. Es kommen Hegering, Freigang und Senß für Popp, Schulze Solano und Nüsken.

Alexandra Popp wurde von Horst Hrubesch in der Pause ausgewechselt.

Pausenfazit: Die Zuschauer sahen hier bislang eine überraschend spannende Partie. Nach dem schnellen Tor der Polinnen erholten sich die Deutschen zunächst schnell, nur um dann wieder abzubauen. Trotzdem ist das Unentschieden zur Pause nicht unverdient. Die Gästinnen sind vor allem durch ihre schnellen Konter immer wieder gefährlich.

45. Minute+2: Keine Strafraumszenen mehr in der Nachspielzeit. Schiedsrichterin Jelena Cvetkovic pfeift zur Pause.

45. Minute: Zwei Minuten Nachspielzeit sind angezeigt. Fällt hier vor der Pause noch ein Treffer?

43. Minute: Auch kurz vor der Pause ändert sich nichts an der bisherigen Spielstatik. Deutschland hat mehr Ballbesitz, kommt aber kaum durch. Die Polinnen werden immer wieder durch schnelle Konter über Pajor und Padilla-Bidas gefährlich.

39. Minute: Es passt zum deutschen Spiel, dass ausgerechnet ein Eigentor für das Unentschieden sorgt. Den Spielerinnen dürfte es einerlei sein, sie wirken jetzt wieder deutlich motivierter.

34. Minute: TOOOOOOOR für Deutschland!! Bei einer Ecke platzieren sich fast alle deutschen Spielerinnen im Fünfmeterraum. Getreten von Bühl segelt der Ball an allen vorbei, die hochsteigen. Doch dann steht da die Polin Zieniewicz, bekommt den Kopf nicht mehr weg und leitet so den Ball ins eigene Tor.

Wiktoria Zieniewicz bekommt den Kopf nicht mehr weg und trifft so zum deutschen Ausgleich ins eigene Tor.

30. Minute: Endlich geht es mal schnell, und dann schlägt es auch beinahe ein. Jule Brand setzt sich auf rechts durch und bringt die Flanke auf Popp, die hochsteigt und scharf aufs Tor köpft. Scharf, aber leider unplatziert. Szemik muss nur die Beine zu machen und den Ball aufnehmen.

28. Minute: Etwa 25 Meter vor dem Tor darf Bühl einen Freistoß ausführen. Allerdings geht der Ball an Freund und Feind vorbei ins Toraus. Eine deutsche Spielerin in der Nähe stand zusätzlich noch im Abseits. Den Deutschen fällt gerade enorm wenig ein gegen gut verteidigende Polinnen.

23. Minute: Wieder sind die Polinnen in Überzahl auf dem Weg in Richtung deutsches Tor. Doch diesmal macht Lena Oberdorf den so wichtigen Weg nach hinten mit. So kann sie die scharfe Hereingabe von links zur Ecke abwehren. Diese hat keine Folgen.

17. Minute: Polen startet einen Konter und Deutschland kommt überhaupt nicht hinterher. Kurz vor dem Strafraum ist es Kamczyk, die Pajor bedient. Komplett freistehend scheitert sie an Frohms, die stark herausgekommen ist.

14. Minute: Szemik im Tor der Polinnen ist das erste Mal zu einer Parade gezwungen. Nachdem eine deutsche Flanke von Zieniewicz‘ vor die Füße von Nüsken abprallt, zieht diese sofort ab. Szemik fährt das Bein aus und klärt so die Situation.

10. Minute: Wäre nicht der frühe Rückstand, könnte man am deutschen Spiel kaum etwas aussetzen. Doch die langen Ballbesitzphasen in der gegnerischen Hälfte konnten noch nicht in zählbares umgemünzt werden.

7. Minute: Lea Schüller wird am Strafraum angespielt, nimmt den Ball mit, dreht sich und zieht direkt ab. Knapp am rechten Kreuzeck vorbei.

5. Minute: Wie reagiert die deutsche Elf? Sie hat nach dem schnellen Gegentor jetzt ganz klar das Heft in der Hand. Doch zwei Hereingaben in den Strafraum konnten jeweils von Szemik abgefangen werden.

Padilla-Bidas (19) bejubelt ihren Treffer zum 1:0 gegen Deutschland.

1. Minute: TOOOOOR für Polen!! Nach 28 Sekunden klingelt es im Tor von Frohms. Pajor bekommt auf rechts den Ball und wird nicht richtig angegangen. In der Mitte läuft Padilla-Bidas ein und verwertet die flache Hereingabe unbedrängt aus kurzer Distanz.

Anpfiff: Der Ball rollt. Ewa Pajor stößt für die Polinnen an.

Update, 20.24 Uhr: Während die Spielerinnen noch im Tunnel warten, überquert Horst Hrubesch den Platz in Richtung Trainerbank. Auf dem Weg auf seinen Platz peitscht er das Publikum wiederholt an. Die Stimmung stimmt.

