Emotionaler Moment

DFB-Star kämpft mitten auf dem Platz mit den Tränen – auf ihn wartet besondere Partie

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Nach dem Halbfinal-Erfolg gegen Leipzig im DFB-Pokal ist Maximilian Mittelstädt emotional überwältigt. Ein spezielles Finale wartet auf ihn.

Stuttgart – Von der Vize-Meisterschaft zum Pokal-Sieg in Berlin? Der VfB Stuttgart hat sich durch einen beeindruckenden 3:1-Sieg gegen RB Leipzig das Ticket für das Finale des DFB-Pokals gesichert. Die Schwaben ziehen damit erstmals seit 2013 wieder ins Pokalendspiel ein und treffen Ende Mai auf Arminia Bielefeld. Für Maximilian Mittelstädt war das Halbfinale in der heimischen MHPArena jedoch nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch ein emotionaler Höhepunkt.

Emotionaler Meilenstein: Für Mittelstädt bedeutet das Pokal-Finale eine Rückkehr in die Heimat

Direkt nach dem Schlusspfiff kämpfte der DFB-Star auf dem Platz mit den Tränen, während die Fans des VfB Stuttgart bereits vom Finale in Berlin sangen. Doch was hat es mit dem emotionalen Ausbruch des DFB-Stars auf sich?

Für Mittelstädt, der gebürtiger Berliner ist und viele Jahre für Hertha BSC spielte, ist das bevorstehende Finale im Olympiastadion von besonderer Bedeutung. In Berlin gab er sein Profidebüt und der Ort hat für ihn eine emotionale Verbindung. Nach dem Abstieg des Hauptstadtklubs im Jahr 2023 wechselte der Außenverteidiger schließlich für 500.000 Euro zum VfB Stuttgart. Dort reifte er nicht nur zum Leistungsträger, sondern auch zum Nationalspieler, spielte auch bei der vergangenen Heim-EM eine große Rolle.

Nach dem Halbfinal-Sieg gegen Leipzig im DFB-Pokal überkommen Maximilian Mittelstädt die Emotionen.

DFB-Star Mittelstädt hat beim Pokal-Finale in Berlin die große Chance auf den ersten Karrieretitel

In einem Vereins-Interview vor dem Halbfinale, bei dem sich das ZDF eine wahre Pannen-Serie leistete, sprach Mittelstädt bereits voller Ehrfurcht über seine Vergangenheit in Berlin. „Es fängt damit an, dass ich als kleiner Junge häufig bei den Spielen im Stadion dabei war und das total beeindruckend fand. Später habe ich mein Profidebüt für Hertha BSC bei einem Heimspiel im Olympiastadion geben dürfen, viele Partien sind anschließend hinzugekommen und im Kopf geblieben“, schwelgte der 28-Jährige in Erinnerung. „Der Ort hat eine besondere Bedeutung für mich.“

