Viertelfinale am Freitag

DFB-Weltmeister sicher: Leroy Sané der Schlüssel gegen Spanien

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Deutschland steht bei der Heim-EM vor der schwersten Aufgabe. Im Viertelfinale geht es am Freitagabend gegen Spanien. Heißt der Schlüssel Leroy Sané?

Herzogenaurach – Die großen Sensationen sind bei der EM in Deutschland bisher eher Mangelware. Im Achtelfinale haben sich bislang die Favoriten durchgesetzt, wenn man das Duell in etwa auf Augenhöhe zwischen Italien und der Schweiz ausklammert. Wirklich überzeugt haben allerdings im Turnierverlauf nur wenige Nationen. Dass Deutschland und Spanien schon im Viertelfinale aufeinandertreffen, ist daher gewissermaßen ärgerlich.

Für viele Experten wäre das Duell ein mehr als würdiges Endspiel gewesen, gemeinhin lautet die Erwartung, dass der Sieger in Stuttgart am Freitag auch der Topfavorit auf den Titelgewinn am 14. Juli in Berlin sein wird. Für das DFB-Team werden die Iberer gewiss die größte Herausforderung der bisherigen Heim-EM sein, selbiges gilt aber auch im Umkehrschluss. Olaf Thon sieht den Gastgeber keinesfalls chancenlos.

Olaf Thon sieht Spanien bei Kontern anfällig

„Wer Europameister werden will, muss die Spanier schlagen“, schreibt der Weltmeister von 1990 in einer Kolumne für web.de. „Unsere Mannschaft muss mit dem Druck der quirligen Außenstürmer zurechtkommen, und mit dem aggressiven Pressing des Gegners.“ Wenn dies gelinge, werden sich, ist Thon überzeugt, immer wieder Gelegenheiten für Konter bieten.

„So hoch, wie die Spanier verteidigen, bieten sich dem Gegner riesige Räume“, betont der ehemalige Profi von Schalke 04 und des FC Bayern. Beim 4:1 im Achtelfinale gegen Georgien war diese Beobachtung zu machen, der Underdog überbrückte immer wieder mit Direktspiel große Räume und brachte die eigentlich überdominante spanische Mannschaft nicht nur beim Eigentor von Robin Le Normand in Gefahr.

Bleibt Leroy Sané gegen Spanien in der Startelf?

Beginnt Leroy Sané? „Er wäre eine Waffe“

Konter sind bislang noch nicht die Spezialität des DFB-Teams, Thon erkennt aber Potenzial. „Dafür ist Leroy Sané der richtige Mann. Wenn wir mit ihm gegen Spanien beginnen könnten, dann wäre er eine Waffe. Nicht umsonst hat er gegen Dänemark gespielt.“ Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte mit der Nominierung von Sané anstelle von Florian Wirtz im Achtelfinale überrascht.

Obwohl Sané seinen Startelfeinsatz nur teilweise rechtfertigen konnte, würde Thon den Star des FC Bayern auch gegen Spanien aufbieten. „In der Gruppenphase hat uns über die Außen diese absolute Schnelligkeit gefehlt. Deswegen ist es wichtig, dass Sané zu seiner Bestform findet. Bislang ist er höchstens bei 70 Prozent. Da ist noch viel Luft nach oben.“

Thon sicher: „Es wird ein Fifty-Fifty-Spiel“

Womöglich fehlt Sané, der in der Rückrunde bei den Münchnern mit einer hartnäckigen Schambeinverletzung zu kämpfen hatte, auch ein Erfolgserlebnis. Vor dem gegnerischen Tor wirkte er zuletzt teils verkrampft. „Gegen Spanien werden wir nicht viele Gelegenheiten bekommen. Umso wichtiger ist es, auf den Außen schnelle Leute platzieren“, argumentiert Thon.

Ob Nagelsmann dem Wunsch des Experten entspricht, bleibt abzuwarten. Der Bundestrainer hat vor dem Duell mit Spanien gleich mehrere Personalfragen zu beantworten, die teils ein Luxusproblem darstellen. Thon indes ist überzeugt, dass das Viertelfinale ein Duell auf Augenhöhe darstellen wird: „Es wird ein Fifty-Fifty-Spiel. Aber wir schießen mindestens ein Tor. Wenn wir es schaffen, mindestens 40, 50 Prozent Ballbesitz zu haben, dann gehen wir als Sieger vom Platz.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mika Volkmann

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