DFB gibt letzten Kader vor der EM bekannt – Bayern-Talent fehlt wegen Abiturprüfung
VonNiklas Kirk
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Christian Wück gibt den letzten Kader der DFB-Frauen vor der EM bekannt. Während eine Bayern-Spielerin passen muss, gibt es bei Oberdorf Hoffnung.
Frankfurt –Es wird ernst für die DFB-Frauen. Für Bundestrainer Christian Wück dienen die beiden Nations-League-Partien gegen die Niederlande (30. Mai, Bremen) und in Österreich (3. Juni, Wien) als finale Standortbestimmung vor der Europameisterschaft in der Schweiz. Besonders im Fokus steht dabei Lena Oberdorf, während ein Bayern-Talent ausfällt.
Behutsame Integration - Lena Oberdorf zurück im Kreis der Nationalmannschaft
Die 23-jährige Mittelfeldspielerin von Bayern München wurde nach rund zehn Monaten Pause wieder in den Kreis der Nationalmannschaft berufen – ebenso wie Abwehrspielerinnen Kathrin Hendrich (VfL Wolfsburg) und Rebecca Knaak (Manchester City). Die Bundesliga-Toptorjägerin Nicole Anyomi (Eintracht Frankfurt) fehlt hingegen erneut verletzungsbedingt. Aufgrund von Knieproblemen wurde sie nicht in das am Dienstag vom DFB veröffentlichte 25-köpfige Aufgebot aufgenommen.
Ob Oberdorf nach ihrem im Juli 2024 erlittenen Kreuzbandriss ihr Länderspiel-Comeback gibt, ist noch offen. „Wir schauen erst mal, wie das Training läuft“, erklärte Wück. „Ich werde wie bisher die Tür offen halten – auch in dieser Nations-League-Phase.“ Der 51-Jährige betonte, er wolle Oberdorf nicht voreilig als Stammspielerin einplanen. Dennoch traut er ihr bei der EM eine zentrale Rolle zu – „wenn alles passt: ihre Fitness, ihre Bereitschaft, das Einverständnis der Bayern und des DFB“.
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Wück mahnt bei Oberdorf zu Geduld - Alara muss die Schulbank drücken
Obwohl Oberdorf bei Bayern bereits wieder voll mittrainiert, hat sie bislang kein Pflichtspiel bestritten. „Im Training ist sie wieder komplett im Rhythmus“, so Wück. „Wir wollen ihre Leistung bei uns überprüfen, beobachten, wie sie sich im Kreis der Nationalmannschaft einfügt.“
Pech hatte indes erneut Nicole Anyomi. Die 25-Jährige, die zuletzt im Oktober für Deutschland auflief, musste ihre Teilnahme kurzfristig absagen. „Ein sehr ungünstiger Zeitpunkt“, sagte Wück. Auch auf Nachwuchshoffnung Alara Sehitler (FC Bayern) muss er verzichten – die 18-Jährige steckt derzeit mitten in den Abiturprüfungen.
Hingegen sind die zuletzt fehlenden Innenverteidigerinnen Sara Doorsoun (Eintracht Frankfurt), Kathrin Hendrich und Rebecca Knaak wieder mit dabei – ebenso wie Bayern-Keeperin Ena Mahmutovic und Verteidigerin Carlotta Wamser (Eintracht Frankfurt), die letztmals im Juni 2023 im DFB-Aufgebot stand.
Einen Monat vor dem EM-Start: DFB-Frauen suchen letzte Standortbestimmung
Die DFB-Frauen beginnen die EM-Vorrunde am 4. Juli in St. Gallen gegen Polen. Es folgen die Gruppenspiele gegen Dänemark (8. Juli, Basel) und Schweden (12. Juli, Zürich). Achtmal konnte Deutschland bisher den Titel gewinnen – am 27. Juli im Finale von Basel soll der neunte folgen. (nki mit dpa)