Zu viele Gegentore

Die überdrehte Torhüterdebatte überstrahlt die Eintracht-Probleme

  • schließen

Bei der Fehlersuche fokussiert sich inzwischen öffentlich alles auf Torhüter Kaua Santos. Das ist viel zu einfach, findet Reporter Christopher Michel.

Frankfurt – Der Frust bei Eintracht Frankfurt ist nach dem späten Ausgleich in Freiburg (2:2) riesengroß. Im Blickfeld der Kritik steht Kaua Santos – und das völlig zu Recht. Der Brasilianer hat sich von Vincenzo Grifo überlisten lassen und beim Freistoß alles falsch gemacht, was man als Schlussmann falsch machen kann. Ob die Mauer selbst, die eigene Positionierung oder die Reaktionsschnelligkeit: Nichts hat gepasst in der 87. Minute.

Kaua Santos steht in der Kritik im Eintracht-Umfeld

Ob im medialen Umfeld oder bei den Fans: Santos ist das große Thema. Der Patzer des 22-Jährigen hat zwei wichtige Punkte im Rennen um die internationalen Plätze gekostet. Es ist sicherlich legitim, den Zeitpunkt des Torwartwechsels von Michael Zetterer zu Santos in der Retrospektive zu hinterfragen. War es im September doch etwas zu früh? Hätte man Santos nach seiner schweren Knieverletzung noch bremsen müssen? 18 Gegentreffer in fünf Partien schmerzen, diese Zahl ist absurd hoch.

Kritik ja – aber die Torhüterdebatte ist zu krass im Eintracht-Umfeld

Es gibt daher gute Gründe, kritisch nachzuhaken. Sportvorstand Markus Krösche und Trainer Dino Toppmöller wissen, dass sie die externe Debatte nicht stoppen können. Ob sie intern tatsächlich nicht geführt wird? Zumindest ist davon auszugehen, dass auch Santos eine klare Botschaft erreicht. So jedenfalls kann es im Gesamtauftritt nicht weitergehen bei ihm. Er muss sich auf seine Basics konzentrieren.

Dazu gehört es auch, die Sperenzchen auf dem Feld zu unterlassen. Fokussierung und höchste Konzentration sind gefordert, da stört jegliche Ablenkung. Santos‘ Patzer verdient Kritik, keine Frage, da er in Freiburg Punkte gekostet hat. Überdreht wird die Debatte aber dann, wenn sie alle anderen Baustellen überstrahlt. Die Anzahl der Gegentore ist freilich historisch hoch. Der Ursprung liegt aber schon im Juli.

