Standortbestimmung vor der Euro

DFB gibt letzten Kader vor der EM bekannt – Bayern-Talent fehlt wegen Abiturprüfung

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Christian Wück gibt den letzten Kader der DFB-Frauen vor der EM bekannt. Während eine Bayern-Spielerin passen muss, gibt es bei Oberdorf Hoffnung.

Frankfurt – Es wird ernst für die DFB-Frauen. Für Bundestrainer Christian Wück dienen die beiden Nations-League-Partien gegen die Niederlande (30. Mai, Bremen) und in Österreich (3. Juni, Wien) als finale Standortbestimmung vor der Europameisterschaft in der Schweiz. Besonders im Fokus steht dabei Lena Oberdorf, während ein Bayern-Talent ausfällt.

Behutsame Integration - Lena Oberdorf zurück im Kreis der Nationalmannschaft

Die 23-jährige Mittelfeldspielerin von Bayern München wurde nach rund zehn Monaten Pause wieder in den Kreis der Nationalmannschaft berufen – ebenso wie Abwehrspielerinnen Kathrin Hendrich (VfL Wolfsburg) und Rebecca Knaak (Manchester City). Die Bundesliga-Toptorjägerin Nicole Anyomi (Eintracht Frankfurt) fehlt hingegen erneut verletzungsbedingt. Aufgrund von Knieproblemen wurde sie nicht in das am Dienstag vom DFB veröffentlichte 25-köpfige Aufgebot aufgenommen.

Ob Oberdorf nach ihrem im Juli 2024 erlittenen Kreuzbandriss ihr Länderspiel-Comeback gibt, ist noch offen. „Wir schauen erst mal, wie das Training läuft“, erklärte Wück. „Ich werde wie bisher die Tür offen halten – auch in dieser Nations-League-Phase.“ Der 51-Jährige betonte, er wolle Oberdorf nicht voreilig als Stammspielerin einplanen. Dennoch traut er ihr bei der EM eine zentrale Rolle zu – „wenn alles passt: ihre Fitness, ihre Bereitschaft, das Einverständnis der Bayern und des DFB“.

