VonAlexander Kaindlschließen
Die Rote Karte für Dayot Upamecano war das große Thema im Sport1-Doppelpass. Schiedsrichter Tobias Welz war live zugeschaltet.
München - Es war die Szene schlechthin an diesem 21. Bundesliga-Spieltag: Dayot Upamecano touchiert Alassane Pléa im Vollsprint an der Schulter. Der Gladbacher fällt, Schiedsrichter Tobias Welz zückt Rot wegen Notbremse. Eine extrem harte, aber vertretbare Entscheidung, weil die Kriterien zur Vereitlung einer klaren Torchance gegeben waren.
Fußball-Deutschland diskutiert jetzt, am Tag nach dem Gladbacher 3:2-Sieg gegen Bayern, natürlich über diese Szene. Und so auch die Experten im Sport1-Doppelpass. Am Sonntagmorgen ging es in der Runde mit Stefan Effenberg, Armin Veh, Christian Straßburger, Waldemar Hartmann, Sebastian Kneißl, Jan Christian Müller und Moderator Florian König heiß her, als der Schiri selbst zugeschaltet war.
Schiedsrichter Tobias Welz im Doppelpass zugeschaltet: „VAR hätte keine anderen Bilder liefern können“
Welz erklärte die Rote Karte im Live-TV: „Er bekommt den Kontakt oben an der Schulter und verliert dadurch die Balance“, sagte der Unparteiische mit Blick auf Pléa. Weil Upamecano der letzte Mann war, hat sich Welz für eine Notbremse entschieden und daher Rot gezückt. Danach hätte er sich mit dem VAR abgestimmt. Und dieser „hätte mir keine anderen Bilder liefern können“. Deshalb ging Welz nicht nach draußen, um sich die Situation nochmal anzusehen.
Effenberg sah es anders. „Wenn das reicht für ein Foul, haben wir ich weiß nicht wie viele Foulspiele in einem Spiel“, sagte der ehemalige Mittelfeldspieler von Gladbach und Bayern. „Das muss in einem anderen Verhältnis stehen. Ich bin schon der Meinung, dass der Schiedsrichter da nochmal rausgehen sollte. Das ist verpflichtend.“
Waldemar Hartmann zu Tobias Welz: „Arroganz-Anfall“
Hartmann ging sogar noch weiter: „Ich halte es in dem Fall für einen Arroganz-Anfall, sich das nicht nochmal anzuschauen.“ Welz blieb völlig gelassen, konterte schlicht: „Jeder hat seine Meinung, das ist okay. Das hat nichts mit Arroganz zu tun. Die Fans wollen Schiris, die auf dem Platz entscheiden. Wir haben das getan.“
Natürlich könne er verstehen, dass es in dieser Frage auch andere Ansichten geben würde. Für ihn hätten jedoch die Argumente in Sachen Rot „höher gewogen“.
Hitzige Doppelpass-Debatte: Schiedsrichter Welz verteidigt sich im Live-TV gegen „Arroganz“-Vorwurf
Zuspruch bekam Welz von FR-Reporter Müller („Ich muss ihm auf ganzer Linie Recht geben, auch wenn das vielleicht nicht populär ist“), DAZN-Experte Kneißl („Hart, aber in der modernen Zeit vertretbar“) und MagentaTV-Kommentator Straßburger („Wenn der Schiedsrichter sagt: Diese Kontakt reicht ihm aus, dann akzeptiere und respektiere ich das“).
Alleine die lange Diskussion im Doppelpass zeigt, wie vielfältig die Meinungen zu dieser Situation sind. Welz musste sich nach Partie jedenfalls einiges anhören. Julian Nagelsmann entschuldigte sich sogar für seine Wortwahl, ein anderer Tobias Welz antwortete ihm via Twitter. Diskussionen löste auch die frühe Müller-Auswechslung aus, die Didi Hamann nicht verstehen konnte. (akl)
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