Vor dem Kracher gegen Bayern

Diskussion um BVB-Mentalität: Klubchef Watzke reagiert deutlich

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Immer, wenn Borussia Dortmund einen Rückschlag erleidet, wird auf die Mentalität hingewiesen. Hans-Joachim Watzke hat genug von diesen Debatten.

Dortmund – Borussia Dortmund hat sich nach der Länderspielpause mit ungefährdeten Siegen gegen den SC Freiburg und bei Dinamo Zagreb Schwung für das Schlagerspiel gegen den FC Bayern geholt. Bei zehn Punkten Rückstand auf die Münchner nach nur elf Spieltagen in der Bundesliga sind die Vorzeichen allerdings eindeutig.

Von Augenhöhe wären die Klubs dementsprechend selbst bei einem Heimsieg am Samstagabend noch deutlich entfernt. Aufgrund der wankelmütigen Leistungen der Schwarzgelben führen Fans und Experten oftmals eine Mentalitätsdebatte um den BVB. Hans-Joachim Watzke kann damit schon seit Jahren wenig anfangen. Vor dem Spitzenspiel platzte dem BVB-Boss nun regelrecht der Kragen.

BVB-Boss hält Debatten für „nicht faktenbasiert“

„Das ist alles kompletter Bullshit, weil das alles nicht faktenbasiert ist und man sollte sich immer an Fakten halten“, ärgerte sich Watzke in einem Interview mit dem TV-Sender Sky. Aus seiner Sicht bezeugen die Fakten den guten Weg des Vereins: „Der BVB ist ein Klub, der letztes Jahr im Champions-League-Finale war, der auf dem Europa-Ranking der UEFA auf Platz sieben steht, der in der ewigen Bundesliga-Tabelle überall auf zwei ist, über viele Jahre konstant ist, wirtschaftlich komplett erfolgreich ist.“

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke ärgert sich über die ewig gleichen Diskussionen.

Die Wahrnehmung leide darunter, „dass Bayern München noch besser ist“, sagte Watzke. Die beiden Leuchttürme des deutschen Fußballs, um in der Diktion des Multifunktionärs zu bleiben, hätten sich dabei über die Jahre gegenseitig in immer neue Sphären gepusht.

Hans-Joachim Watzke: „Nur die Bayern sind besser als wir“

„Nur die Bayern sind besser als wir, aber die haben auch 200 PS mehr“, spielte Watzke auf die unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beider Klubs an. Der FC Bayern hat mit großem Abstand den höchsten Etat in der Bundesliga, der BVB wiederum ist in dieser Hinsicht der übrigen Konkurrenz enteilt. Dementsprechend war es eine bittere Pille, dass nicht Dortmund, sondern Bayer Leverkusen die Meister-Serie der Münchner durchbrechen konnte.

„Dieses pausenlose Genörgel, das geht mir auch zunehmend auf den Sender“, erklärte Watzke dennoch. Gefüttert wurde es zuletzt vor allem durch eine eklatante Auswärtsschwäche des BVB, der in Zagreb erstmals seit September auf fremdem Platz erfolgreich war. Watzke hielt dagegen: „Wir haben acht Heimspiele gewonnen. Alle reden nur über die Auswärtsspiele. Und in der Champions League stehen wir auf Platz vier.“

Verstummen lassen kann die Mannschaft von Trainer Nuri Şahin die Diskussionen am besten mit einem Sieg über den FC Bayern am Samstagabend.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Inderlied/Kirchner-Media

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