Diese Autoren und Promis kommen zur Frankfurter Buchmesse

Eintracht Frankfurt - Hannover 96
In der Saison 2014/15 war Thomas Schaaf Trainer der Eintracht Frankfurt. Zur Buchmesse kehrt er in die Mainmetropole zurück. Am Samstag, 18. Oktober, wird er von 12:30 bis 13 Uhr seine Biografie in Halle 3.1 vorstellen. Darin reflektiert Schaaf über seine Erlebnisse und teilt bislang unveröffentlichte Geschichten. Verfasst wurde das Buch von Daniel Cottäus, dem Chefreporter des Werder-Newsportales „DeichStube“. Im Gespräch mit Schaaf ist Jan Christian Müller, Sportredakteur der Frankfurter Rundschau.  © Arne Dedert/dpa
Eröffnung 2. Restaurant von Til Schweiger in Hamburg
Der Komiker und Maler Otto Walkes stellt auf der Buchmesse am Samstag, 18. Oktober, von 14 bis 14:30 Uhr sein neues Buch „Kunst in Sicht. Neu entdeckte Meisterwerke“ mit Bernd Eilert vor. Denis Scheck moderiert das Gespräch auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat.  © Georg Wendt/dpa
Entertainerin Désirée Nick
Die gebürtige Berlinerin und Entertainerin Désirée Nick signiert am Samstag, 18. Oktober ihr Buch „Nice to meet you, Berlin!“ von 11:30 bis 12:30 Uhr in der Festhalle am Tisch 3.  © Georg Wendt/dpa
Verleihung des Deutschen Nationalpreises 2024 an Igor Levit
Der Publizist Michel Friedman und Journalist Michel Abdollahi diskutieren mit dem Journalisten und Autor Cornelius Pollmer über Deutsch sein und was das heute heißt. Die Diskussionsrunde „Deutscher wird's nicht“ findet am Samstag, 18. Oktober, von 15 bis 16 Uhr in Halle 3.1 statt.  © Christoph Soeder/dpa
Leipziger Buchmesse 2025
Im Live-Podcast „Und was machst du am Wochenende?“ erzählt Politiker Gregor Gysi von den Büchern, die sein Leben geprägt haben – und von seinen Wochenenden. Die Podcastaufzeichnung ist am Freitag, 17. Oktober, von 15 bis 16 Uhr in Halle 3.1.  © Jan Woitas/dpa
Fortsetzung Leipziger Buchmesse 2024
Der Kinderbuchautor Paul Maar liest aus seinem Sammelband „Geschichten vom Mini-Sams“. Die Geschichten vom Sams und Bruno Taschenbier machten ihn zu einem der bekanntesten Kinderbuchautoren der Republick. Im Anschluss an seine Lesung am Sonntag, 19. Oktober, von 11 bis 11:30 im Congress Center signiert er bis 13 Uhr Bücher.  © Elisa Schu/dpa
Eckart von Hirschhausen
Kabarettist Eckart von Hirschhausen kommt am Freitag, 17. Oktober, in die Halle 3.0 zum Book-Talk mit der Moderatorin Marie-Christine Knop. Im Anschluss signiert Hirschhausen noch Bücher.  © Rolf Vennenbernd/dpa
Christoph Kramer
Der Fußball Weltmeister von 2014 Christoph Kramer kommt am Sonntag, 19. Oktober, von 10 bis 10:30 Uhr in die Halle 3.0 zu einem Book Talk und Signierstunde. Im Gespräch mit Moderatorin Marie-Christine Knop offenbart der Fußballer Hintergrundinformationen zu seinem Buch „Das Leben fing im Sommer an“. © Rolf Vennenbernd/dpa
Sebastian Fitzek
Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Signierstunde mit Krimi-Autor Sebastian Fitzek geben. Alle bisher im Droemer Verlag erschienenen Bücher von Fitzek können direkt vor Ort erworben werden. Der Autor signiert am Sonntag, 19. Oktober, von 10 bis 14 Uhr in Halle 3.0. © Jan Woitas/dpa
Tourauftakt "Das große Schlagerfest. XXL"
Der Sänger und Bestseller-Autor Ross Antony signiert sein neues Buch „Merry Christmas – Dein Adventskalender mit Ross Antony“. Am Sonntag, 19. Oktober, ist er von 13 bis 14 Uhr in Halle 3.0 anzutreffen.  © Daniel Schäfer/dpa
Musiker Rea Garvey
Der Sänger Rea Garvey ist am Samstag, 18. Oktober, von 12:40 bis 13:10 zu Gast bei Bärbel Schäfers Büchertalk auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat im Forum. Im Live-Gespräch spricht er über sein Buch „Before I met Supergirl“. © Rolf Vennenbernd/dpa
Autorin Caroline Wahl
Bestseller-Autorin Caroline Wahl („22 Bahnen“) steht am Freitag, 17. Oktober, von 17:30 bis 18 Uhr auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat und spricht mit Mona Ameziane über ihr Buch „Die Assistentin“. © Felix Hörhager/dpa
Steffen Henssler stellt neues Kochbuch vor
Der TV-Koch Steffen Henssler signiert sein neues Kochbuch „Schnelle Nummer – morgens, mittags, abends“. Am Samstag, 18. Oktober, ist er um 14 Uhr im Rahmen von „Meet the Author“ in der Festhalle an Tisch 2 anzutreffen.  © Daniel Bockwoldt/dpa
Ex-Weltmeister Möller bei Eintracht: Von Anfang an wohlgefühlt