Die größten Sensationen im DFB-Pokal

VfB Eppingen 2:1 Hamburger SV (1974/75): Ein Dorf schreibt Fußballgeschichte
VfB Eppingen 2:1 Hamburger SV (1974/75): Ein Dorf schreibt Fußballgeschichte: Der Amateurklub VfB Eppingen schockte den Bundesliga-Tabellenführer HSV. Gerd Störzer traf spektakulär, der zweite Treffer von Ernst Gaus sorgte für den endgültigen Wahnsinn. In Runde zwei war gegen Werder Bremen Schluss – aber die Sensation war längst perfekt. © IMAGO / WEREK
Der Oberligist SC Geislingen sorgte für Aufsehen, indem er den Hamburger SV mit 2:0 bezwang. Die Zuschauer nutzen jede Möglichkeit, um dabei zu sein.
SC Geislingen 2:0 Hamburger SV (1984/85): Der Oberligist SC Geislingen sorgte für Aufsehen, indem er den Hamburger SV mit 2:0 bezwang. Torwart Wolfgang Haug zeigte dabei eine herausragende Leistung. Geislingen erreichte nach diesem Erfolg das Achtelfinale. Die Zuschauer nutzen jede Möglichkeit, um dabei zu sein. © imago sportfotodienst
Einen Teekräuter-Sponsor, einen Dorfverein und einen Treffer von Roland Stein – mehr brauchte es nicht, um Bayern München aus dem Pokal zu werfen.
TSV Vestenbergsgreuth 1:0 FC Bayern München (1994/95): Einen Teekräuter-Sponsor, einen Dorfverein und einen Treffer von Roland Stein – mehr brauchte es nicht, um Bayern München aus dem Pokal zu werfen. Vestenbergsgreuth zog bis in die 3. Runde ein, wo man im Elfmeterschießen gegen Wolfsburg verlor. © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Was für eine Abreibung: Der Regionalligist spielte Hoffenheim schwindelig – Kruschke, Cakmak, Drazan und Fuß trafen. Das 4:0 war eine Demütigung. In Runde zwei ging’s gegen 1860 München raus – aber das erste Spiel war Pokal-Gold.
Berliner AK 07 4:0 TSG 1899 Hoffenheim (2012/13): Was für eine Abreibung: Der Regionalligist spielte Hoffenheim schwindelig – Kruschke, Cakmak, Drazan und Fuß trafen. Das 4:0 war eine Demütigung. In Runde zwei ging’s gegen 1860 München raus – aber das erste Spiel war Pokal-Gold. © imago sportfotodienst
Dynamo empfängt in Runde eins den Bundesligisten Schalke 04 – ein Drittligist gegen einen Champions-League-Teilnehmer.
Dynamo Dresden 2:1 Schalke 04 (2014/15): Dynamo empfängt in Runde eins den Bundesligisten Schalke 04 – ein Drittligist gegen einen Champions-League-Teilnehmer. Nach einem Elfmeter von Justin Eilers geht Dresden in Führung, Matip gleicht für Schalke spät aus. Doch nur eine Minute später trifft Nils Teixeira zum 2:1-Endstand. Ein leidenschaftlicher Auftritt und ein verdienter Sieg. Die Reise endete erst im Achtelfinale – gegen Borussia Dortmund (0:2). © imago sportfotodienst
Ein starker Drittligist, ein schwächelnder Bundesligist – das Rezept für Pokalgeschichte. Magdeburg schlägt Augsburg.
1. FC Magdeburg 1:0 FC Augsburg (2014/15): Ein starker Drittligist, ein schwächelnder Bundesligist – das Rezept für Pokalgeschichte. Christian Beck erzielte in der zweiten Hälfte das Tor des Tages, Magdeburg verteidigte leidenschaftlich und brachte den Favoriten zu Fall. In Runde zwei war gegen Leverkusen Schluss – trotzdem: ein Statement-Sieg. © IMAGO/Zoonar.com/Axel Kammerer
Drei Elfmeter, drei Treffer – Reutlingen nutzte jede Chance gegen den KSC.
SSV Reutlingen 3:1 Karlsruher SC (2015/16): Drei Elfmeter, drei Treffer – Reutlingen nutzte jede Chance. Giuseppe Ricciardi glänzte als Spielmacher. Gegen Eintracht Braunschweig in Runde zwei war dann Feierabend, aber dieser Auftritt wird auf der Reutlinger Kreuzeiche nie vergessen werden. © imago sportfotodienst
Viertligist Ulm trifft auf Titelverteidiger Frankfurt – und bleibt cool.