Fußball-Europameisterschaft der Frauen - alle Titelträger im Überblick

1984 Schweden: Bei der Turnier-Premiere 1984 setzten sich die Schwedinnen im Elfmeterschießen mit 4:3 gegen England durch
1984 Schweden: Bei der Turnier-Premiere 1984 setzten sich die Schwedinnen im Elfmeterschießen mit 4:3 gegen England durch. © IMAGO/Lars Jansson/EXP/TT
1987 Norwegen: Drei Jahre später unterliegt der amtierende Europameister Schweden dem Gastgeber Norwegen. Das Finale im skandinavischen Duell endet mit 2:1.
1987 Norwegen: Drei Jahre später unterliegt der amtierende Europameister Schweden dem Gastgeber Norwegen. Das Finale im skandinavischen Duell endet mit 2:1. © IMAGO/Hanssen, Eystein
1989 BR Deutschland: Beim Heimturnier 1989 legen die DFB-Damen den Grundstein für eine große Ära. Im Finale gelingt ein 4:1 gegen Titelverteidiger Norwegen.
1989 BR Deutschland: Beim Heimturnier 1989 legen die DFB-Damen den Grundstein für eine große Ära. Im Finale gelingt ein 4:1 gegen Titelverteidiger Norwegen. © IMAGO/HORSTMUELLER GmbH
Beim Turnier in Dänemark trifft die deutsche Mannschaft abermals im Finale auf Norwegen. Dank eines 3:1 nach Verlängerung kann der Titel verteidigt werden.
1991 Deutschland: Beim Turnier in Dänemark trifft die deutsche Mannschaft abermals im Finale auf Norwegen. Dank eines 3:1 nach Verlängerung kann der Titel verteidigt werden. © IMAGO/Brun, Agnete
1993 Norwegen: Bei der vierten Finalteilnahme in Folge kehrt Norwegen zurück auf Europas Fußballthron. Im Finale schlägt die Mannschaft Gastgeber Italien mit 1:0.
1993 Norwegen: Bei der vierten Finalteilnahme in Folge kehrt Norwegen zurück auf Europas Fußballthron. Im Finale schlägt die Mannschaft Gastgeber Italien mit 1:0. © IMAGO/Lise Åserud
1995 Deutschland: Deutschland zum Dritten! Auf dem Betzenberg schlägt die DFB-Elf Schweden mit 3:2.
1995 Deutschland: Deutschland zum Dritten! Auf dem Betzenberg schlägt die DFB-Elf Schweden mit 3:2. © imago sportfotodienst
1997 Deutschland: Für den 2:0-Sieg gegen Italien erhält die deutsche Mannschaft politische Ehren. Es ist der vierte Frauen-EM-Titel in der Verbandsgeschichte.
1997 Deutschland: Für den 2:0-Sieg gegen Italien erhält die deutsche Mannschaft politische Ehren. Es ist der vierte Frauen-EM-Titel in der Verbandsgeschichte. © imago sportfotodienst
Mit dem 1:0-Erfolg über Schweden gelingt beim Heimturnier 2001 der Titel-Hattrick
2001 Deutschland: Mit dem 1:0-Erfolg über Schweden gelingt beim Heimturnier 2001 der Titel-Hattrick. © imago sportfotodienst
2005 Deutschland: Immer wieder Deutschland! Auch beim Turnier in England ist die Mannschaft nicht zu stoppen und besiegt Norwegen im Endspiel mit 3:1.
2005 Deutschland: Immer wieder Deutschland! Auch beim Turnier in England ist die Mannschaft nicht zu stoppen und besiegt Norwegen im Endspiel mit 3:1. ©  via www.imago-images.de
Feier mit Symbolkraft: Nach dem abermaligen Triumph bei der EM in Finnland wird die Mannschaft nach dem 6:2-Erfolg gegen England am Frankfurter Römer empfangen.
2009 Deutschland: Feier mit Symbolkraft. Nach dem abermaligen Triumph bei der EM in Finnland wird die Mannschaft nach dem 6:2-Erfolg gegen England am Frankfurter Römer empfangen. © imago sportfotodienst
2013 Deutschland: 2013 gelingt beim Turnier in Schweden der sechste Titel in Serie. Ein 1:0 gegen Norwegen bedeutet den bislang letzten deutschen EM-Sieg.
2013 Deutschland: 2013 gelingt beim Turnier in Schweden der sechste Titel in Serie. Ein 1:0 gegen Norwegen bedeutet den bislang letzten deutschen EM-Titel. © IMAGO/Pontus Orre/Aftonbladet/TT
2017 Niederlande: Das vorläufige Ende der DFB-Dominanz. Beim Turnier in den Niederlanden können sich die Gastgeberinnen zum ersten Mal zur Europameisterin krönen. Im Finale schlagen sie Dänemark mit 4:2.
2017 Niederlande: Das vorläufige Ende der DFB-Dominanz. Beim Turnier in den Niederlanden können sich die Gastgeberinnen zum ersten Mal zur Europameisterin krönen. Im Finale schlagen sie Dänemark mit 4:2. © Matt West/BPI/Shutterstock
2022 England: Und wieder siegen die Gastgeberinnen. Gegen England muss die DFB-Elf ein bitteres 1:2 nach Verlängerung hinnehmen. Für England ist es der erste EM-Titel.
2022 England: Und wieder siegen die Gastgeberinnen. Gegen England muss die DFB-Elf ein bitteres 2:1 nach Verlängerung hinnehmen. Für England ist es der erste EM-Titel. © IMAGO/Jonathan Brady

Wück mahnt bei Oberdorf zu Geduld - Alara muss die Schulbank drücken

Obwohl Oberdorf bei Bayern bereits wieder voll mittrainiert, hat sie bislang kein Pflichtspiel bestritten. „Im Training ist sie wieder komplett im Rhythmus“, so Wück. „Wir wollen ihre Leistung bei uns überprüfen, beobachten, wie sie sich im Kreis der Nationalmannschaft einfügt.“

Pech hatte indes erneut Nicole Anyomi. Die 25-Jährige, die zuletzt im Oktober für Deutschland auflief, musste ihre Teilnahme kurzfristig absagen. „Ein sehr ungünstiger Zeitpunkt“, sagte Wück. Auch auf Nachwuchshoffnung Alara Sehitler (FC Bayern) muss er verzichten – die 18-Jährige steckt derzeit mitten in den Abiturprüfungen.

Muss vor der EM noch die Abitur-Prüfungen bestehen: Bayern-Talent Alara, hier im DFB-Training

Hingegen sind die zuletzt fehlenden Innenverteidigerinnen Sara Doorsoun (Eintracht Frankfurt), Kathrin Hendrich und Rebecca Knaak wieder mit dabei – ebenso wie Bayern-Keeperin Ena Mahmutovic und Verteidigerin Carlotta Wamser (Eintracht Frankfurt), die letztmals im Juni 2023 im DFB-Aufgebot stand.

Einen Monat vor dem EM-Start: DFB-Frauen suchen letzte Standortbestimmung

Die DFB-Frauen beginnen die EM-Vorrunde am 4. Juli in St. Gallen gegen Polen. Es folgen die Gruppenspiele gegen Dänemark (8. Juli, Basel) und Schweden (12. Juli, Zürich). Achtmal konnte Deutschland bisher den Titel gewinnen – am 27. Juli im Finale von Basel soll der neunte folgen. (nki mit dpa)

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