Update, 20.18 Uhr: In knapp zehn Minuten erfolgt der Anpfiff im Rostocker Ostseestadion. Und die Stimmung ist bestens! Das Stadion ist ausverkauft.

Update, 19.52 Uhr: DFB-Trainer Horst Hrubesch hatte vor dem Spiel angekündigt, mit „voller Kapelle“ spielen zu wollen. Und so ist die Aufstellung auch eine Art Zeichen in Richtung Olympia-Kader. Auffallend hierbei ist, dass Bibiane Schulze Solano auch nach der Rückkehr von Marina Hegering das Vertrauen ausgesprochen bekommt. Die 25-jährige Schulze Solano absolvierte erst in den vergangenen zwei EM-Quali-Spielen ihre ersten beiden DFB-Einsätze.

Update, 19.38 Uhr: Auch die Aufstellung der Gäste ist mittlerweile bekannt. Wenig überraschend steht Kapitänin und Torjägerin Ewa Pajor in der Startelf. Sie wird aller Voraussicht nach das Zentrum der Angriffs-Dreierkette bilden. Neben ihr im 4-3-3 stürmt wohl die Kölnerin Padilla-Bidas und Dominika Grabowska (FC Fleury 91).

Bibiane Schulze Solano (l.) hat sich mit guten Leistungen gegen Österreich und Island in die DFB-Elf gespielt.

Update, 19.29 Uhr: Die Aufstellung der DFB-Elf ist da. Trainer Horst Hrubesch schickt wie angekündigt seine nominell bestmögliche Elf in die Partie. Taktisch wird das Ganze wahrscheinlich ein 4-4-2 ergeben, mit einer Doppelsechs aus Oberdorf und Nüsken.

Erstmeldung, 17.43 Uhr Rostock – „Wir werden volle Kapelle spielen“, versprach Horst Hrubesch vor dem Quali-Spiel für die Europameisterschaft gegen Polen (Infos zur Übertragung). Ein Team in Bestbesetzung wird auch nötig sein, denn die Polinnen haben mit Ewa Pajor die Toptorschützin der abgelaufenen Bundesligasaison in ihren Reihen. Für die deutschen Spielerinnen bietet sich derweil die Gelegenheit, Eigenwerbung im Hinblick auf den nächsten anstehenden Wettbewerb zu machen.

Es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams innerhalb weniger Tage. Schon am Dienstag (4. Juni) geht es für Horst Hrubesch und seine Spielerinnen zum Rückspiel ins polnische Gdynia. Dort wird der vierte Spieltag der deutschen Qualigruppe ausgetragen und bestenfalls sind dann mit Abpfiff sechs weitere Punkte auf das deutsche Punktekonto geflossen.

Doch bevor die frühzeitige EM-Quali gefeiert werden kann, muss man die bevorstehenden Aufgaben mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen. Dass dem zumindest von Trainerseite so ist, hat Interimstrainer Horst Hrubesch bereits bestätigt, der trotz bislang punktloser Polinnen keine Laufkundschaft erwartet. In den bisherigen Partien (1:3 gegen Österreich; 0:3 gegen Island) seien diese „unter Wert geschlagen“ worden.

Traf gegen Island doppelt und wird wohl auch gegen Polen von Anfang an stürmen: Lea Schüller.

Die Tabelle in der deutschen Quali-Gruppe zur Europameisterschaft

PlatzTeamSpieleTordifferenzPunkte
1.Deutschland23 (6:3)6
2.Österreich21 (5:4)3
3.Island21 (4:3)3
4.Polen2-5 (1:6)0

Auch wenn in unmittelbarer Zukunft vor allem die Begegnungen mit den Polinnen Priorität genießen, geht ein kleiner Blick auch schon in Richtung Olympischer Sommerspiele. Am 25. Juli geht es in Marseille für die DFB-Frauen gegen Australien los, die weiteren Gruppengegner sind die USA und Sambia. Die Plätze im Kader sind allerdings dünn gesät: Nur 18 Spielerinnen, inklusiver zweier Torhüterinnen, darf der Kader umfassen. So gilt es für die Spielerinnen sich zu beweisen, wollen sie zu dem erlesenen Olympia-Kreis gehören.

Die Herausforderung Polen nutzen, um sich in das Schaufenster für die olympische Medaillenmission zu stellen, das dürfte der Antrieb vieler Spielerinnen derzeit sein. „Jede will sich noch mal präsentieren. Das macht das Trainingsniveau auch noch mal höher. Weil du wirklich merkst, dass jede zu Olympia will“, beschreibt auch Lena Oberdorf die derzeitige Stimmung im Team.

So ist es im Sinne der Spielerinnen, die für Olympia nominiert werden, nun zwei Siege gegen Polen einzufahren. Die verbliebenen beiden EM-Quali-Spiele gegen Island (12. Juli) und Österreich (16. Juli) könnten kurz vor dem olympischen Turnier dann mit einer B-Elf bestritten werden. (sch)

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