Andreas „Andy“ Möller zählt zu den bekanntesten deutschen Fußballstars. Zwischen 1985 und 2004 spielte er unter anderem für Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund. Seine Erfahrungen und Erinnerungen hat er in dem Buch „Andy Möller – 15 Sekunden Wembley“ festgehalten. Im Gespräch mit Karin Plötz erzählt er, warum er dieses Buch geschrieben hat, welche Höhepunkte seine Laufbahn prägten – und wie es wirklich zu seiner legendären „Schwalbe“ kam. Das Gespräch findet am Sonntag, 19. Oktober, von 15 bis 16 Uhr im Frankfurt Studio Pop-up (Saal Europa Halle 4.0) statt.  © Fredrik von Erichsen/dpa
10 Jahre danach: Ramelow zollt Merkel "hohen Respekt"
Der Politiker und ehemalige Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow, stellt am Freitag, 17. Oktober, von 16 bis 16:40 in Halle 3.1 sein Buch „Die neue Mauer. Ein Gespräch über den Osten“ vor.  © Katharina Kausche/dpa
Literaturfestival Lit.Cologne
Im Rahmen der Buchmesse ist der Autor Hanns-Josef Ortheil am Donnerstag, 16. Oktober, von 16:10 bis 16:30 zu Gast in der Live-Sendung „Büchermarkt“ vom Deutschlandfunk. Am Abend ist er Gast bei „Literatur im Römer“. Dort spricht er zwischen 21:40 und 22 Uhr über seinen neuen Roman „Schwebebahn“. © Oliver Berg/dpa
TV-Schlagersendung "Immer wieder sonntags"
Schlagersänger Hansi Hinterseer stellt im Gespräch mit Hannes M. Schalle (Autor/Regisseur) sein persönliches Porträt vor und gibt Einblicke in seine Karriere. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Bücher von Hansi Hinterseer signieren zu lassen. Anzutreffen ist er am Sonntag, 19. Oktober, von 10 bis 10:30 im Frankfurt Studio (Saal Europa Halle 4.0).  © Silas Stein/dpa
Jens Stoltenberg
Über zehn Jahre lang hat Jens Stoltenberg die Nato als Generalsekretär durch eine hochdramatische Zeit geführt. Die russische Invasion der Krim, der Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan, der Krieg in der Ukraine und das zunehmend angespannte Verhältnis zu Russland und China – bei all diesen Entwicklungen hat Stoltenberg die Sicherheitspolitik des Westens seit 2014 maßgeblich mitgeprägt. In seinem Buch „Auf meinem Posten“ und auf der Bühne der Centre Stage führt er am Freitag, 17. Oktober, von 15 bis 15:50 hinter die Kulissen. © Sven Hoppe/dpa
Leipziger Buchmesse
In Halle 3.0 gibt es am Mittwoch, 15. Oktober, von 14:30 bis 15 Uhr einen Book-Talk mit Autorin Maja Lunde. Lund wird Einblicke in ihr Buch „Rettet die Kinder“ geben.  © Hendrik Schmidt/dpa
Bundestag - Haushaltswoche
Grünen-Politikerin Ricarda Lang steht am Freitag, 17. Oktober, von 15 bis 15:50 auf der Bühne in Halle 4.0. Dort diskutiert sie über Umbrüche, Zusammenhalt und die Kraft des offenen Dialogs in einer Zeit, die nach neuen Antworten verlangt. © Michael Kappeler/dpa
Autorin Rita Falk
Bestseller-Autorin Rita Falk signiert am Freitag, 17. Oktober, von 11 bis 12 Uhr in Halle 3.0. Mit dabei: Der 13. Fall für den Eberhofer Franz „Apfelstrudel Alibi“.  © Felix Hörhager/dpa
"Lieber Kurt" - Weltpremiere in Berlin
Kolumnistin und Schriftstellerin Sarah Kuttner signiert ihren neuen Roman „Mama & Sam“ am Stand der S. Fischer Verlage. Anzutreffen ist Kuttner am Sonntag, 19. Oktober, von 13 bis 14 Uhr.  © Fabian Sommer/dpa
Autor Takis Würger
Der Journalist und Autor Takis Würger präsentiert am Freitag, 17. Oktober, sein Buch „Für Polina“ von 10 bis 11 Uhr in Halle 1.2.  © Oliver Berg/dpa
Ursula Poznanski
Die österreichische Schriftstellerin Ursula Poznanski signiert am Samstag, 18. Oktober, von 12 bis 12:30 Uhr in der Festhalle an Tisch 1. Hinweis: Es können maximal drei Bücher signiert werden.  © Jens Kalaene/dpa
Willi Weitzel erhält Preis
Reporter Willi Weitzel („Willi wills wissen“) und Illustratorin Anne-Kathrin Behl signieren in Halle 3.0 am Freitag, 17. Oktober, von 15 bis 16 Uhr ihr Buch „Peter, Paula und der Wolf“ © Felix Hörhager/dpa
Tara-Louise Wittwer - WasTaraSagt - Autorin, Kulturwissenschaftlerin & Content Creatorin
Die SPIEGEL-Bestseller-Autorin Tara-Louise Wittwer bringt in „Nemesis‘ Töchter“ tief sitzende, über Generationen vererbte patriarchale Narrative ans Licht, mit denen nur ein Ziel verfolgt wurde: Frauen zu schwächen, zu verunsichern und mundtot zu machen. Wittwer signiert auf der Buchmesse im Rahmen von „Meet the Author“ am Sonntag, 19. Oktober, von 12 bis 13 Uhr in der Festhalle an Tisch 2.  © IMAGO/Uwe Koch