SSV Ulm 1846 2:1 Eintracht Frankfurt (2018/19): Viertligist Ulm trifft auf Titelverteidiger Frankfurt – und bleibt cool. Kienle bringt die Ulmer in Führung, Lux legt nach. Frankfurt verkürzt spät durch Paciência, doch Ulm verteidigt clever und bringt den 2:1-Sieg über die Zeit. In Runde zwei war dann Schluss – 0:1 gegen den 1. FC Heidenheim. © Imago / Jan Huebner
Viertligist gegen Bundesliga – und dann auch noch Elfmeterschießen. Saarbrücken hielt das 1:1 mit Leidenschaft und Keeper Batz rettete mehrfach.
1. FC Saarbrücken 1:1 (7:6 i.E.) Fortuna Düsseldorf (2019/20): Viertligist gegen Bundesliga – und dann auch noch Elfmeterschießen. Saarbrücken hielt das 1:1 mit Leidenschaft und Keeper Batz rettete mehrfach. Im Shootout behielten die Saarländer die Nerven und schrieben Geschichte: erster Viertligist überhaupt im Halbfinale. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Eine der größten Pokalgeschichten der letzten Jahre: Kiel schlägt die Bayern.
Holstein Kiel 2:2 (6:5 i.E.) FC Bayern München (2020/21): Eine der größten Pokalgeschichten der letzten Jahre: Kiel geriet zweimal in Rückstand, doch Wahl und Mees glichen jeweils aus. Im Elfmeterschießen zeigte der Zweitligist dann keine Nerven. 6:5 – Bayern war raus. Kiel zog bis ins Halbfinale ein, dort war gegen Dortmund Schluss. © Holsteinoffice.de/Jörg Lühn via www.imago-images.de
Der große Favorit aus Leverkusen führte in der Verlängerung – doch dann drehte RWE richtig auf.
Rot-Weiss Essen 2:1 Bayer 04 Leverkusen (2020/21): Der große Favorit führte in der Verlängerung – doch dann drehte RWE richtig auf: Oguzhan Kefkir glich aus, Simon Engelmann entschied das Spiel. Die Hafenstraße bebte. Essen zog ins Viertelfinale ein, dort endete das Abenteuer gegen Holstein Kiel. © Maik Hölter/TEAM2sportphoto via www.imago-images.de
Waldhof empfing Frankfurt mit voller Hütte und jeder Menge Wucht.
SV Waldhof Mannheim 2:0 Eintracht Frankfurt (2021/22): Waldhof empfing Frankfurt mit voller Hütte und jeder Menge Wucht. Marcel Costly brach kurz nach der Pause den Bann, Joseph Boyamba legte nach – binnen vier Minuten stand es 2:0. Die Eintracht taumelte, fand keine Antwort mehr. Für Mannheim war es ein magischer Abend – das Aus kam in Runde zwei gegen Union Berlin. © Frey-Pressebild/Deines via www.imago-images.de
Ein Pokalabend mit Oberliga-Charme und Bundesliga-Schock.
Stuttgarter Kickers 2:0 SpVgg Greuther Fürth (2022/23): Ein Pokalabend mit Oberliga-Charme und Bundesliga-Schock: Die Kickers gingen früh durch Denis Zagaria in Führung und verteidigten mit Herz und Verstand. In der Schlussphase nutzte David Braig einen Konter zum 2:0 – und das Stadion explodierte. Runde zwei war dann gegen Eintracht Frankfurt Endstation, aber dieser Abend lebt weiter. © IMAGO/Sportfoto Zink / Wolfgang Zink
Halbfinale, Underdog, Drama: Leverkusen führte früh, doch Bielefeld schlug eiskalt zurück.
Arminia Bielefeld 2:1 Bayer 04 Leverkusen (2024/25): Halbfinale, Underdog, Drama: Leverkusen führte früh, doch Bielefeld schlug eiskalt zurück. Marius Wörl glich aus, Maximilian Großer traf kurz vor der Pause zum 2:1 – und das reichte. Im zweiten Durchgang stemmte sich die Arminia gegen den Druck und schaffte Historisches: Erstmals in der Vereinsgeschichte erreichte Bielefeld das DFB-Pokalfinale. © IMAGO/Noah Wedel

Am 24. Mai tritt der VfB Stuttgart im Finale gegen Pokal-Schreck Arminia Bielefeld an. Die Stuttgarter gelten als klare Favoriten, nachdem Bielefeld überraschend den Titelverteidiger Bayer Leverkusen besiegt hat. Für Mittelstädt bietet sich die Gelegenheit, seinen ersten großen Karrieretitel zu gewinnen – mit einem Sieg im Berliner Olympiastadion dürfte für ihn ein sportlicher und emotionaler Traum in Erfüllung gehen. (kus)

Rubriklistenbild: © IMAGO / HMB-Media / Steinsiek.ch

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