Bereits in der Vorbereitung klingelt es regelmäßig im von Kevin Trapp oder Jens Grahl gehüteten Tor. Ob Regionalligist FSV Frankfurt, Zweitligist Louisville, MLS-Klub Philadelphia Union oder die Premier-League-Vereine Aston Villa und Fulham: Sie haben der Eintracht insgesamt neun Gegentore in fünf Partien eingeschenkt. Auffällig dabei ist, wie einfach die Konkurrenz durchmarschieren darf.

Weitere Beispiele folgen auch schon mit Zetterer im Gehäuse. Bremen kommt sehr leicht zum Anschlusstor nach einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte. Auch Hoffenheim kommt tief in der Nachspielzeit fast noch auf 2:3 heran. Leverkusen kann – neben seinen drei Treffern – noch etliche weitere erzielen. Und wenn Galatasaray Istanbul nach Freistoßtrick nicht in die Wolken schießt? Wer weiß, wie der am Ende königliche Champions-League-Abend endet.

Ob der Torhüter nun Trapp, Grahl, Zetterer oder Santos heißt, ist dabei zweitrangig. Die Schlussmänner werden viel zu häufig in Eins-gegen-Eins-Situationen gezwungen und von den Vorderleuten alleine gelassen. Selbst Oberligist FV Engers kann beim Stand von 0:0 alleine auf den Eintracht-Kasten zurennen. Die Offensive läuft aus Frankfurter Sicht erfreulicherweise bereits auf Hochtouren.

Allerdings fehlt in dieser Saison bislang die Balance. Ein Ballverlust in der Nähe des Mittelpunktes bedeutet sofort Alarmstufe Rot für die Hintermannschaft. Eintracht ist weit weg von der auf dem höchsten Niveau erforderlichen Stabilität und Kompaktheit. Das liegt sicherlich an der riskanteren Ausrichtungen.

Dazu gesellen sich unerklärliche individuelle Fehler der Stützen. Kapitän Robin Koch ist neben der Spur. Arthur Theate hat in Freiburg einen kleinen Schritt in Richtung Stabilität geschafft, ebenso Hugo Larsson. Doch genau diese Achsenspieler laufen ihrer Form hinterher, zudem sind Ellyes Skhiri und Mario Götze noch nicht auf ihrem besten Level angekommen.

Santos steht in der Pflicht – doch das gilt nicht nur für ihn. Wenn die Eintracht vollumfänglich von Santos überzeugt ist, dann hält sie die Emotionalität rund um das Thema aus. Wenn nicht, dann rückt der erfahrene Zetterer nach. Aber egal wer im Tor steht – ohne eine stabilere Defensive wird auch der beste Keeper die Eintracht nicht retten.

Rubriklistenbild: © Imago/Jan Huebner

Kommentare